Am Hamburger Platz in Berlin-Pankow ist eine umfangreiche Nachverdichtung im Wohnquartier erfolgreich abgeschlossen worden. Im Rahmen dieses Projekts wurden zwei Wohngebäude in der Frieda-Seidlitz-Straße und der Jacobsohnstraße realisiert. Die Bauherrschaft oblag der GESOBAU AG, während das Berliner Architekturbüro DMSW die Planung und Umsetzung in Kooperation mit DGI Bauwerk verantwortete. Die neuen Bauten ergänzen die bestehende Struktur der 1950er Jahre um 123 Wohneinheiten, von denen 97 barrierefrei konzipiert wurden.
Das Vorhaben schuf 7.135 Quadratmeter Wohnfläche sowie zusätzlich etwa 400 Quadratmeter Gewerbeflächen im Erdgeschoss, welche für ein Café, Büros oder Ladenlokale vorgesehen sind. Frau Julia Dahlhaus, Architektin und Geschäftsführerin bei DMSW, hob die Herausforderung hervor, begrenzten Raum effizient zu nutzen und dabei die vorhandene Lebensqualität innerhalb des Quartiers zu wahren oder zu verbessern. Dies beinhaltete die Integration eines freistehenden Neubaus und eines Anbaus in die städtebauliche Struktur.
Städtebauliche Integration und Wohnungstypen
An der Jacobsohnstraße wurde die bestehende Zeilenbebauung der 1950er Jahre durch einen schmalen Gebäuderiegel ergänzt, der die vormals offenen Außenbereiche räumlich fasst. Dieses neue Gebäude beherbergt kompakte Ein- bis Dreizimmerwohnungen und verfügt über einen Laubengang, der als Erschließungs- und Kommunikationsraum dient. Der zweite, freistehende Neubau befindet sich an der Frieda-Seydlitz-Straße und erweitert die städtebauliche Struktur mit größeren Familienwohnungen, die drei bis fünf Zimmer umfassen. Ein qualitätsvoll gestaltetes Freiraumkonzept verbindet das gesamte Ensemble.
Das Projekt legte einen Fokus auf Nachhaltigkeit und Lebensqualität. Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf den Dächern und an den Balkonen dienen der umweltfreundlichen Energieerzeugung. Die Konzeption berücksichtigt ökologische Aspekte durchgängig. Die Einbindung der Anwohnenden spielte eine bedeutende Rolle im Planungsprozess. Eine vorausgehende Ausstellung und eine Mieterbefragung ermöglichten es, lokale Bedürfnisse und Anregungen zu sammeln und deren Umsetzbarkeit zu prüfen.
Herr Lars Holborn, Vorstandsmitglied der GESOBAU AG, betonte, dass das Projekt am Hamburger Platz ein Beispiel für eine gelingende moderne Stadtentwicklung sei, in der Modernisierung, Nachverdichtung und Neubau sinnvoll ineinandergreifen. Er hob die aktive Einbindung der Mieterschaft in die Planungen, insbesondere bei der Gestaltung der Außenanlagen, hervor. Ein konkreter Wunsch aus der Nachbarschaft, die Einrichtung eines Cafés, konnte in einer der neuen Gewerbeeinheiten realisiert werden.
Das Freiraumkonzept umfasst Spielbereiche, Fahrradstellplätze, Sitzgelegenheiten und eine optimierte Beleuchtung zur Aufwertung der gemeinschaftlichen Außenanlagen. Die offizielle Schlüsselübergabe, die den Abschluss der Baumaßnahmen markiert, erfolgte in Anwesenheit von Herrn Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, sowie Herrn Cornelius Bechtler, Baustadtrat des Bezirks Pankow.




