Die Ergebnisse des RICS Global Commercial Property Monitor (GCPM) für das zweite Quartal 2026 zeichnen ein im Aggregat stabiles und leicht verbessertes Bild des globalen Gewerbeimmobilienmarktes. Der Commercial Property Sentiment Index (CPSI) stieg von -3 im ersten Quartal auf -1, was eine Annäherung an den neutralen Bereich indiziert. Diese Entwicklung setzt den Aufwärtstrend fort, der seit der zweiten Jahreshälfte 2024 zu beobachten ist, auch wenn die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten zu Beginn des Jahres einen Rückschlag verursacht hatte. Auf Länderebene zeigen sich jedoch deutliche Verschiebungen, mit einer Abschwächung zuvor starker Märkte und Verbesserungen in ehemals schwierigen Segmenten.
Die Kreditbedingungen präsentieren sich weiterhin heterogen. In einigen Märkten konnte eine partielle Umkehr der im ersten Quartal festgestellten Verschärfung registriert werden. Das globale Umfeld bleibt dennoch von Unsicherheiten geprägt, insbesondere durch jüngste Energiepreissteigerungen und anhaltende geopolitische Spannungen. Diese Faktoren haben die Sorgen hinsichtlich Inflation, Zinserwartungen und der Volatilität an den Anleihemärkten verstärkt. Nichtsdestotrotz zeigten die Nutzermärkte eine anhaltende Widerstandsfähigkeit, mit einem globalen Occupier Sentiment Index (OSI), der auf null stieg, nach -2 im Vorquartal.
Regionale Entwicklungen und spezifische Märkte
Die Region Amerika verzeichnete mit einem CPSI von +12 eine weiterhin führende Position, nach +10 im ersten Quartal. Diese positive Dynamik wird maßgeblich von den Vereinigten Staaten beeinflusst, wo der CPSI auf +13 stieg. Kanada wechselte mit +3 in den positiven Bereich. In den USA wird insbesondere die Stärke des Industriesegments sowie eine Verbesserung im Bürobereich hervorgehoben, unterstützt durch eine Erholung der Kreditvergabe und vorhandene Liquidität. Europa zeigte ebenfalls ein leicht günstigeres Ergebnis; der CPSI bewegte sich mit -6 in Richtung null. Frankreich und Italien, die zuvor schwache Werte aufwiesen, verbesserten sich, wobei Italien mit +4 wieder in den positiven Bereich zurückkehrte.
Irland verbesserte sich auf +14 und Großbritannien auf -8. Deutschland verzeichnete einen leichten Rückgang auf -23, was die anhaltende Zurückhaltung in den Metropolen des Landes widerspiegelt. Polen und Spanien bleiben mit +27 beziehungsweise +26 weiterhin die stärksten europäischen Märkte. Im Gegensatz dazu erlebte die Region Middle East Africa (MEA) den stärksten Rückgang, beeinflusst durch anhaltende Konflikte. Die Vereinigten Arabischen Emirate verzeichneten einen deutlichen Rückgang auf -32. Saudi-Arabiens CPSI liegt mit +15 unter früheren Höchstwerten, zeigt aber weiterhin solide Fundamentaldaten. Die Stimmung in Südafrika blieb mit +13 positiv. Die Region APAC blieb mit einem CPSI von -12 weitgehend unverändert, mit leichten Verbesserungen in China und Hongkong, jedoch einem Rückgang in Japan auf +27.
Nutzernachfrage und Kreditkonditionen
Die globale Nutzernachfrage über alle Immobiliensegmente hinweg hielt sich gut, mit einem Nettosaldo von +10 %, was eine positive Dynamik bei den Vermietungsaktivitäten signalisiert. Amerika wies weiterhin die stärksten Fundamentaldaten auf den Nutzermärkten auf, der OSI stieg auf +15, und die Nutzernachfrage erhöhte sich auf +36 %. Dies korrespondiert mit der Beobachtung einer stärkeren Büropräsenz und anhaltender Dynamik bei der Vermietung von Industrie- und Logistikflächen. Die Nutzernachfrage in MEA blieb mit +11 % deutlich positiv, wenngleich eine Abschwächung gegenüber dem Vorquartal festzustellen ist. In Europa verbesserte sich der Nettosaldo der Nutzernachfrage leicht auf -2 %.
- —Ungarn: Nettosaldo Kreditbedingungen steigt auf +72 % (nach +11 %)
- —Singapur: Nettosaldo Kreditbedingungen steigt auf +33 % (nach -14 %)
- —Polen: Nettosaldo Kreditbedingungen steigt auf +50 % (nach +15 %)
- —China: Nettosaldo Kreditbedingungen steigt auf +37 % (nach +7 %)
In Großbritannien wurden die Kreditbedingungen ebenfalls als weniger restriktiv wahrgenommen, der Nettosaldo verbesserte sich auf -23 %. Die Finanzierungsbedingungen stellten jedoch in anderen Märkten weiterhin einen erheblichen Gegenwind dar. Die Divergenz der Entwicklungen unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung des globalen Gewerbeimmobilienmarktes.














