In der historischen Villa am Berliner Olympiapark feierte die Fördergemeinschaft Bauwesen e.V. am 17. Juni ihr 70-jähriges Bestehen. Der Vorsitzende, Dr. Bernd Ahlsdorf, hob die kontinuierliche Förderung von Bildung, wissenschaftlichem Austausch, fachlicher Qualität und Nachwuchs in der Bau- und Immobilienwirtschaft über sieben Dekaden hervor.
Die Bedeutung dieser Tätigkeit wurde von Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, unterstrichen. Sie verwies auf die zentrale Rolle der gebauten Umwelt bei aktuellen Herausforderungen, darunter nachhaltige Stadtentwicklung, die Transformation von Bestandsgebäuden, die Beschleunigung von Planungsprozessen sowie die Sicherung der Baukultur.
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, ergänzte, dass die Bau- und Immobilienwirtschaft derzeit mit steigenden Baukosten, komplexen Genehmigungsverfahren, Fachkräftemangel und einer zunehmenden regulatorischen Verdichtung konfrontiert sei. Parallel dazu bestünden hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimaschutz, während eine Investitionszurückhaltung durch wirtschaftliche Unsicherheiten zu beobachten sei. Sie betonte die Notwendigkeit starker Netzwerke, die Praxis, Wissenschaft und Politik zusammenführten und den Austausch förderten.
Verleihung des BauWerke-Exzellenzpreises
Im Rahmen des Jubiläums wurde der BauWerke-Exzellenzpreis zum sechsten Mal verliehen. Die Preisträger Sinan-Can Bozkurt und Hafsa Yildiz wurden für ihre Arbeit zum Thema urbane Transformation und infrastrukturelle Stadträume ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhielt im Jubiläumsjahr der Fördergemeinschaft eine besondere Symbolik, indem sie das Engagement junger Architekten für die Reparatur, Aktivierung und Weiterentwicklung der Stadt würdigte.
Prof. Kai Kummert, Jury-Vorsitzender, kommentierte, der BauWerke-Exzellenzpreis spiegele eine veränderte Architekturlehre wider. Die Themenschwerpunkte hätten sich innerhalb weniger Jahre von landschaftlich eingebundenen Entwürfen oder neuen Freizeit- und Aufenthaltsformen hin zu Transformation von Bestandsgebäuden, Umnutzung, Kreislaufwirtschaft und Stadtreparatur verschoben. Diese Entwicklung korrespondiere mit den aktuellen Aufgaben der Bau- und Immobilienwirtschaft. Studierende haben ab Oktober 2027 erneut die Möglichkeit, sich mit einer Arbeit an der BHT für den Preis zu bewerben.




