Spatenstich für neues Archivgebäude der Arolsen Archives in Bad Arolsen
In Bad Arolsen hat der offizielle Baubeginn für ein modernes Archivgebäude der Arolsen Archives stattgefunden, das die weltweit größte Sammlung zu NS-Opfern beherbergen und zentral sichern wird.

Der offizielle Spatenstich markiert den Beginn der Bauarbeiten für ein neues Archivgebäude der Arolsen Archives in Bad Arolsen, gelegen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Realisierung dieses Projekts erfolgt unter der Federführung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesbau in Hessen.
Die Arolsen Archives verwalten das weltweit größte Archiv über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus. Die Bestände des Archivs, welche seit 2013 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählen, umfassen über 30 Millionen Dokumente. Diese beziehen sich unter anderem auf Holocaust-Opfer, Konzentrationslagerhäftlinge, ausländische Zwangsarbeiter sowie Überlebende der NS-Verfolgung.
Der Neubau wird in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Hauptgebäude der Arolsen Archives errichtet. Das Bauvorhaben zielt darauf ab, die international bedeutenden Dokumente zukünftig zentral, archivgerecht und nachhaltig zu sichern. Als Bauherrin und künftige Eigentümerin des Gebäudes fungiert die BImA. Die Umsetzung des Bauvorhabens liegt in den Händen des Bundesbaus in Hessen, der Bauabteilung der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main sowie des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH).
Die Fertigstellung des Projekts ist für Ende April 2028 geplant. Nach der Fertigstellung werden die Arolsen Archives das Gebäude als Mieterin nutzen. Elisabeth Krieter, Hauptstellenleiterin Facility Management der BImA-Direktion Koblenz, hob hervor, dass durch diesen Neubau optimale Bedingungen für den dauerhaften Erhalt und die wissenschaftliche Verwendung der Dokumente geschaffen werden. Diese Maßnahme demonstriere das Bekenntnis des Bundes zur Bewahrung und Zugänglichkeit dieser Sammlung und schaffe einen zentralen Ort für Gedenken und Forschung.
Hintergrund und Bedeutung des Bauvorhabens
Der Internationale Ausschuss, das Leitungsgremium der Arolsen Archives, sieht in dem neuen Gebäude ein Zeugnis für die Opfer und Überlebenden der NS-Verbrechen. Es unterstreiche, dass die internationale Gemeinschaft die Erinnerung anerkenne, würdige und bewahre. Moritz Wein, Direktor der Arolsen Archives, ergänzte, dass der Neubau einen Meilenstein für die internationale Bildungs- und Forschungsarbeit darstelle. Zum ersten Mal werde die Sammlung unter Bedingungen aufbewahrt, die ihrer historischen und weltweiten Bedeutung als UNESCO-Weltdokumentenerbe gerecht werden.
Der Neubau ist erforderlich, da die Institution ursprünglich nicht als Archiv konzipiert wurde; die Dokumente dienten anfänglich der Klärung von Schicksalen der NS-Opfer. Aktuell sind die Bestände auf drei Standorte in Bad Arolsen verteilt, wovon zwei angemietet sind. Durch das neue Gebäude können alle Dokumente an einem zentralen Ort zusammengeführt und sachgerecht archiviert werden. Dies beseitigt einen erheblichen Mehrbedarf an Fläche und sichert die langfristige Erhaltung der Bestände.
Das neue Gebäude wird eine Kapazität für 22.000 laufende Archivmeter bieten, inklusive eines zusätzlichen Bedarfs von 800 weiteren laufenden Metern. Zusätzlich ist ein 200 Quadratmeter großer Konferenzraum mit multifunktionaler Nutzung vorgesehen, welcher Raum für Veranstaltungen wie Vorträge, Workshops, Events und Ausstellungen bieten soll.
Wie Petra Zellner, Vertreterin des Direktors des LBIH, ausführte, zeichnet sich das Archivgebäude nicht nur durch seine Architektur aus, sondern auch durch unsichtbare, schützende Elemente. Die präzise klimatisierten Archivräume sind darauf ausgelegt, die langfristige Erhaltung der 30 Millionen UNESCO-Dokumente zu gewährleisten. Eine gesicherte Außenhülle schützt vor Einbruch und Vandalismus. Eine sauerstoffreduzierende Brandvermeidungsanlage, die auf Wasser verzichtet, dient dem Schutz der empfindlichen Dokumente im Brandfall.
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