In Stuttgart entsteht an der Eberhardstraße 1 bis 5 ein neuer Gebäudekomplex mit der Bezeichnung CENTRAL. Die Realisierung dieses Vorhabens erfolgt durch eine Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen WOLFF & MÜLLER und DIRINGER & SCHEIDEL, die hierfür von dem Immobilien-Investment-Manager Hines mandatiert wurden. Das Projekt umfasst die Ersetzung des vormaligen Schwabenzentrums aus den 1980er Jahren durch einen Neubau mit sechs oberirdischen Geschossen, der auf den erhaltenen Untergeschossen errichtet wird. Der Komplex ist um einen Innenhof konzipiert und wird zukünftig eine Bruttogrundfläche von rund 16.000 Quadratmetern aufweisen.
Die Flächenverteilung des CENTRAL sieht eine umfassende Vermietung der Obergeschosse 1 bis 4 sowie des Dachgeschosses an das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte vor. Im Erdgeschoss sind Nutzungen für Gastronomie und Einzelhandel vorgesehen, ergänzt durch die Lobby für den Büromieter. Das erste Untergeschoss wird ebenfalls für Einzelhandelszwecke genutzt, während das zweite Untergeschoss Stellplätze und technische Einrichtungen beherbergen wird. Eine Besonderheit des Gebäudes stellen die mehreren Zugänge zur U-Bahn-Station Rathaus dar, die entlang und durch das Objekt geführt sind.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit und Bauablauf
Bernhard Bauer, Geschäftsführer der DIRINGER & SCHEIDEL Bauunternehmung Mannheim, unterstrich die Notwendigkeit eines regional starken Partners für das Projekt. Die Arbeitsgemeinschaft der beiden Unternehmen sei durch Wertschätzung gekennzeichnet und ermögliche Synergien. Die ARGE ist für die schlüsselfertige Erstellung des Gebäudekomplexes zuständig, inklusive der Ausführungsplanung. WOLFF & MÜLLER verantwortet hierbei Rohbau, Ausbau und Gebäudehülle. DIRINGER & SCHEIDEL ist für die technische Gebäudeausstattung und Elektrotechnik zuständig. Das Baufeld wurde Mitte Juni 2026 übernommen, wobei die Obergeschosse des Bestands bereits rückgebaut wurden. Die sukzessive Übergabe von Flächen an zukünftige Mieter zur nutzerspezifischen Ausgestaltung ist ab Oktober 2027 geplant. Die vollständige Übergabe des Gebäudes wird für Ende Mai 2028 erwartet.
Eine zentrale Herausforderung des Projektes bildet das Bauen im Bestand. Stephan Drews, Niederlassungsleiter Stuttgart bei der WOLFF & MÜLLER Hoch- und Industriebau GmbH & Co. KG, erläuterte, dass die Rohbaukonstruktion der beiden Untergeschosse ertüchtigt und durch zusätzliche Stützen sowie neue Deckenfelder erweitert wird, um die statischen Anforderungen des Neubaus zu erfüllen. Ferner ist die Anbindung an die U-Bahn-Station komplex, da deren Ausgang und Fluchtwege das Baufeld kreuzen und im Bauablauf temporär verlegt werden müssen. Eine Besonderheit bildet der Wiedereinbau der Natursteinfassade des ehemaligen Bestandsgebäudes im ersten Untergeschoss. Das Erdgeschoss erhält eine neue Natursteinfassade, während die Obergeschosse mit einer Pfosten-Riegel-Fassade aus Aluminium und weit auskragenden Fassadenschwertern versehen werden. Teile der Fassade werden zudem begrünt.
Nachhaltigkeit und digitale Prozesse
Die innerstädtische Lage an der Hauptstätter Straße sowie die Nähe zum Kaufhaus Breuninger bedingen eine anspruchsvolle Baulogistik. Hohe Standards gelten auch für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Gesundheit. Für das CENTRAL werden Zertifizierungen nach DGNB Platin, WiredScore und SmartScore angestrebt. Die Immobilie soll darüber hinaus die technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie für das Umweltziel 'Klimaschutz' erfüllen. Die Verwendung allergikerfreundlicher Bauprodukte nach AFBA-Anforderungen ist ebenfalls vorgesehen. Das Projektteam setzt Building Information Management (BIM) ein, um die komplexen Anforderungen digital zu bewältigen. Dies umfasst Kollisionsprüfungen, Mengenermittlungen sowie Bauablaufplanung und Visualisierung. As-Built-Modelle mittels Punktwolken unterstützen präzise Soll-Ist-Vergleiche und dienen als Grundlage für den späteren Gebäudebetrieb. Die Koordination der Baustellenabläufe erfolgt mittels Taktplanung und Taktsteuerung aus dem Lean Management.




