HIAG, ein führendes Immobilienunternehmen mit einem Portfolio von rund CHF 2.1 Mrd., meldete für das erste Halbjahr 2026 eine deutliche Steigerung des Reingewinns. Dieser erhöhte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 90.4% auf CHF 85.0 Mio. (H1 2025: CHF 44.6 Mio.). Bereinigt um Wertänderungen stieg der Reingewinn um 80.2% auf CHF 36.9 Mio. (H1 2025: CHF 20.5 Mio.). Die annualisierte Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 13.3% (H1 2025: 7.7%) respektive 6.0% (H1 2025: 3.6%) vor Wertänderungen.
Die wesentlichen Faktoren für diese Entwicklung waren der erfolgreiche Verkauf von Eigentumswohnungen auf dem Areal «Chama» in Cham (ZG), der einen Ergebnisbeitrag von CHF 23.3 Mio. generierte (H1 2025: CHF 0 Mio.). Hinzu kamen positive Wertänderungen im Immobilienportfolio von CHF 53.4 Mio. (H1 2025: CHF 26.6 Mio.) sowie ein Erfolg aus Devestitionen nicht mehr strategiekonformer Bestands- und Entwicklungsliegenschaften in Höhe von CHF 6.1 Mio. (H1 2025: CHF 3.5 Mio.). Die Devestitionen sowie Kündigungen führten temporär zu einem Rückgang des Liegenschaftsertrags um 3.3% auf CHF 38.0 Mio. (H1 2025: CHF 39.3 Mio.), der jedoch innerhalb der Erwartungen lag. Der Like-for-like-Liegenschaftsertrag verzeichnete eine Zunahme von 3.8% (H1 2025: 7.9%). Für das Jahresende wird erwartet, dass die Mieterträge das Vorjahresniveau leicht übertreffen, bedingt durch fertiggestellte Projekte in Cham (ZG) und Zürich-Altstetten.
Entwicklungsfortschritte und Portfoliooptimierung
Der Leerstand im gesamten Immobilienportfolio konnte im Berichtszeitraum weiter reduziert werden und lag zum 1. Juli 2026 bei 2.8% (1. Januar 2026: 3.2%). HIAG plant, durch künftige Projektfertigstellungen und gezielte Akquisitionen die Mietertragsbasis in den kommenden Jahren auszubauen und die Ertragskraft des Bestandsportfolios zu stärken. Die Fortschritte in der Projektentwicklung trugen massgeblich zur Nettoaufwertung des Immobilienportfolios um CHF 53.4 Mio. im ersten Halbjahr 2026 bei, wovon CHF 39.7 Mio. auf das Entwicklungsportfolio und CHF 13.6 Mio. auf das Bestandsportfolio entfielen.
Im Bereich der Projektentwicklungen wurden mehrere bedeutende Meilensteine erreicht. Das 80 Meter hohe Wohnhochhaus «Alto» mit Gewerbesockel in Zürich-Altstetten wurde im März 2026 frist- und budgetgerecht fertiggestellt; alle 149 Mietwohnungen und Gewerbeflächen waren kurz nach Fertigstellung vermietet. Die jährlichen Mieterlöse daraus belaufen sich auf CHF 6.3 Mio. Auch die zweite Etappe der Wohnbauentwicklung «Chama» in Cham (ZG) verzeichnete Erfolg, mit 67 Mietwohnungen, die Monate vor Bezug voll vermietet waren. Bei den 73 Eigentumswohnungen wurde bis Mitte 2026 ein Vermarktungsstand von 96% erreicht, wodurch nur noch drei Einheiten verfügbar waren. Die Sanierung und Weiterentwicklung des denkmalgeschützten Industriegebäudes «Walzmühlehaus» in Frauenfeld (TG) für 30 Mietwohnungen und Gewerbeflächen soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. In Meyrin (GE) wurde mit der «NorthC Schweiz AG» ein über 30-jähriger Mietvertrag für den Gewerbebau «Hive6» zur Datacenter-Nutzung abgeschlossen; der Baustart erfolgte im März 2026, die Übergabe ist für Ende 2027 vorgesehen.
Ausblick und Transaktionsaktivitäten
Auf dem «Campus Reichhold» in Hausen/Lupfig (AG) schreiten die Bauarbeiten für das Bürogebäude und das Produktions- und Vertriebszentrum von «OC Oerlikon» planmässig voran. Für das Areal «Schönau» in Wetzikon (ZH) werden die rechtskräftigen Baubewilligungen für 118 Miet- und Stockwerkeigentumseinheiten in den nächsten Monaten erwartet. In Niederhasli (ZH) wird Ende 2026 mit den Baubewilligungen für die erste Bauetappe des Areals «Im Farn/Bahnhof Niederhasli» gerechnet, das rund 100 Miet- und 70 Eigentumswohnungen sowie 2’000 m² Dienstleistungs- und Gewerbeflächen umfassen soll. Ein Baugesuch für 29 Eigentumswohnungen wurde für die Liegenschaft am Kelchweg in Zürich-Altstetten eingereicht, mit Baustart Mitte 2027. Das geplante Investitionsvolumen für sich im Bau befindende oder kurz vor Baustart stehende Projekte beträgt rund CHF 278 Mio., mit einem erwarteten jährlichen Mietertrag von CHF 16 Mio. und einem angestrebten Erlös aus Stockwerkeigentumseinheiten von rund CHF 356 Mio.
Im Transaktionsgeschäft nutzte HIAG die hohe Nachfrage nach Immobilien. Die Übertragungen der Entwicklungsareale in Aesch (BL) und St. Maurice (VS) sowie einzelner Kleinflächen führten zu einem Erfolg aus Liegenschaftsverkäufen von CHF 6.1 Mio. (H1 2025: CHF 3.5 Mio.), wobei die Verkaufspreise durchschnittlich rund 40% über den Bilanzwerten lagen. HIAG verfolgt bei Akquisitionen einen disziplinierten und selektiven Ansatz, weshalb im ersten Halbjahr keine Erwerbungen erfolgten. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 92.7% auf CHF 105.7 Mio. (H1 2025: CHF 54.9 Mio.), hauptsächlich bedingt durch den Vermarktungserfolg der Eigentumswohnungen des Projekts «Chama» und den positiven Neubewertungseffekt aus den Projektentwicklungen. Nach einem Vorjahr mit ausserordentlich tiefen Ertragssteuern durch steuerlich anrechenbare Verlustvorträge, wird für den Berichtszeitraum 2026 wieder mit üblichen Steuersätzen gerechnet.














