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Politische Volatilität beeinflusst Kapitalmärkte

Die Präsidentschaft von Donald Trump bleibt ein signifikanter Faktor für die Kapitalmärkte, wobei politische Ereignisse die Konjunkturfrage als dominantes Thema bis Jahresende überlagern könnten.

Politische Volatilität beeinflusst Kapitalmärkte

Die Kapitalmärkte sehen sich weiterhin mit der politischen Dynamik rund um die Präsidentschaft von Donald Trump konfrontiert. Kay-Peter Tönnes, Gründer von Antecedo Asset Management, identifiziert diese politischen Entwicklungen bis zum Jahresende als primären Einflussfaktor für Investoren. Dies überlagere die traditionelle Konjunkturfrage. Tönnes prognostiziert, dass kurzfristige politische „Einschläge“ die Kurse und Risikoaufschläge sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können.

Tönnes beobachtet einen zunehmenden innenpolitischen Druck auf den amtierenden US-Präsidenten. Angesichts eines wahrnehmbaren Rückstands in wichtigen Kongresswahlen, der nicht allein durch strukturelle Maßnahmen kompensierbar scheint, sei Trump auf eine Rückgewinnung von Stimmen angewiesen, um seinen politischen Einfluss zu erhalten. Ein Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus, und im Extremfall auch im Senat, würde den innenpolitischen Gestaltungsspielraum erheblich einschränken. Die Bereiche Haushalt, Gesetzgebung und die Debatte um die Schuldenobergrenze könnten dann zu Hürden werden.

Außenpolitische Handlungsfähigkeit und Marktrelevanz

Die Marktrelevanz dieser Entwicklungen ergibt sich aus der Beobachtung, dass ein US-Präsident trotz innenpolitischer Blockaden außenpolitisch handlungsfähig bleibt. Tönnes erwartet, dass Donald Trump in solchen Phasen möglicherweise auf größere, symbolträchtige internationale Aktionen setzen könnte, um sein 'Gewinner-Image' zu wahren. Dies berge ein entsprechendes Überraschungspotenzial für die Märkte. Tönnes betont hierbei, dass bei politischen Akteuren wie Trump stets mit unerwarteten Entwicklungen zu rechnen sei.

Die gestiegene Beeinflussung der Märkte durch politische Faktoren lässt sich laut Antecedo an der Volatilität ablesen. Ausschläge im VIX, oft als Indikator für Marktunsicherheit verstanden, korrelierten in den vergangenen Jahren wiederholt mit spezifischen politischen Ereignissen. Steigt der VIX, sei häufig ein Rückgang an den Aktienmärkten zu verzeichnen. Dies sei kein singulärer Effekt, sondern deute darauf hin, dass eine Häufung politischer Schocks kurzfristige Irritationen zu einem strukturellen Risikofeld transformiert.

Erhöhtes Risiko und Handlungsdruck

Die Politik ist Tönnes' Einschätzung nach nur ein Element eines komplexen Gesamtbildes. Er identifiziert eine erhöhte Anzahl an globalen Risikofaktoren, darunter historisch hohe Schuldenstände, eine persistente Inflation und eine geringe Dynamik bei Unternehmensgewinnen jenseits einzelner Marktsegmente. Die Technologiebranche trage zwar wesentlich bei, viele andere Marktbereiche stagnierten indes. Antecedo hat ein eigenes Risikoscoring-Modell entwickelt, das die Wahrscheinlichkeit eines substanziellen Marktrückschlags über 24 Monate abschätzt. Historisch lag die Wahrscheinlichkeit für einen Rückgang von 15 Prozent oder mehr bei sechs bis sieben Prozent. Aktuelle Ergebnisse des Modells zeigen jedoch einen Wert von über 25 Prozent, das höchste bislang gemessene Niveau.

Obwohl dies keine sichere Prognose darstelle, signalisiere es einen erhöhten Handlungsdruck im Risikomanagement. Für Investoren leitet Antecedo daraus Handlungsempfehlungen ab:

  • Eine flexiblere Aktienquote und konsequente Gewinnmitnahmen während Marktrallyes.
  • Das Bereithalten strategischer Liquidität.
  • Selektive längere Laufzeiten im Rentenbereich.
  • Die Berücksichtigung von Fondslösungen mit Options- und Volatilitätsstrategien.

Er betont, dass eine reine Diversifizierung bei ansteigenden Korrelationen zwischen den Anlageklassen in Stressphasen möglicherweise unzureichend sei. Es bedürfe vielmehr Bausteinen, die von erhöhter Volatilität profitieren können.

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