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Innovationen beschleunigen die Bauwende in Hamburg

Im Rahmen des zweiten Innovations-Forums in Hamburg wurden marktreife Lösungen für schnelleres, preiswerteres und klimaneutrales Bauen und Sanieren vorgestellt, um die Bauwende zu initiieren.

Innovationen beschleunigen die Bauwende in Hamburg

In Hamburg fand das zweite Innovations-Forum „Neues Bauen – 80 Sekunden“ statt, veranstaltet unter anderem vom dena-Kompetenzzentrum Serielle Sanierung / Energiesprong DE und VELUX in Hamburg. Die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher stand, versammelte Entscheider aus der Bau- und Wohnungswirtschaft, kommunale Vertreter sowie politische Akteure. Im Fokus stand die Diskussion über konkrete Umsetzungsstrategien für Innovationen im Bausektor, nicht lediglich visionäre Konzepte. Die präsentierten Lösungen spiegelten eine breite Palette von Ansätzen wider, von industriellen Holzbautechniken über digitale Planungsmethoden bis zu neuen Finanzierungsmodellen.

Dr. Peter Tschentscher betonte die Bedeutung von schnellem, bezahlbarem und klimaschonendem Bauen für die wachsende Stadt Hamburg. Er hob hervor, dass die Stadt ehrgeizige Klimaschutzziele verfolgt und der „Hamburg-Standard“ in Zusammenarbeit mit der Bau- und Immobilienwirtschaft entwickelt wurde, um Baukosten durch kostenbewusstes Planen und Bauen zu reduzieren. Dies sei essentiell für erschwinglichen Wohnraum und die Erzielung bezahlbarer Mieten. Zusätzlich dazu trage eine novellierte Bauordnung sowie die Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsprozessen zur Beschleunigung und Vereinfachung bei, wie er ausführte.

Innovative Lösungen für effizienteres Bauen

Elf vom unabhängigen Beirat nominierte Unternehmen präsentierten ihre marktreifen Lösungen in drei Kategorien. Im Bereich „Schneller Bauen“ überzeugte Blome mit einem Verfahren zur seriellen Sanierung von Bädern und Strängen im bewohnten Zustand. Weitere Ansätze waren ein modulares Holzhybrid-Bausystem von urban beta, der mobile Mauerwerksroboter von Wienerberger und eine KI-gestützte Drohnenlösung von FlyNex zur Bestandsaufnahme.

Für das „Preiswertere Bauen“ wurde Elements Immobilien prämiert, das den Wert bestehender Immobilien durch den energetischen Ausbau von Dachgeschossen steigert. Ergänzend dazu stellten RoofUz und DEPACT Plattformen vor, welche Gebäude und Partner für Sanierungen und Dachaufstockungen zusammenführen. Plan4 Software präsentierte eine durchgehend digitale Gebäudeaufnahme, die manuelle Prozesse ersetzt.

Im Segment „Klimaneutral Bauen und Sanieren“ gab es Beiträge zu Material, Energie und Daten. Rheinzink präsentierte ein recycelbares Klick-Leistensystem für Dach und Fassade. Superwood stellte langlebige Holzfassaden vor. SmaWo wurde vom Publikum für sein Konzept ausgezeichnet, jede Wohnung mit einer eigenen PV-Anlage samt Speicher autark zu machen. LeafTech visualisiert Stadtquartiere als digitale 3D-Zwillinge, um deren Dekarbonisierung zu planen. Weitere Beiträge von BIMETO für digitale Gebäudezwillinge mittels Laserscans und Protektorwerk Florenz Maisch für skalierbares serielles Bauen unterstrichen die Diversität der Innovationen.

Gemeinsame Verantwortung für die Skalierung von Innovationen

  • Der Gebäudesektor ist für ein Drittel der deutschen CO₂-Emissionen verantwortlich und befindet sich in einem vergleichsweise langsamen Wandel.
  • Nico Gorsler vom dena-Kompetenzzentrum betont, dass serielle Sanierung keine Frage des „Ob“, sondern des „Wie schnell“ sei, da die Technologien erprobt sind.
  • Prozessoptimierung durch standardisierte Schnittstellen und durchgängig digitale Planung wird als entscheidender Faktor für die Skalierung identifiziert.
  • Silke Stehr, Geschäftsführerin von VELUX Deutschland, unterstrich die gemeinsame Verantwortung aller Akteure, Lösungen und Ansätze zu entwickeln, die über das eigene Unternehmen hinauswirken.

Ein wesentliches Ergebnis des Forums war nicht die Präsentation allein, sondern das anschließende Matchmaking, bei dem Wohnungsunternehmen und Projektentwickler unmittelbar mit den Anbietern in Kontakt traten, um erste Kooperationen anzubahnen. Franziska Lamping von Kathe Holzbau demonstrierte mit ihren Projekten, wie serielle Holzbauansätze unter realen Bedingungen sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch erfolgreich sein können. Die Erkenntnis des Tages ist, dass die notwendigen Fähigkeiten und Technologien vorhanden sind, nun die Skalierung dieser Innovationen im Vordergrund steht, um die Klimaziele im Bausegment zu erreichen.

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