Nach einer Periode verhaltener Umsätze konnte der Logistik- und Industrieimmobilienmarkt in Stuttgart im ersten Halbjahr 2026 eine bemerkenswerte Dynamik entwickeln. Der Gesamtflächenumsatz erreichte 129.500 m², wovon 118.100 m² oder 91 % auf Hallenflächen entfielen. Dies stellt einen Anstieg von 191 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar, was einer Steigerung um 77.550 m² entspricht und nahezu eine Verdreifachung des Vorjahreswertes bedeutet. Der aktuelle Fünfjahresdurchschnitt für Hallenflächen von 86.530 m² wurde hierbei um 36 % übertroffen. Büroflächen trugen 10.600 m² (8 %) zum Gesamtumsatz bei, Mezzaninflächen 800 m² (1 %).
Die Erholung wurde maßgeblich durch zwei Großabschlüsse getragen: Ein führendes Unternehmen aus der Automobilbranche und ein Produktionsunternehmen sicherten sich zusammen 45.460 m², was 35 % des Gesamtflächenumsatzes ausmacht. Diese Entwicklung weist auf eine Verfestigung der Marktlage hin. Bestandsobjekte dominierten das Mietgeschehen mit 127.000 m² (98 %), während Neubauten auf Brownfields lediglich 2.500 m² (2 %) ausmachten. Auffallend war, dass im Berichtszeitraum keine Eigennutzer am Markt in Erscheinung traten, wodurch die Region Stuttgart ein reiner Mietmarkt war.
Mietpreisentwicklung und regionale Verteilung
Die Spitzenmiete stieg zum Ende des ersten Halbjahres 2026 auf einen neuen Höchstwert von 8,70 €/m². Dies bedeutete eine Steigerung von 0,20 €/m² oder 2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und dem Jahresende 2025. Der Fünfjahresdurchschnitt von 8,26 €/m² wurde um 5 % überschritten. Die Durchschnittsmiete blieb stabil bei 7,00 €/m², was dem Niveau des Vorjahreshalbjahres und des Jahresendes 2025 entspricht. Hier wurde der Fünfjahresdurchschnitt von 6,68 €/m² ebenfalls um 5 % übertroffen.
Der Landkreis Ludwigsburg war mit 48.600 m² (38 %) die umsatzstärkste Teilregion. Ein Großabschluss eines Automobilunternehmens trug hier mit 31.720 m² (65 % des regionalen Ergebnisses) maßgeblich dazu bei. Der Rems-Murr-Kreis folgte mit 24.300 m² (19 %), wobei der Abschluss eines Produktionsunternehmens 13.740 m² (57 % des Umsatzes der Teilregion) ausmachte. Der Landkreis Esslingen belegte mit 22.500 m² (17 %) Rang drei, gefolgt vom Landkreis Böblingen mit 21.100 m² (16 %). Das Stadtgebiet Stuttgart erreichte 7.700 m² (6 %), der Landkreis Göppingen 5.300 m² (4 %).
Branchen und Flächengrößen
Die Industrie- und Produktionsbranche dominierte die Nachfrage mit 77.600 m² oder 60 % des Gesamtflächenumsatzes. Die beiden größten Abschlüsse des Halbjahres entfielen auf diese Nutzergruppe und stellten zusammen 45.460 m² (59 % des Branchenumsatzes) dar. Die Sammelgruppe „Sonstiges“ folgte mit 26.100 m² (20 %), während Logistik und Spedition 21.900 m² (17 %) erreichten. Der Handel spielte mit 3.900 m² (3 %) eine untergeordnete Rolle, wobei 3.250 m² auf den klassischen Handel und 650 m² auf den E-Commerce entfielen.
Großflächen ab 10.001 m² kehrten im ersten Halbjahr 2026 auf den Markt zurück und trugen 45.460 m² oder 35 % zum Gesamtflächenumsatz bei, nachdem in den beiden vorangegangenen Berichtszeiträumen keine Abschlüsse in dieser Größenklasse verzeichnet wurden. Flächen zwischen 3.001 m² und 5.000 m² folgten mit 28.090 m² (22 %). Die Größenklasse von 1.000 m² bis 3.000 m² erreichte 25.600 m² (20 %), während auf Flächen zwischen 5.001 m² und 10.000 m² 21.750 m² (17 %) entfielen. Kleinstflächen unter 1.000 m² machten 8.600 m² (6 %) aus.
- —Flächenumsatz: 129.500 m²
- —Spitzenmiete: 8,70 €/m²
- —Durchschnittsmiete: 7,00 €/m²
- —Anteil Bestandsobjekte: 127.000 m²




