Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen hat anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Baugenehmigungszahlen die Notwendigkeit von umfassenderen Maßnahmen zur Stärkung des Wohnungsbaus in Deutschland betont. Obwohl die Zahlen nicht gesunken sind, reiche die aktuelle Entwicklung nicht aus, um den bestehenden Wohnraumbedarf zu decken und die Branche nachhaltig zu beleben.
BFW-Präsident Dirk Salewski erklärte in Berlin, dass die Situation als „besser als nichts, aber nicht annähernd genug“ zu bezeichnen sei. Er stellte heraus, dass ein Anstieg von lediglich 1.700 genehmigten Wohnungen im Vergleich zum Vorjahresmonat keine substanzielle Verbesserung darstellt. Die Diskrepanz zwischen Genehmigung und tatsächlicher Fertigstellung bleibe ein signifikantes Problem.
Fertigstellungszahlen unter Bedarf
Die Fertigstellungszahlen des vergangenen Jahres untermauern die Dringlichkeit weiterer Schritte. Mit 206.600 neuen Wohnungen lag die Anzahl der fertiggestellten Einheiten deutlich unter dem prognostizierten Bedarf. Dies verdeutlicht, dass die Genehmigungsaktivitäten allein nicht ausreichen, um die angestrebten Ziele zu erreichen und den Wohnungsmarkt zu entlasten. Es bedarf einer Beschleunigung im gesamten Bauprozess, von der Planung bis zur Realisierung.
Salewski sieht in der aktuellen Phase eine Gelegenheit, gezielte Impulse zur Ankurbelung des Wohnneubaus zu setzen. Er forderte hierfür eine Sonder-Afa (Absetzung für Abnutzung) sowie zusätzliche flankierende Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung von Bauinvestitionen. Eine investitionsfreundliche Politik sei unerlässlich, um das Vertrauen der Branche zu stärken und Kapital für neue Projekte zu mobilisieren.
Die anstehende Investorenkonferenz in Frankfurt am Main, an der Bundesfinanzminister und Bundesbauministerin teilnehmen, wird als eine wichtige Plattform für die Erörterung und Umsetzung dieser Forderungen betrachtet. Salewski hob hervor, dass der grundlegende Ansatz der Bundesregierung, insbesondere in Kombination mit Instrumenten wie dem Gebäudetyp E, der Novellierung des Baugesetzbuches (BauGB) und dem sogenannten Bau-Turbo, positive Effekte für das Wachstum des Wohnungsbaus erzielen kann. Es bestehe die Erwartung, dass diese Maßnahmen in ihrer Gesamtheit zu einem nachhaltig positiven Investitionsklima beitragen und das Bauvolumen in Deutschland erhöhen. Die Kombination verschiedener politischer Instrumente soll dazu beitragen, regulatorische Hürden abzubauen und administrative Prozesse zu verschlanken.
- —Sonder-Afa als Investitionsanreiz
- —Flankierende Maßnahmen zur Stärkung des Wohnungsneubaus
- —Einsatz des Gebäudetyps E und BauGB-Novelle
- —Nutzung des Bau-Turbos zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen




