In der Zürcher Altstadt hat die Villa Florhof nach einer umfangreichen Revitalisierung ihre Tore als Lalique Boutique Hotel geöffnet. Das Projekt, dessen architektonische Planung und Umsetzung Monoplan unter der Leitung von Josep Ribes und Alexandra Verburg verantwortete, erstreckte sich von Dezember 2023 bis zur Eröffnung am 1. August 2026. Das Gebäude in der Florhofgasse 4 blickt auf eine Historie von über 600 Jahren zurück, mit urkundlichen Erwähnungen seit dem Jahr 1447. Bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert wurde das Anwesen als Hotelbetrieb geführt.
Seit 1973 stehen wesentliche Bestandteile des Ensembles unter Denkmalschutz. Dies umfasst die Nord-, West- und Südfassaden, das historische Eingangsportal sowie verschiedene Innenelemente wie Eichentüren, eine Stuckdecke im zweiten Obergeschoss und einen blau-weißen Turmofen im Empfangsbereich. Über die Jahrzehnte hinweg diente der Florhof als Rückzugsort für Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, darunter Schriftsteller, Schauspieler und Musiker.
Umfassende Transformation und Denkmalpflege
Die Transformation des historischen Stadthauses zielte darauf ab, das Gebäude technisch und funktional an die Anforderungen eines zeitgemäßen Boutique-Hotels anzupassen. Gleichzeitig erfolgte eine sorgfältige Restaurierung und Bewahrung der denkmalgeschützten Elemente. Die interne Neuorganisation des Gebäudes, die Integration moderner technischer Gebäudeausrüstung sowie die Schaffung eines stützenfreien Restaurantbereichs bildeten zentrale Aufgaben des Projekts. Dabei war es maßgeblich, das Gestaltungskonzept von Lalique harmonisch in die historischen Gegebenheiten des Hauses zu integrieren.
Josep Ribes, Projektleiter bei Monoplan, betonte, dass aufgrund der Größe des Projekts jedes Detail entscheidend gewesen sei. Der denkmalgeschützte Bestand habe einen besonders sorgfältigen Umgang erfordert. Ziel sei es gewesen, den Charakter des Hauses zu bewahren und gleichzeitig die Anforderungen eines modernen Hotelbetriebs zu erfüllen. Alexandra Verburg, Team- und Gesamtleiterin des Projekts bei Monoplan, ergänzte, dass bei Hospitality-Projekten stets die Perspektive des Gastes im Vordergrund stehe, um ein durchgängiges Erlebnis zu gewährleisten.
Ausstattung und Designkonzept
Die Villa Florhof beherbergt nun 13 individuell gestaltete Zimmer und Suiten. Ergänzt wird das Angebot durch eine Bar-Brasserie, einen Gewölbeweinkeller mit Verkostungsbereich, den Davidoff Salon und drei Terrassen. Die Hauptterrasse, bereits vor dem Umbau ein geschätzter Ort in der Zürcher Altstadt, bleibt ein zentrales Element des Hauses. Die Eröffnung eines Signature Restaurants ist für den Spätherbst 2026 vorgesehen. Monoplan koordinierte sämtliche Planungsbeteiligten und Fachgewerke, um ein präzises Ineinandergreifen von Architektur, Tragwerksplanung und Gebäudetechnik sicherzustellen.
Das Innenarchitekturkonzept, entwickelt von Green & Mingarelli Design, orientiert sich an der Ästhetik von Lalique. Architekturglas- und Kristallelemente sowie ein exklusiv für das Projekt entwickeltes Seidenfaltermotiv des Lalique Design Studios prägen die öffentlichen Bereiche. Die individuellen Zimmer greifen dieses Konzept auf und sind ikonischen Kreationen von René Lalique gewidmet. Die Lage der Villa Florhof zwischen Kunsthaus, Universität und Limmat verbindet die Ruhe eines historischen Stadthauses mit der Nähe zu den kulturellen Einrichtungen Zürichs.














