In Melle ist die erste Unterkunft im Rahmen des THW-Bauprogramms nach einer Bauzeit von etwa einem Jahr eingeweiht worden. Der Neubau dient dem THW-Ortsverband Melle und stellt einen Meilenstein für das bundesweite Programm dar. Die Realisierung des Projekts erfolgte in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) sowie den Bauverwaltungen der Länder, unter der Federführung des Amtes für Bundesbau Schleswig-Holstein (AfB).
Die Liegenschaft befindet sich auf einem circa 7.800 Quadratmeter großen Baugrundstück im Gewerbegebiet von Melle. Das Objekt umfasst ein etwa 1.000 Quadratmeter großes Gebäude sowie eine Halle, die 14 Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge des THW bereithält. Der Neubau beheimatet rund 150 ehrenamtliche Kräfte des THW-Ortsverbandes Melle. Hier finden ein Technischer Zug mit zwei Fachgruppen für Bergung sowie Notversorgung und Notinstandsetzung, ferner ein Fachzug für Führung und Kommunikation, adäquate Platzverhältnisse.
Effizienz und Zukunftsfähigkeit
THW-Präsidentin Sabine Lackner äußerte anlässlich der Einweihung in Melle, dass ein starker Zivil- und Katastrophenschutz eine belastbare und zukunftsfähige Basis erfordere, welche durch die neuen THW-Ortsverbände geschaffen werde. Die kurze Bauzeit wurde von Prof. Dr. Alexander von Erdély, Vorstandssprecher der BImA, der systematisierten Bauweise zugeschrieben. Er betonte, dass das THW-Bauprogramm hinsichtlich kosten- und zeiteffizienten Bauens des Bundes eine Vorreiterrolle einnehme.
Bundesweit wurden rund 200 THW-Standorte identifiziert, deren Unterkünfte nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Dies betrifft knapp ein Drittel aller THW-Ortsverbände. In einem ersten Schritt sollen 60 Standorte mittels eines Rahmenvertrags neu gebaut werden. Zusätzliche Finanzmittel, die die Bundesregierung Anfang 2026 im Rahmen des Pakts für den Bevölkerungsschutz bereitstellte, ermöglichen nun die Umsetzung aller rund 200 Neubaumaßnahmen.
Moderne Standards und Nachhaltigkeit
Die neuen THW-Ortsverbände erfüllen aktuelle Energie- und Umweltstandards. Sie bieten zudem ausreichend Raum für die komplexer gewordene technische Ausstattung sowie für die gestiegene Anzahl an ehrenamtlichen Einsatzkräften. Sabine Lackner hob hervor, dass das THW-Bauprogramm, insbesondere angesichts veränderter weltpolitischer Gegebenheiten, als wesentlicher Baustein für ein einsatzbereites und resilientes THW zu verstehen ist. Es trage maßgeblich zur Stärkung des Zivil- und Katastrophenschutzes in Deutschland bei.
Cedrik Strüver, Regionalstellenleiter des Staatlichen Baumanagements Region Nord-West, ergänzte, dass die neuen, barrierefreien Gebäude die Klassifizierung „Effizienzgebäude 40“ aufweisen. Er hob hervor, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit wesentliche Aspekte des Neubaus sind. Die Integration von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude und Hallen erhöhe zusätzlich die Energieunabhängigkeit, insbesondere im Falle eines Stromausfalls. Neben modernen Liegenschaften sind auch wirkungsvolle Strukturen, adäquate Ausbildungsinhalte sowie neue oder angepasste Ausstattungen entscheidend, um neuen Bedrohungslagen wie Ausfällen kritischer Infrastrukturen oder großflächigen Schadenslagen zukünftig zu begegnen. Dieser Prozess hat durch den Pakt für den Bevölkerungsschutz in Deutschland an Dynamik gewonnen.














