Der gewerbliche Einsatz von Immobilien, sei es in Bürogebäuden, Pflegeheimen oder Hotels, erfordert eine genaue Betrachtung des Energieverbrauchs. Eine Vielzahl kleiner Energiefresser kann die Kostenbilanz erheblich belasten. Professionelle Betreiber suchen nach Wegen, die Energieeffizienz zu optimieren und Betriebskosten zu reduzieren, wobei Investitionen in Nachhaltigkeit stets unter Rentabilitätsgesichtspunkten erfolgen müssen. Betterspace identifizierte hierzu zentrale Handlungsfelder und entsprechende Lösungsansätze.
Herausforderungen und Optimierungspotenziale in Bestandsgebäuden
Ein wesentlicher "Brennpunkt" liegt in der Sanierung von Bestandsgebäuden, insbesondere Altbauten. Diese weisen oft einen überdurchschnittlichen Energieverbrauch auf, bedingt durch veraltete Heizungssysteme, unzureichend gedämmte Leitungen und eine Raumaufteilung, die eine effiziente Betriebsführung erschwert. Empfohlen werden Maßnahmen, die ohne größere Umbauarbeiten sofort wirksam sind und sich schnell amortisieren. Dazu zählen der hydraulische Abgleich von Heizungsanlagen, die Dämmung von Rohrleitungen, die Erneuerung von Dichtungen an Fenstern und Türen sowie die Implementierung intelligenter Energiemanagementsysteme.
Ein weiteres Defizit besteht oft in der mangelnden Transparenz des Energieverbrauchs. Effiziente Messtechniken sind nicht immer flächendeckend implementiert, sodass der Verbrauch meist nur gebäudeweit und nicht differenziert nach Bereichen, Nutzungszeiten oder individuellen Nutzern erfasst wird. Hier schaffen digitale Energiemanagementsysteme wie die „better.energy“-Lösung Abhilfe, indem sie den Energieverbrauch in Echtzeit messen, analysieren und visualisieren, was eine präzisere Steuerung ermöglicht.
Digitalisierung und effektives Kostenmanagement
Oft ist das Personal mit der effizienten Betriebsführung von Energieanlagen überfordert, da es an spezifischem Know-how und den notwendigen Werkzeugen mangelt. Auch moderne Heizsysteme entfalten ihr volles Potenzial nicht, wenn sie fehlerhaft oder gar nicht konfiguriert werden. Die Digitalisierung und Automatisierung bieten hier Lösungen für zentrale Verbrauchsmessungen und die intelligente Steuerung von Heiz- und Kühlsystemen, auch ohne bauliche Eingriffe im laufenden Betrieb. Darüber hinaus stellen zahlreiche elektrische Geräte in Nichtwohngebäuden, die oft rund um die Uhr in Betrieb sind, erhebliche Stromfresser dar. Hier kann intelligentes Lastmanagement strategisch den Stromverbrauch steuern und Einsparpotenziale identifizieren.
Ein wesentliches Hindernis für Nachhaltigkeitsfortschritte sind Investitionsstaus und begrenzte Budgets für Sanierungen, Digitalisierung und Modernisierung. Um dies zu überwinden, wird eine dreigliedrige Investitionsstrategie vorgeschlagen. Diese beinhaltet die Nutzung von Fördermitteln, den Einsatz von Contracting-Modellen sowie die Priorisierung von Maßnahmen basierend auf ihrem Einsparpotenzial und der Amortisationsdauer. Als Beispiel für die Wirksamkeit solcher Maßnahmen in Pflegeheimen wurden spezifische Einsparpotenziale und Amortisationszeiten ermittelt:
- —Hydraulischer Abgleich: Einsparung von 10–15% der Heizkosten, Amortisationszeit 1–2 Jahre.
- —Intelligente Heizkörpersteuerung: Einsparung von 10–30% der Heizenergie, Amortisationszeit 1–3 Jahre.




