Continuation Funds gewinnen im Private-Equity-Markt zunehmend an Bedeutung. Diese Instrumente ermöglichen es Fondsmanagern, erfolgreiche Portfoliounternehmen über die reguläre Fondslaufzeit hinaus im Bestand zu halten und deren Entwicklung fortzuführen. Ein vorzeitiger oder unter Wert erfolgender Verkauf an Dritte wird vermieden. Hintergrund dieser Entwicklung sind die anhaltend schwierigen Marktbedingungen für Unternehmensverkäufe, die dazu führen, dass Beteiligungen länger als ursprünglich geplant in den Portfolios verbleiben.
Die Ypsilon Group beobachtet infolgedessen eine verstärkte Nutzung von Continuation Vehicles durch Private-Equity-Gesellschaften. Ziel ist es, Investoren Liquidität zu bieten und gleichzeitig das weitere Wertsteigerungspotenzial der Beteiligungen auszuschöpfen. Tobias Hangl, Partner und Niederlassungsleiter München bei der Ypsilon Group, erläuterte, dass Private-Equity-Fonds grundsätzlich eine begrenzte Laufzeit besitzen und Anleger am Ende dieser Frist die Rückzahlung des Kapitals erwarten.
Während Unternehmen früher oft nach drei bis vier Jahren wieder veräußert wurden, liegen die Haltedauern inzwischen bei durchschnittlich sechs Jahren oder mehr. Hangl betonte, dass es sich bei den in Continuation Funds überführten Beteiligungen nicht um leistungsschwache Unternehmen handelt, sondern um solche mit weiterem Entwicklungspotenzial, die nicht unter Wert verkauft werden sollen. Ein Continuation Fund stellt häufig eine bilaterale Lösung dar. Nach den Beobachtungen der Ypsilon Group verfügt aktuell etwa jedes dritte Private-Equity-Haus in deren Mandantenstruktur über ein solches Vehikel oder evaluiert dessen Einführung. Dies verdeutlicht die Etablierung des Instruments.
Institutionelle Anleger im Fokus
Besonders institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke zeigen laut Ypsilon großes Interesse an entsprechenden Strukturen. Für diese Investorengruppen sind Investments in Continuation-Vehikel regulatorisch oft einfacher abzubilden als klassische Primärfondsinvestitionen. Hangl zufolge sind viele Neuinvestoren in Continuation Funds heute institutionelle Anleger. Sie erhalten Zugang zu bereits entwickelten Portfolios und können von den weiteren Entwicklungschancen der Beteiligungen profitieren. Zudem entstehen zunehmend thematisch fokussierte Fonds, beispielsweise mit Schwerpunkten auf Technologieunternehmen oder Künstliche Intelligenz, was eine gezielte Allokation in spezifische Marktsegmente erleichtert.
Verflechtung im Private-Equity-Markt
Obwohl Continuation Vehicles seit mehreren Jahren existieren, wurden sie lange als Nischenlösung betrachtet. Diese Wahrnehmung wandelt sich, so Hangl. Er erklärte, Continuation Funds seien kein kurzfristiger Trend, sondern entwickelten sich zu einem festen Bestandteil des Private-Equity-Ökosystems. Die aktuellen Marktbedingungen hätten diesen Prozess beschleunigt, doch die Vorteile der Struktur würden auch zukünftig bestehen bleiben.




