Der Bremer Senat hat eine umfassende Reform des Bauordnungsrechts verabschiedet. Diese Novelle zielt darauf ab, die Abläufe im Bauwesen zu optimieren, die Baukosten zu reduzieren und die Entwicklung von Bestandsimmobilien zu fördern. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) hat diese Neuausrichtung des sogenannten Bremer Weges positiv bewertet.
Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des vdw, äußerte sich zu diesem Beschluss. Sie betonte, dass eine Vereinfachung, Kostensenkung und Beschleunigung der Bauprozesse essenziell für eine Wende im Bereich des bezahlbaren Wohnungsbaus sei. Die vorliegende Novelle der Bremischen Landesbauordnung schaffe hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen.
Vier zentrale Aspekte der Bauordnungsreform
Aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft sind mehrere Punkte der Neuregelung von besonderer Relevanz. Eine Angleichung des Baurechts an die bundesweit etablierte Musterbauordnung wird als überfälliger Schritt gewürdigt. Diese Harmonisierung kann zu einer Reduzierung von Komplexität und einer Vereinheitlichung der Standards beitragen.
Des Weiteren wird die Einführung einer Genehmigungsfiktion als maßgeblich zur Beschleunigung von Antragsverfahren erachtet. Dies schafft mehr Planungssicherheit für Bauherren und Projektentwickler. Ein weiterer Kernpunkt ist die neue Umbauordnung, die eine effektivere Weiterentwicklung des vorhandenen Wohnungsbestandes ermöglicht. Dies beinhaltet spezifische Regelungen für Umnutzungen, den Ausbau von Dachgeschossen sowie Aufstockungen von bestehenden Gebäuden.
Der vierte hervorzuhebende Punkt betrifft den Wegfall der Stellplatzpflicht für Wohngebäude mit bis zu zehn Wohneinheiten. Diese Maßnahme führt nicht nur zu einer signifikanten Kostenentlastung für Bauvorhaben kleinerer Dimensionen, sondern reflektiert auch die aktuelle Mobilitätssituation in städtischen Ballungsräumen. In vielen Fällen verfügen Bewohner in Großstädten über kein eigenes Kraftfahrzeug, was diese Anpassung als zeitgemäß erscheinen lässt. Die Gesamtheit dieser Maßnahmen soll einen Beitrag zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Bremen leisten.














