DIP-Partner Aengevelt Immobilien hat in einer aktuellen Studie die Korrelation zwischen der Höhe der Wohnungsmieten und der subjektiven Lebenszufriedenheit in 40 deutschen Großstädten untersucht. Die Analyse ergab, dass lediglich 0,6 % der Varianz der Lebenszufriedenheit durch die Unterschiede in der Miethöhe erklärt werden können. Dies deutet auf einen marginalen bis nicht-existenten Zusammenhang hin.
Die Studie nutzte Daten zur subjektiven Lebenszufriedenheit aus dem SKL-Städteranking, bei dem die Zufriedenheit auf einer Skala von 0 ('ganz und gar nicht zufrieden') bis 10 ('völlig zufrieden') ermittelt wurde. Der Mittelwert der Zufriedenheit variierte dabei von 5,80 (Rostock) bis 7,74 (Erfurt). Diese Daten wurden mit den durchschnittlichen Mieten für Bestandswohnungen mittleren Wohnwerts aus dem IVD-Wohn-Preisspiegel in Beziehung gesetzt. Der errechnete Korrelationskoeffizient von -0,08 bestätigt das Fehlen eines nennenswerten statistischen Zusammenhangs.
Attraktivität als Preistreiber
Die Untersuchung legt nahe, dass ein hohes Mietpreisniveau eher ein Indikator für die Attraktivität einer Stadt ist. Städte, die gut entwickelte Infrastruktur, exzellente Bildungsangebote und positive Erwerbsaussichten bieten, ziehen viele Zuzügler an. Diese erhöhte Nachfrage führt zu einem Anstieg der Mietpreise, welcher jedoch offenbar nicht negativ auf die Lebenszufriedenheit der Einwohner wirkt.
Konkrete Beispiele verdeutlichen diesen Befund: Düsseldorf weist mit 11,50 EUR/m² eine der höchsten Durchschnittsmieten auf und liegt gleichzeitig beim Zufriedenheitsindex auf Rang drei mit 7,41. Im Gegensatz dazu liegt Wiesbaden, mit einer vergleichbaren Durchschnittsmiete von 11,25 EUR/m², beim Zufriedenheitswert von 6,50 auf dem vorletzten Platz. München und Stuttgart, die Städte mit den höchsten Durchschnittsmieten von 17,80 EUR/m² beziehungsweise 14,80 EUR/m², rangieren im Mittelfeld der Zufriedenheit (Platz 24 und 21). Hamburg, die viertteuerste Stadt mit 12,90 EUR/m², erreicht mit einem Glücksindex von 7,20 einen Platz im oberen Drittel.
Auch die Situation in Gelsenkirchen, der Stadt mit dem niedrigsten mittleren Mietniveau (6,00 EUR/m²), illustriert die fehlende Korrelation: Hier liegt die Lebenszufriedenheit mit 6,81 auf dem siebtletzten Platz. Dies stützt die Schlussfolgerung, dass weder hohe Mieten die Zufriedenheit mindern noch niedrige Mieten diese steigern.
Faktoren der Lebenszufriedenheit in Düsseldorf
Düsseldorf, als die glücklichste Stadt mit über 500.000 Einwohnern im Ranking, zeigt Faktoren auf, die eine hohe Lebenszufriedenheit begünstigen. Das verfügbare Einkommen pro Einwohner beträgt dort 29.832 Euro, was 23 % über dem Durchschnitt der anderen untersuchten Städte liegt. Dies korreliert mit einer überdurchschnittlichen Mietzahlungsfähigkeit. Zusätzlich punktet Düsseldorf mit einer guten Bildungslandschaft, erkennbar an einer Schulabbrecherquote von 4,4 % gegenüber 7,8 % im städtischen Durchschnitt. Der geringe Anteil an Unzufriedenen (4,1 % gegenüber 8,6 % im städtischen Durchschnitt) und eine Mehrheit von Hochzufriedenen sind bemerkenswert, selbst angesichts eines hohen Anteils von Single-Haushalten, der den Glücksindex tendenziell senken könnte.
Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien, kommentiert, dass die Lebenszufriedenheit von vielschichtigen Faktoren wie Bildungschancen, Arbeitsplatzangeboten und Einkommensmöglichkeiten abhängt. Die Relevanz der Mietpreisebene sei laut ihm differenziert zu betrachten und stehe im Kontext eines regionalen Chancenmixes. Die Nachfrage beeinflusst den Preis von Gütern, und dies gelte auch für Immobilien. Er betont, dass eine Fokussierung der Politik auf Miethöhen und Mietpreisbremsen nicht den tatsächlichen Präferenzen der Menschen entspreche, die primär in attraktiven Städten und Regionen leben möchten und dafür auch bereit sind, das sich daraus ergebende Preisniveau zu akzeptieren.




