Der europäische Büromarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 eine differenzierte Entwicklung der Nachfrage, maßgeblich beeinflusst durch den Dienstleistungs- und Technologiesektor. Laut einer aktuellen Studie von Savills entfielen 24 Prozent der gesamten Büroflächenvermietungen in Europa auf den Bereich der Fach- und Unternehmensdienstleistungen. Dies stellt einen leichten Rückgang gegenüber den 26 Prozent des Jahres 2025 dar, wobei Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Beratungsunternehmen weiterhin aktiv am Markt agierten.
Ein signifikanter Wandel ist im Technologiesektor festzustellen, dessen Anteil an der Gesamtaktivität von 14 Prozent auf 22 Prozent anstieg. Diese Entwicklung wird sowohl durch expandierende Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz als auch durch die fortgesetzte Aktivität etablierter Technologieunternehmen getragen. Parallel dazu reduzierte sich der Anteil des Bank-, Versicherungs- und Finanzsektors von 21 Prozent auf 16 Prozent, was dem langfristigen Durchschnitt entspricht. Flexible Bürokonzepte, sogenannte Flex Offices, behielten ihren Anteil von drei Prozent an der Büronachfrage bei, da Unternehmen angesichts der Flächenknappheit in Top-Lagen verstärkt Übergangslösungen und Plug-and-Play-Dienstleistungen nachfragen.
Stabile Leerstandsraten und Mietpreisentwicklung
Die durchschnittliche Leerstandsrate für Büroflächen in Europa blieb im zweiten Quartal 2026 bei 9,4 Prozent stabil. Die Analyse von Savills differenziert diese Zahlen weiter: In zentralen Geschäftsvierteln (CBD-Lagen) lag die Leerstandsrate bei 4,9 Prozent. Besonders in erstklassigen CBD-Lagen betrug diese Rate nur rund 2 Prozent, was den Aufwärtsdruck auf die Spitzenmieten verstärkt. Diese geringere Leerstandsrate in CBD-Lagen im Vergleich zu früheren Marktzyklen reflektiert die gestiegene Präferenz der Mieter für zentral gelegene Büroflächen.
Mike Barnes, European Office Research Director bei Savills, hob hervor, dass Dublin, London West End, Berlin und München im ersten Halbjahr 2026 die stärkste Vermietungsaktivität im Vergleich zu ihren Fünfjahresdurchschnitten verzeichneten. Dublin zeigte ein Plus von 63 Prozent, London West End von 36 Prozent, Berlin von 30 Prozent und München von 28 Prozent. London West End profitierte hierbei von intensiver Aktivität im KI-Sektor, während Berlin und München größere Transaktionen der Commerzbank beziehungsweise von JetBrains abschlossen. Die starke Eigennutzer-Aktivität des Stadtrats von Dublin im ersten Quartal 2026 trug maßgeblich zur Überschreitung historischer Höchststände in der irischen Hauptstadt bei.
Anstieg der Spitzenmieten in Schlüsselmärkten
Die Spitzenmieten in Europa stiegen in den zwölf Monaten bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 um durchschnittlich 3,7 Prozent. München (+11 %), Frankfurt (+10 %) und Warschau (+10 %) führten diese Entwicklung an, da Mieter einen spürbaren Mangel an erstklassigen Flächen in den Metropolen meldeten. Die geringste Neubauaktivität seit über einem Jahrzehnt verstärkt das anhaltende Mietwachstum in den primären Märkten zusätzlich.
Christina Sigliano, EMEA Head of Global Occupier Services bei Savills, erläuterte, dass die durchschnittlichen Mieten für erstklassige Büroflächen in Europa seit Ende 2019 um 27 Prozent gestiegen sind. Dies ist das Dreifache des durchschnittlichen Mietanstiegs von 9 Prozent für Büroflächen in sekundären CBD-Lagen. Dieser Trend wird primär durch die Nachfrage der Mieter nach höherwertigen Flächen in zentralen Lagen erklärt, welche der Mitarbeitergewinnung und -bindung sowie der Modernisierung von Büroflächen zur Reduzierung von Scope-3-Emissionen dient.














