Real Capital Solutions (RCS), ein in Colorado ansässiges Immobilieninvestmentunternehmen, hat einen neuen Fonds mit einem Volumen von $350 Millionen aufgelegt. Dieser Fonds wird sich auf den Erwerb notleidender Büroimmobilien der Klassen A und B in den Vereinigten Staaten konzentrieren. Der Fonds mit dem Namen RCS Contrarian Office Fund plant, mittels Leverage ein Transaktionsvolumen von bis zu $850 Millionen zu erreichen. Die Kapitalisierung des Fonds ist bereits durch eine persönliche Zusage von Marcel Arsenault, dem Gründer und CEO von Real Capital Solutions, in Höhe von $50 Millionen sowie eine weitere Zusage von $47,5 Millionen durch einen ungenannten Unternehmer gesichert.
Der Abschluss des Fonds wird für das erste Quartal 2027 erwartet. Marcel Arsenault äußerte sich zuversichtlich: „Obwohl der Büromarkt weiterhin einen Reset erlebt, glauben wir, dass die langfristigen Aussichten für erstklassige Büroimmobilien äußerst stark sind.“ Er betonte, dass Unternehmen weiterhin qualitativ hochwertige Arbeitsplätze benötigen, um Mieter anzuziehen, Innovationen zu fördern und Wachstum voranzutreiben, und dass solche Vermögenswerte sich langfristig überdurchschnittlich entwickeln werden.
Konträre Anlagestrategie in turbulenten Zeiten
Es ist nicht das erste Mal, dass RCS in Zeiten der Not am Büromarkt aktiv wird. Seit 2024 hat das Unternehmen bereits $644 Millionen in den Erwerb von 14 Büroimmobilien in 10 US-Märkten investiert. Zu diesen Akquisitionen gehören beispielsweise der Walnut Glen Tower und der Tower at Park Lane in Dallas, der Belleview Tower in Denver, Tysons Pointe in Northern Virginia, 101 Marietta Street in Atlanta sowie das Equitable Building in Chicago. Letzteres, ein 35-stöckiger Büro-Turm der Klasse A, wurde Anfang des Jahres für $132,5 Millionen erworben, was einem Abschlag von 77,8 Prozent gegenüber den Wiederbeschaffungskosten entspricht.
Adam Abeln, Chief Investment Officer und Managing Director bei RCS, führte die jüngsten Investitionsaktivitäten des Unternehmens auf einen „konträren Ansatz“ zurück, den RCS schon immer verfolgt habe. Er erklärte, dass man in der Regel belohnt werde, wenn die Preisgestaltung von den Marktfundamentaldaten abgekoppelt sei. Abeln merkte an, dass der gesamte Büromarkt heute mit dem gleichen Pinsel gemalt werde und die Abschläge über alle Kategorien hinweg gingen, unabhängig davon, ob es sich um Trophy-Immobilien oder Gebäude der Klasse A, B oder C handele. Der neue $350 Millionen RCS Contrarian Office Fund hat bereits potenzielle Akquisitionsziele in mindestens 15 verschiedenen Märkten identifiziert.
Die Historie von RCS zeigt eine konsequente Strategie, die in Marktabschwüngen investiert. Marcel Arsenault gründete RCS vor 42 Jahren und begann während der Spar- und Kreditkrise der späten 1980er und frühen 1990er Jahre in notleidende Gewerbeimmobilien zu investieren. Seit 2008 erzielte RCS laut eigenen Angaben eine Rendite von 24 Prozent bei 177 Investitionen. Insgesamt hat das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1984 mehr als $5 Milliarden in über 400 Gewerbeimmobilien-Akquisitionen investiert. Abeln betonte, dass RCS vor der globalen Finanzkrise 80 Prozent seines Portfolios verkauft und sich am Wohnimmobilienmarkt short positioniert habe, um $100 Millionen Kapital in die damals aufkommenden notleidenden Immobilien zu investieren.
Das Unternehmen war auch vor dem Abschwung im Jahr 2020 strategisch positioniert. Abeln berichtete, dass das Unternehmen sein Gewerbeimmobilienportfolio vor der Covid-19-Krise abgebaut habe. Dies habe sich als vorteilhaft erwiesen, da nach der Pandemie die Gelegenheit genutzt wurde, sich in eine günstige Position zu bringen und in Renditeobjekte zu investieren. Nun strebt RCS an, diese Strategie im Bürosektor in den späten 2020er Jahren fortzusetzen. Aus ihrer Perspektive sei man sich eines Wertwandels im Bürobereich bewusst gewesen, auch wenn dieser anders verlaufen mag als in früheren Zyklen. Es sei lohnenswert gewesen, Kapital dort einzusetzen.




