In weniger als sieben Monaten versammelt sich die internationale Bauwirtschaft auf der BAU 2027 in München. Die Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, die vom 11. bis 15. Januar 2027 stattfinden wird, dient als zentrale Plattform für die Darstellung zukunftsfähiger Lösungen und Produkte. Themenschwerpunkte umfassen die Schaffung von Wohnraum unter effizientem Ressourceneinsatz sowie die Implementierung klimagerechter Architektur.
Die Baubranche befindet sich derzeit in einer Transformationsphase. Wohnungsbau, Infrastrukturprojekte und Sanierungsarbeiten unterliegen einem hohen Kosten- und Zeitdruck. Parallel dazu steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Produktivität kontinuierlich an. Bauunternehmen sind gefordert, unter reduzierten Fachkräftebeständen und oft komplexeren Rahmenbedingungen umfassendere Leistungen zu erbringen. Die BAU bietet in dieser Phase der Neuorientierung eine wesentliche Plattform für den fachlichen Austausch.
Bereits über ein halbes Jahr vor Messebeginn verzeichnet die Veranstaltung eine positive Resonanz. Zahlreiche führende Unternehmen, darunter Agrob Buchtal, Assa Abloy, Bechmann, dormakaba, Fritz Egger, Erlus, Geze, Gretsch-Unitas, Hörmann, Kleusberg, Renson, Schüco, Sika und Tarkett, haben ihre Teilnahme bereits bestätigt. Der aktuelle Anmeldestand entspricht dem Vergleichszeitraum der Vorveranstaltung, was ein Indikator für das ungebrochene Interesse der Branche ist. Cornelia Lutz, Projektleiterin der BAU, interpretiert die hohe Ausstellernachfrage als Ausdruck des brancheninternen Optimismus. Sie hob hervor, dass die Unternehmen proaktiv agieren und die zukünftige Entwicklung mitgestalten wollen. Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld sei der Austausch und die Entwicklung von Innovationen für die Zukunft des Bauens von entscheidender Bedeutung.
Vier Leitthemen der BAU 2027
Die BAU 2027 konzentriert sich auf vier übergeordnete Leitthemen, die sich durch die verschiedenen Ausstellungsbereiche, Vortragsprogramme und Sonderschauen ziehen. Diese Themen adressieren die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Bauwirtschaft und bieten Orientierung für Lösungsansätze.
- —Lebensraum im Wandel: Dieses Thema fokussiert sich auf flexible, barrierefreie und bezahlbare Wohn- und Quartierskonzepte, die unterschiedlichen Lebensphasen gerecht werden. Es beinhaltet die verbesserte Nutzung bestehender Gebäude, die Umwandlung von Leerstand in Wohnraum sowie die Vereinfachung von Bauprozessen. Ziel ist die Schaffung schnelleren und wirtschaftlicheren Wohnraums bei Wahrung von Qualität. Alho und Hamberger Flooring präsentieren zugehörige Innovationen.
- —Material und Ressource: Hier steht der verantwortungsvolle Umgang mit Baustoffen, Gebäudebestand und grauer Energie im Vordergrund. Aspekte wie der Erhalt und die Umnutzung von Gebäuden, klimagerechte Materialentscheidungen und ressourcenschonende Bauweisen werden behandelt. Digitale Produktpässe und Materialkataster bilden die Grundlage für eine Kreislaufwirtschaft im Bau. Schlagmann Poroton und Würth zeigen hierzu Lösungen auf.
- —Digitalisierung und Produktivität: Der Wandel zu effizienteren, vernetzten und datenbasierten Prozessen in Planung, Bau und Betrieb wird thematisiert. Digitale Werkzeuge wie generatives Design, digitale Zwillinge und smarte Gebäudeinfrastruktur sollen Kosten- und Effizienzdruck mindern. Eine erhöhte digitale Kompetenz und bessere Integration von Prozessen sind hierbei entscheidend. Nemetschek ist einer der Aussteller im Bereich digitale Lösungen.
- —Klimaschutz und Klimaanpassung: Dieser Bereich widmet sich der Aufgabe, Gebäude, Städte und Quartiere emissionsärmer und widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen wie Hitze und Starkregen zu gestalten. Maßnahmen wie Entsiegelung und das Schwammstadtprinzip tragen zur Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität bei. Caparol sowie Stiebel Eltron sind hier mit neuen Ansätzen vertreten.
Des Weiteren wird die BAU im Januar 2027 das Thema Serielles und Modulares Bauen vorantreiben. Eine Kooperation mit dem Fachverband Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg und ein dedizierter Ausstellungsbereich in Halle A2 unterstreichen die Bedeutung dieser Bauweise für Effektivität und Kosteneinsparungen. Erstmals wird auch das Format „BLACK BOX“ eingeführt, das Bauprozesse, Schnittstellen und Anwendungen jenseits isolierter Produktpräsentationen sichtbar macht. Ein weiterer neuer Ausstellungsbereich wird dem Innenausbau gewidmet und einen Teil der Halle A4 einnehmen. Der Erwerb von Tickets für die BAU 2027 wird voraussichtlich ab Mitte August 2026 online möglich sein.




