STRABAG hat zusammen mit ihrer Konzerngesellschaft ZÜBLIN einen maßgeblichen Auftrag im Bereich der Wasserstraßeninfrastruktur akquiriert. Das Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg (WNA) beauftragte eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) von ZÜBLIN und der Bauer Spezialtiefbau GmbH mit dem Ersatzneubau der Schleuse Erlangen am Main-Donau-Kanal. Das Gesamtvolumen dieses Vorhabens wird mit circa 380 Millionen Euro beziffert.
Dieser Vertrag stellt das zweite signifikante Schleusenprojekt für die ARGE in der näheren Region dar. Bereits seit 2024 engagiert sich dieselbe Arbeitsgemeinschaft wenige Kilometer entfernt beim Ersatzneubau der Schleuse Kriegenbrunn. Die kontinuierliche Beauftragung in diesem Sektor untermauert die etablierte Position von STRABAG und ZÜBLIN in der Realisierung komplexer Infrastrukturprojekte, insbesondere im Rahmen der Modernisierung europäischer Wasserstraßen.
Infrastrukturelle Bedeutung des Vorhabens
Wasserstraßen stellen für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und Europas einen fundamentalen Faktor dar. Sie ermöglichen den effizienten Transport großer Gütermengen, stabilisieren Lieferketten und vernetzen industrielle sowie Handelszentren, wodurch sie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Der fortlaufende Investitionsbedarf in die Sanierung und Modernisierung dieser Infrastruktur ist entsprechend hoch. Die Arbeiten an den Schleusen Kriegenbrunn und Erlangen am Main-Donau-Kanal sind somit ein entscheidender Schritt zur Sicherung der langfristigen Funktionalität dieser bedeutenden Verkehrsachse.
Die ursprüngliche Schleuse Erlangen wurde Anfang der 1970er Jahre in Betrieb genommen. Ihr baulicher Zustand macht eine Instandsetzung oder Sanierung technisch unmöglich, was den Bedarf eines vollständigen Ersatzneubaus begründet. Die neue Schleusenanlage wird etwa 300 Meter nördlich des Bestandsstandortes in Massivbauweise errichtet. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer Ausführung mit minimaler Fugenanzahl, um die Langlebigkeit der Struktur zu gewährleisten. Die Abmessungen der neuen Schleusenkammer werden 12,50 Meter in der Breite – eine Erweiterung um einen halben Meter – und 190 Meter in der Länge betragen.
Das Projekt umfasst die Errichtung eines vollständigen Schleusenkomplexes, der aus verschiedenen essentiellen Komponenten besteht. Der Bau der neuen Schleuse ist bis zum Jahr 2033 terminiert. Während dieser Bauzeit wird der Main-Donau-Kanal weiterhin uneingeschränkt für den Binnenschiffsverkehr nutzbar bleiben. Die Außerbetriebnahme der alten Anlage erfolgt erst nach der vollständigen Inbetriebnahme des Ersatzneubaus, um die durchgehende Verkehrsfunktion der Wasserstraße zu garantieren.
- —Einlaufbauwerk und Oberhaupt
- —Schleusenkammer
- —Auslaufbauwerk, seitlich angeordnete Sparbecken
- —Leerschuss zur Wasserbewirtschaftung des Main-Donau-Kanals
Der Leerschuss ermöglicht die parallele Ableitung von Wasser an der Schleuse vorbei, um die Wasserbewirtschaftung im Main-Donau-Kanal zu optimieren. Darüber hinaus ist durch eine ökologisch konzipierte Gestaltung der Sparbecken vorgesehen, bei jedem Schleusungsvorgang eine Wassereinsparung von rund 60 Prozent zu realisieren. Dies unterstreicht den nachhaltigen Ansatz des Bauvorhabens.




