Projektentwicklung··3 min

Neues Wohnquartier in Berlin-Pankow: Entwicklung an der Eldenaer Straße nach Bau-Turbo-Verfahren

An der Eldenaer Straße 42–44 in Berlin-Pankow ist die Entwicklung eines gemischt genutzten Wohnquartiers mit öffentlichen Freiräumen geplant, welches das erste Projekt im Bezirk sein soll, das nach dem beschleunigten Bau-Turbo-Verfahren genehmigt wird.

Neues Wohnquartier in Berlin-Pankow: Entwicklung an der Eldenaer Straße nach Bau-Turbo-Verfahren

Für das Areal Eldenaer Straße 42–44 in Berlin-Pankow wird ein städtebauliches Vorhaben vorbereitet. Das auf dem bisherigen vollversiegelten Parkplatz vorgesehene Konzept umfasst ein gemischt genutztes Wohnquartier, ergänzt durch öffentliche Freiflächen. Bauherr dieses Projekts ist ARGO Properties N. V. Die Vertretung des Bauherrn in Berlin übernimmt Christoph Meyer von der CM Realty GmbH. Die architektonische Gestaltung liegt in den Händen von Dominik Krohm und Konstantin Linnartz des Berliner Büros Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur. Für die Stadtplanung zeichnet Wolf Uwe Rilke verantwortlich. Die Details dieses Vorhabens wurden kürzlich im Stadtplanungsausschuss der BVV Pankow öffentlich vorgestellt.

Es handelt sich hierbei um das erste Entwicklungsvorhaben in Pankow, das voraussichtlich über das vereinfachte Genehmigungsverfahren des sogenannten „Bau-Turbo“ realisiert werden soll. Die Planung sieht die Errichtung zweier Neubauten vor, die primär Wohnraum beherbergen werden. Abhängig von der finalen Gestaltung des Wohnungsmixes ist die Schaffung von etwa 300 neuen Wohneinheiten vorgesehen. Dabei sollen 30 Prozent dieser Wohnungen dem Berliner Modell entsprechend mietpreisgebunden angeboten werden, um soziale Aspekte zu berücksichtigen.

Nutzungskonzept und städtebauliche Integration

Ergänzende kleinteilige Gewerbeflächen, Einzelhandel und Gastronomie sind in den Erdgeschosszonen der Neubauten sowie in den angrenzenden Bestandsgebäuden vorgesehen. Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Integration der denkmalgeschützten historischen Hammelställe sowie der ehemaligen Verwaltungsvilla. Diese Bauwerke sollen als identitätsstiftende Elemente in das neue Quartier eingebunden werden. Die Flächen zwischen den Gebäuden werden entsiegelt und in begrünte Höfe umgewandelt. Diese Maßnahme dient der Verbesserung des Stadtklimas und schafft verschiedene Aufenthaltsqualitäten für die zukünftigen Bewohner. Ein neuer Stadtplatz und ein Café an der Westseite sind weitere Kernpunkte der Planung. Sie sollen als Treffpunkte innerhalb des Quartiers fungieren und die visuellen Bezüge zu den denkmalgeschützten Stätten und dem Blankensteinpark verstärken. Die erforderlichen Parkplätze werden in einer Tiefgarage angeordnet.

Cornelius Bechtler, Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung (Bündnis 90 / Die Grünen), kommentierte die vorgestellten Pläne positiv. Er betonte, dass die Neubebauung dringend benötigten Wohnraum schaffe, darunter 30 Prozent zu sozialverträglichen Mieten. Bechtler hob die Schaffung eines urbanen Ortes mit Lebensqualität in der zentralen und verkehrstechnisch gut erschlossenen Lage nahe des Blankensteinparks und Forckenbeckplatzes hervor. Er äußerte sich erfreut über den hohen Grünanteil im Entwurf und die Aufwertung der denkmalgeschützten Hammelställe. Christoph Meyer von CM Realty ergänzte, die geplanten Wohnhäuser würden eine städtebauliche Lücke schließen. Der bislang als Parkplatz genutzte Bereich werde sich in ein vielseitig genutztes Quartier mit einem hohen Anteil an Grünflächen transformieren. Die Architektur konzipiere eine logische Verbindung zwischen den unterschiedlichen Strukturen der Umgebung. Das neue Quartier werde die Attraktivität der Nachbarschaft sowie das Mikroklima positiv beeinflussen.

Lage und künftiger Zeitplan

Das Grundstück Eldenaer Straße 42–44 liegt an der Schnittstelle zweier Stadträume. Nördlich befinden sich die Reste des ehemaligen Schlachthofareals mit gewerblich genutzten Hallen und eine kürzlich entstandene Reihenhaussiedlung. Südlich grenzt eine klassische Blockrandbebauung aus der Gründerzeit an. Die aktuelle Planung zielt darauf ab, diese räumlichen Gegebenheiten städtebaulich zu verknüpfen. Der bisher wenig definierte Zwischenraum soll durch einen klar gegliederten und in der Höhe gestaffelten Stadtbaustein aufgewertet werden. Die architektonische Ausrichtung orientiert sich an der Typologie der Berliner Gründerzeit. Eine frühere Idee des Eigentümers, auf dem Grundstück zwei Zwillingshochhäuser zu errichten, wird nicht weiterverfolgt. Aktuell finden weitere Abstimmungsgespräche zwischen dem Vorhabenträger und der Bezirksverwaltung statt. Eine Baugenehmigung wird frühestens für das Jahr 2027 erwartet.

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