Die Bundesbauministerin Verena Hubertz hat auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt am Main einen umfassenden Aktionsplan zur Senkung der Baukosten vorgestellt. Ziel dieser Initiative ist es, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Deutschland zu fördern und die Mobilisierung von privatem sowie institutionellem Kapital für den Wohnungsneubau zu intensivieren. An der Veranstaltung nahmen neben der Ministerin auch der Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sowie zentrale Akteure aus Politik, Immobilienwirtschaft und Investmentbranche teil.
Die Ministerin betonte die Notwendigkeit, sich von zu hohen Baukosten zu befreien, um den Wohnungsbau signifikant zu beleben. Der Aktionsplan umfasst 13 spezifische Maßnahmen, deren Fokus auf Digitalisierung, Effizienzsteigerung in Planungsverfahren und finanziellen Anreizen liegt. Eine Kernforderung ist die verbindliche Einführung des digitalen Bauantrags bis 2028, um Bürokratie abzubauen und Prozesse zu beschleunigen.
Struktur und Inhalt des Aktionsplans
Der Aktionsplan sieht einen Planungstakt vor, der die Dauer von Planverfahren von bisher rund 15 Jahren auf zukünftig zwei Jahre reduzieren soll. Zudem ist ein Bonussystem für verkürzte Bauzeiten vorgesehen. Im Bereich der finanziellen Anreize spricht sich die Ministerin für die Verlängerung der degressiven Abschreibung aus. Außerdem soll ein Wohnungsbaumodul innerhalb des Deutschlandfonds etabliert werden, um privates Kapital für den Wohnungsbau zu erschließen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und der Wirtschaft.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bekräftigte die politischen Ziele, zügiger und kostengünstiger zu bauen, um dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum entgegenzuwirken. Bis 2029 sind Rekordinvestitionen von insgesamt 23,5 Milliarden Euro in den sozialen Wohnraum und die Städtebauförderung geplant. Die Kooperation von öffentlichem und privatem Kapital wird durch den Deutschlandfonds als zentrales Instrument zur Hebelung privater Investitionen hervorgehoben. außerdem wurde die Gründung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft vorgeschlagen, um den Bund in die Lage zu versetzen, Wohnungen im größeren Stil zu errichten.
Hintergrund und Ziele der Initiative
Die kontinuierlich gestiegenen Baukosten der letzten Jahre belasten private Bauherren, Investoren und die öffentliche Hand gleichermaßen und werden als Hauptursache für die unzureichende Bautätigkeit in Deutschland identifiziert. Der nun vorgelegte Aktionsplan des Bundesbauministeriums beinhaltet ein Maßnahmenbündel, das kurz- und mittelfristig wirken und strukturelle Veränderungen herbeiführen soll. Hauptziel ist es, die bestehenden Kostentreiber systematisch anzugehen, Effizienzpotenziale zu heben und die Attraktivität von Investitionen in den Wohnungsbau wieder zu steigern.
- —Digitalisierung des Bauens
- —Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren
- —Einführung des Gebäudetyps E
- —Zentrales Förderprogramm für den Neubau
- —Verbesserung steuerlicher Anreize
Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfordert ein abgestimmtes Zusammenwirken aller beteiligten Akteure, um eine schnelle und nachhaltige Senkung der Baukosten zu realisieren und positive Effekte auf den gesamten Immobilienmarkt zu erzielen.




