Transformation eines Industrieareals in Thansau zu einem Mischnutzungsquartier
Der Gemeinderat Rohrdorf hat den Aufstellungsbeschluss für die Revitalisierung des 4,4 Hektar großen RENOLIT-Werksgeländes in Thansau gefasst, um ein offenes, grünes Quartier mit Wohnen, Gewerbe, sozialer Infrastruktur und neuer Ortsmitte zu entwickeln.

Im Landkreis Rosenheim, genauer im Rohrdorfer Ortsteil Thansau, erfolgte durch den Gemeinderat der Aufstellungsbeschluss zur Bauleitplanung für die Konversion eines 4,4 Hektar umfassenden Industrieareals. Dieses Vorhaben zielt auf die Transformation der vormalig überwiegend versiegelten Fläche in ein urbanes Quartier mit Schwerpunkten auf Wohnnutzung, Gewerbe, sozialer Infrastruktur sowie der Schaffung eines neuen Dorfangers als belebte Ortsmitte.
Das betroffene Areal, welches seit März 2022 stillgelegt ist, gehörte dem international agierenden Kunststoffverarbeiter RENOLIT. Der Gemeinderat Rohrdorf hat am 23. April 2026 den formellen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst. Dieser Beschluss bildet die Grundlage, um das Entwicklungsvorhaben in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Bürgerschaft konkret voranzutreiben. Ziel ist die Umwandlung des bislang unzugänglichen und brachliegenden Industrieareals zu einem offenen, grünen Wohnquartier, welches zusätzlich Nutzungen wie Gewerbe, eine Kindertagesstätte, eine Bäckerei und ein Bürgerhaus integrieren soll. Damit wird auch das Potenzial für einen zentralen Dorfanger in der Ortsmitte von Thansau erschlossen.
Kooperation und historische Bedeutung des Standorts
Die Entwicklung des Areals an der Thansauer Fabrikstraße erfolgt in enger Abstimmung zwischen der Gemeinde Rohrdorf, dem Grundstückseigentümer RENOLIT und dem Projektentwicklungsbüro Inno und Ort GmbH. Letzteres agiert im Auftrag von RENOLIT als Projektentwickler und Projektsteuerer. Nach konstruktiven Gesprächen, in denen Rahmenbedingungen der Konversion abgestimmt wurden, erfolgte im April 2026 die Unterzeichnung einer gemeinsamen Vereinbarung in Worms, welche die Basis für den Aufstellungsbeschluss bildete.
Das Projekt besitzt eine hohe Bedeutung für die Entwicklung von Thansau. Der Ortsteil zeichnet sich durch ein heterogenes Ortsbild, einen hohen Anteil an Industrie und Gewerbe und das Fehlen einer gewachsenen Dorfmitte aus. Das ehemalige RENOLIT-Gelände bietet eine „historische Chance für eine Ortsmitte in Thansau“, so Bürgermeister Simon Hausstetter, der die Schaffung von Wohnraum und öffentlichen Flächen als zentrale Anliegen des Vorhabens betont. Die entstehende Ortsmitte soll „Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Lebensqualität“ verbinden.
Historisch betrachtet war der Standort an der Fabrikstraße ursprünglich eine Munitionsfabrik aus dem Ersten Weltkrieg. In den 1960er Jahren etablierte RENOLIT, ein Unternehmen mit Hauptsitz in Worms, dort eine Produktionsstätte für Folien im medizinischen Bereich, insbesondere für Infusionslösungen. Nach über 60 Jahren wurde dieser Produktionsstandort im März 2022 geschlossen.
Planungskonzept und Nachhaltigkeitsaspekte
Die städtebaulichen und landschaftsarchitektonischen Entwurfsüberlegungen wurden von Leupold Brown Goldbach Architekten (LBGO) und Mahl Gebhard Konzepte Landschaftsarchitekten (mgk) erarbeitet. Erste Ideen wurden bereits im Oktober 2025 bei einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt. Das Konzept sieht ein gut vernetztes Quartier mit kurzen Wegen und einfacher Orientierung vor. Eine zurückhaltend ausgeprägte Erschließungsstraße soll den Zugang für Individualverkehr ermöglichen, während das Innere des Quartiers bewusst autofrei gestaltet wird, um Begegnungsräume zu schaffen. Unterschiedliche öffentliche und private Räume sollen vielfältige Aufenthaltsqualitäten bieten, von belebt bis ruhig.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Umgang mit Artenschutz, Boden und Natur. Geplant ist der Rückbau versiegelter Flächen, die Stärkung natürlicher Bodenfunktionen und die gezielte Förderung der Biodiversität. Ziel ist die Transformation der ehemals stark versiegelten Areale in ein lebenswertes Umfeld. Dies umfasst auch den intensiven und frühzeitigen Austausch mit der Bevölkerung und den lokalen politischen Gremien, um einen Mehrwert für alle Beteiligten zu erzielen, wie Rüdiger Schätzler ergänzt.
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