Projektentwicklung··3 min

MOD gewinnt ULI PropTech Innovation Challenge in der Schweiz

Das Zürcher Unternehmen MOD hat die vierte Auflage der ULI PropTech Innovation Challenge (PIC) in der Schweiz gewonnen, eine KI-gestützte Plattform zur Integration vorgefertigter Bauelemente.

KI-generiertMOD gewinnt ULI PropTech Innovation Challenge in der Schweiz – KI-generiertes Symbolbild
MOD gewinnt ULI PropTech Innovation Challenge in der Schweiz. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

MOD, ein Unternehmen aus Zürich, ist der Gewinner der vierten ULI PropTech Innovation Challenge (PIC) in der Schweiz. Die von MOD entwickelte Plattform nutzt künstliche Intelligenz, um Projektentwicklern und Architekten in frühen Planungsphasen die Prüfung des Potenzials vorgefertigter Bauelemente zu ermöglichen. Ziel ist es, die Integration von Vorfertigung in Bauprojekte zu vereinfachen, wodurch Bauvorhaben schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger realisiert werden können.

Das Urban Land Institute (ULI) richtet die PropTech Innovation Challenge europaweit aus, um innovative und skalierbare Lösungen für die Immobilienwirtschaft zu identifizieren und den Austausch zwischen etablierten Akteuren, Start-ups und der Technologiebranche zu fördern. Die von den ULI Young Leaders initiierte Initiative konzentrierte sich im Jahr 2026 auf das Leitthema Resilienz in der Immobilienwirtschaft. Gesucht wurden Beiträge, die die Widerstandsfähigkeit der gebauten Umwelt gegenüber wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Belastungen stärken.

Technologie und Anwendung

Die Schweizer Fachjury wurde von MOD durch einen Ansatz überzeugt, der die Möglichkeiten der Vorfertigung frühzeitig in den Planungs- und Entscheidungsprozess integriert. Die KI-Plattform, konzipiert in Zusammenarbeit mit der Universität Stanford, der ETH Zürich und der TU München, analysiert Entwürfe automatisiert. Sie gleicht benötigte Bauelemente und Mengen – darunter Wände, Treppenhäuser, Bäder oder Geschossdecken – mit Produktangeboten von Hunderten Vorfertigungsunternehmen ab. Berücksichtigt werden dabei technische Parameter, Produktionskapazität, Verfügbarkeit, Lieferdistanzen sowie Kosten. Dies ermöglicht es Projektentwicklern, Architekten und Planern, verschiedene Varianten bereits zu einem Zeitpunkt zu vergleichen, zu dem wesentliche Entscheidungen noch beeinflussbar sind.

MOD adressiert mit diesem Vorgehen zentrale Herausforderungen der Bau- und Immobilienwirtschaft, wie steigende Baukosten, lange Projektlaufzeiten und begrenzte Kapazitäten. Durch die frühzeitige Prüfung unterschiedlicher Vorfertigungsoptionen sollen datenbasierte Entscheidungen getroffen, Risiken minimiert und die Transparenz im Planungs- und Beschaffungsprozess erhöht werden. Marc Beermann, Mitgründer und CEO von MOD, betonte, dass der Anteil der Vorfertigung im Bauwesen global bei unter drei Prozent liege, obwohl die Branche und Politik sich einig seien, dass industrialisierte Baumethoden für ein schnelleres, wirtschaftlicheres und nachhaltigeres Bauen unerlässlich seien. Er führte aus, dass Vorfertigung in vielen Projekten zu spät in den Prozess eingebunden werde, oft erst nach Festlegung wesentlicher Planungsentscheidungen. Mit MOD werde es Bauherren ermöglicht, diese Entscheidung zu Beginn des Projekts zu treffen und Transparenz über geeignete vorgefertigte Lösungen, verfügbare Anbieter und die Auswirkungen verschiedener Varianten auf Kosten und Realisierung zu erhalten. Laut Herrn Beermann zeigten MOD-Projekte ein Einsparpotenzial bei den Baukosten von über 10 Prozent allein durch die Integration von Vorfertigung im Entwurf und eine intelligentere Orchestrierung der Lieferkette. Dies sei der Beitrag zur Erhöhung der Resilienz in der Projektentwicklung.

Jurybewertung und Wettbewerbsformat

Die Jury bewertete die eingereichten Lösungen anhand von drei Kriterien: potenzieller Impact, Innovationsgrad sowie die Wahrscheinlichkeit der Markteinführung und Adaption. Im Fokus standen umsetzbare, skalierbare und wettbewerbsfähige Innovationen, die resiliente Geschäftsmodelle fördern und zur langfristigen Tragfähigkeit von Immobilien beitragen. Sabine Georgi, Geschäftsführerin des ULI für Deutschland, Österreich und die Schweiz, erklärte, Resilienz in der Immobilienwirtschaft hänge zunehmend davon ab, wie früh Risiken erkannt und wie flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert werden könne. Sie hob hervor, dass gerade im Bauen erhebliche Potenziale in einer stärkeren Industrialisierung und Vorfertigung lägen. Georgi merkte an, dass MOD an einem entscheidenden Punkt ansetze, indem es die Möglichkeiten der Vorfertigung bereits in eine Phase bringe, in der Projektentwickler und Planer noch Wahlmöglichkeiten hätten. Die Kombination von Daten, Künstlicher Intelligenz und einem breiten Zugang zu Anbietern schaffe Transparenz und könne Kosten-, Termin- und Lieferkettenrisiken reduzieren, was die digitale Innovation zur Stärkung der Resilienz im Bau- und Immobiliensektor aufzeige.

Die PIC wird europaweit in zwei Phasen durchgeführt und begann 2026 mit sieben regionalen Wettbewerben in CEE (Polen, Tschechien), Frankreich, Deutschland, Griechenland und Zypern, Spanien und Portugal, der Schweiz sowie Großbritannien und Irland. Als Schweizer Gewinner qualifiziert sich MOD für das paneuropäische Grand Finale im September 2026. Der gesamteuropäische Sieger wird am 5. November 2026 beim C Change Summit in Dublin bekannt gegeben. In der Schweiz wurde die PIC 2026 von Robin Odermatt, Acquisition & Sales bei R2Partners, und Daniyal Mohtashamian, Transaction Manager bei Avobis Real Estate AG, geleitet.

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