Der anonym durchgeführte, einphasige Realisierungswettbewerb für die Urbane Mitte Süd am Gleisdreieck in Berlin wurde abgeschlossen. Das Preisgericht hat den Entwurf des Büros KSP Engel in Zusammenarbeit mit nsp landschaftsarchitekten stadtplaner mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Insgesamt hatten sich sieben Planungsteams an dem Wettbewerb beteiligt.
Der prämierte Entwurf zeichnet sich durch eine klare städtebauliche Setzung, eine robuste und zugleich differenzierte architektonische Ausgestaltung sowie eine harmonische Integration in den frequentierten Stadtraum am Gleisdreieck aus. Besonders hervorgehoben wurde die kraftvolle Ausbildung des Sockelbereichs, welcher diverse Nutzungen aufnimmt, den öffentlichen Raum stärkt und eine hohe Aufenthaltsqualität im Übergang zwischen dem Park und der Bebauung schafft. Die beiden geplanten Hochpunkte integrieren sich präzise in die stadträumliche Situation und entwickeln eine markante, jedoch zurückhaltend integrierte Silhouette.
Architektonische Herausforderungen und Nachhaltigkeitsanspruch
Gegenstand des Wettbewerbs war die Konzeption eines Gebäudeensembles auf den zwei südlichen Baufeldern der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck. Auf einer Geschossfläche von rund 23.750 Quadratmetern sind zwei Hochpunkte mit Höhen von circa 49 und 25 Metern vorgesehen, die durch einen gemeinsamen Sockelbau verbunden werden. Das Ensemble ist für eine vielfältige Nutzung konzipiert, welche Beherbergungsangebote sowie öffentlich orientierte Nutzungen in den unteren Geschossen umfasst. Dies beinhaltet Sportangebote, Gastronomiebetriebe und kleinteiliges Gewerbe.
Hohe Anforderungen an Architektur, Nachhaltigkeit, Flächeneffizienz und wirtschaftliche Realisierbarkeit bildeten zentrale Bewertungskriterien des Wettbewerbs. Der Vorhabenträger, die Urbane Mitte Am Gleisdreieck, verfolgt einen umfassenden Nachhaltigkeitsanspruch, der bereits durch eine Platin-Vorzertifizierung des gesamten Quartiers durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) belegt wird. Frau Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin des Landes Berlin, äußerte, der ausgezeichnete Entwurf begegne dem besonderen innerstädtischen Ort mit Robustheit und gestalterischer Kraft. Herr Dr. Simon Kempf, Geschäftsführer der Periskop Development GmbH, betonte, der Siegerentwurf finde eine überzeugende architektonische Antwort auf die spezifischen Anforderungen des Standortes und verbinde gestalterische Qualität, Nutzungsvielfalt sowie Nachhaltigkeit.
Zeitlicher Rahmen und nächste Schritte
Der Realisierungswettbewerb wurde von April bis August 2026 durchgeführt. Das Preisgericht setzte sich aus Fach- und Sachpreisrichtern zusammen, darunter unter dem Juryvorsitz von Prof. Markus Allmann, Frau Elise Pischetsrieder, Frau Jórunn Ragnarsdóttir, Frau Prof. Maren Brakebusch als Fachpreisrichter sowie Frau Prof. Petra Kahlfeldt, Herr Dr. Simon Kempf und Frau Tatjana Keil von Periskop Development als Sachpreisrichter. Der zweite Preis wurde an Kleihues + Kleihues mit POLA Landschaftsarchitekten vergeben, während zwei dritte Preise an Ortner & Ortner Baukunst mit st raum A sowie Baumschlager Eberle mit Luz Landschaftsarchitektur gingen.
Die Urbane Mitte Süd ist ein Bestandteil der umfassenden Quartiersentwicklung Urbane Mitte Am Gleisdreieck, die zwischen dem Park am Gleisdreieck und dem U-Bahnhof Gleisdreieck situiert ist. Der Bebauungsplan VI-140cab für die beiden südlichen Baufelder wurde am 26. Februar 2026 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen. Nach dem Abschluss des Wettbewerbs folgt nun die weitere Konkretisierung des Siegerentwurfs. Der Baubeginn ist für das Jahr 2027 vorgesehen.














