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Institutionelle Investoren fokussieren sich auf Wohnimmobilien und Infrastruktur

Ein neuer Investmentzyklus zeichnet sich bei Real Assets ab, in dem institutionelle Investoren angesichts höherer Finanzierungskosten und geopolitischer Unsicherheiten ihr Kapital selektiver in Wohnimmobilien und Infrastruktursegmente allokieren.

Institutionelle Investoren fokussieren sich auf Wohnimmobilien und Infrastruktur

Institutionelle Anleger zeigen eine deutliche Präferenz für Wohnimmobilien und Infrastruktursegmente in einem sich wandelnden Investmentumfeld. Dies geht aus der sechsten globalen Investorenbefragung von PATRIZIA hervor, an der über 100 institutionelle Investoren mit einem verwalteten Vermögen von bis zu einer Billion Euro teilnahmen. Die Befragung konstatiert, dass Investoren ihr Vertrauen in Märkte setzen, die durch robuste Nachfrage, langfristige strukturelle Trends und stabile Cashflows gekennzeichnet sind.

Die aktuelle Marktsituation, geprägt von erhöhten Finanzierungskosten und geopolitischen Unsicherheiten, führt zu einer disziplinierteren Kapitalallokation. Dies betrifft insbesondere Immobilien und Sachwerte. Im Immobilienbereich bleiben Wohnimmobilien, einschließlich spezialisierter Wohnformen, wie Studenten- und Seniorenwohnen sowie bezahlbarer Wohnraum, die präferierten Segmente. Erhebliche 77 Prozent der Befragten planen, diese Bereiche in den kommenden fünf Jahren auszubauen. Dabei sehen 40 Prozent der Investoren klassische Wohnimmobilien als besonders attraktiv an, gefolgt von bezahlbarem Wohnen mit 34 Prozent.

Jochen Reith, Head of Capital Markets DACH bei PATRIZIA, hob hervor, dass die Fundamentaldaten vieler europäischer Immobilienmärkte seit Jahren besser seien als die Marktstimmung. Investoren favorisierten Sektoren mit starker, langfristiger Nachfrage und resilienten Cashflows, weshalb die Bereiche Wohnen und spezialisierte Wohnformen besonders geschätzt würden. Ein strukturell geringes Angebot, demografische Entwicklungen und der Bedarf an modernen Wohnimmobilien schaffen demzufolge überzeugende, langfristige Anlagemöglichkeiten.

Infrastruktur im Fokus der Anleger

Gleichzeitig wächst das Interesse an Infrastrukturinvestitionen signifikant. Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) beabsichtigt, ihre Allokationen in Infrastruktur in den nächsten fünf Jahren zu erhöhen. Dies unterstreicht die Attraktivität langfristiger Infrastrukturinvestments für institutionelle Anleger. Besonderes Interesse gilt der Infrastruktur für Energiesicherheit und digitalen Infrastrukturlösungen, wobei 41 Prozent der Investoren planen, ihre Positionen im Bereich der Energiewende auszubauen. Soziale Infrastruktur verzeichnete mit 17 Prozent den stärksten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr.

Janin Söder, Head of Infrastructure Sales DACH bei PATRIZIA, merkte an, dass die Energiewende zunehmend unter den Gesichtspunkten Resilienz und Versorgungssicherheit betrachtet werde. Dies führe dazu, dass der Investitionsfokus über die reine Energieerzeugung hinaus auf Infrastrukturen für Energiesicherheit sowie dezentrale Systeme und digitale Infrastruktur erweitere. Lokale Investments gewinnen an Bedeutung, da die Nachfrage nach belastbaren, europaweit verteilten Netzwerken wächst. Sie ist davon überzeugt, dass diese Marktsituation für Investmentmanager mit klarer lokaler Expertise vorteilhaft ist, da viele der attraktivsten Investitionsmöglichkeiten eng mit der lokalen wirtschaftlichen Lage verbunden sind und ein tiefes Verständnis regionaler Entwicklungen erfordern.

Geopolitische Unsicherheit und Europa als stabiler Markt

Die geopolitische Volatilität beeinflusst die Investmentstrategien institutioneller Anleger erheblich, wobei rund 85 Prozent der Befragten einen moderaten oder signifikanten Einfluss auf ihre Real-Assets-Portfolios feststellen. Dies führt zu einer selektiveren Haltung bei der Wahl der Anlageklasse, der geografischen Lage und der Investmentpartner. Europa bestätigt seine Position als bevorzugtes Ziel für langfristige Investments. Nahezu jeder vierte Investor (24 Prozent) plant, seine Investments in Europa in den nächsten drei Jahren auszubauen, während lediglich vier Prozent eine Reduzierung beabsichtigen. Investoren priorisieren darüber hinaus aktive Asset-Management-Strategien, wie Refurbishments und ökologische Sanierungen, um die Werthaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ihrer Portfolios zu sichern und auf veränderte Anforderungen zu reagieren. Die Mehrheit der Befragten (rund zwei Drittel) strebt den Ausbau ihrer Allokationen in Core- und Core+-Ansätze an, was den Fokus auf resiliente Sektoren und qualitativ hochwertige Objekte unterstreicht.

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