Die Real Estate Arena begeht in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen und hat sich in dieser Zeit als relevante Plattform für die deutsche Bau- und Immobilienwirtschaft etabliert. Auf dem Messegelände in Hannover präsentierten sich 420 Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet. Für die Veranstaltung am 10. und 11. Juni wurden über 8.000 Fachbesuchende erwartet, die sich intensiv mit den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Branche auseinandersetzen sollten.
Auf neun verschiedenen Bühnen sprachen mehr als 300 Experten über Lösungsansätze. Die begleitende REAL Future Conference ordnete die Bau- und Immobilienwirtschaft in den Kontext globaler wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen ein und beleuchtete deren Auswirkungen auf Investitionen, Projekte und Märkte.
Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG, betonte im Vorfeld der Veranstaltung die Fähigkeit der Plattform, auch in Phasen internationaler Krisen und nationaler Herausforderungen Lösungen für die Immobilienbranche zu entwickeln. Er hob hervor, dass auf der Real Estate Arena nicht nur Projekte initiiert, sondern auch konkrete Aufträge vergeben werden. Dies unterstreicht die Rolle der Messe als wichtiger Treffpunkt für Geschäftsanbahnungen.
Fokus auf pragmatische Lösungen und Effizienz
Ein zentrales Thema war der Wohnungsbau. Grant Hendrik Tonne, Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, sprach sich für pragmatische Reformen zugunsten des Wohnungsbaus aus. Er argumentierte, dass bezahlbarer Wohnraum durch Vereinfachung, schnellere Verfahren und Mut zur Umsetzung pragmatischer Lösungen entstehen könne, anstatt durch ständig neue Anforderungen. Das Ziel sei, das Bauen wieder einfacher, schneller und wirtschaftlicher zu gestalten.
Dr. Susanne Schmitt, Direktorin des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen (vdw), hob die hohen Kosten für den Wohnungsneubau sowie die Transformation von Bestandsimmobilien als größte Herausforderungen hervor. Die Real Estate Arena biete seit 2022 einen Rahmen für politische Gespräche und Netzwerkaktivitäten, insbesondere im Bereich der Digitalisierung. Es gehe darum, neue Lösungswege und innovative Methoden für die energetische und zukunftsgerechte Sanierung von Wohnungsbeständen zu finden, um Prozesse zu beschleunigen, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern.
Jörn P. Makko, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen e.V., bekräftigte die Notwendigkeit, mehr, schneller und einfacher zu bauen, wobei die Qualität erhalten bleiben und bürokratische Hürden abgebaut werden sollten.
Vernetzung und Innovation als Kernanliegen
Inga Frauendorf, Projektleiterin der Real Estate Arena, betonte die Bedeutung persönlicher Begegnungen und kuratierter Offline-Events in einer von digitaler Informationsflut geprägten Zeit. Die Messe schaffe gezielt Räume für den Austausch relevanter Akteure, um Kooperationen zu initiieren und konkrete Projekte anzustoßen. Neue Matchmaking- und Networking-Formate sollen diesen Austausch noch gezielter und effizienter gestalten.
Sarah M. Schlesinger, CEO von blackprint und Konferenzpartnerin, ergänzte, dass die inhaltliche Schärfe dieser Gespräche ein robustes Fundament bilde. Immobilien seien heute integraler Bestandteil der Energieversorgung, Sicherheit und wirtschaftlichen Resilienz. Diese Entwicklung erfordere neue Entscheidungen und einen erweiterten Kreis von Entscheidungsträgern, denen die REAL Future Conference eine Plattform biete.
- —Mehr als 200 PropTech-Unternehmen präsentierten sich, womit die Real Estate Arena als Europas größte Plattform für digitale Innovationen in der Immobilienwirtschaft gilt.
- —Im Rahmen der REAL Pitches stellten über 150 PropTechs ihre Innovationen vor und qualifizierten sich für den PropTech Germany Award 2026.
- —Die Konferenz erweiterte den Blick über klassische Immobilienthemen hinaus, indem Gebäude und Quartiere als Teil von Versorgung, Energie, Dateninfrastruktur und Sicherheit betrachtet wurden.
- —Es wurden konkrete Projekte, wie Europas größtes modulares Wohnquartier in Berlin, als Beispiel für serielles und modulares Bauen thematisiert.
Orla C. Nolan, Managing Partnerin & COO von blackprint, wies darauf hin, dass die REAL Pitches und der PropTech Germany Award eine Bühne schaffen, die Innovationstreiber und etablierte Unternehmen gezielt zusammenführt. Besucher erhielten direkten Zugang zu neuen Technologien, digitalen Lösungen und innovativen Geschäftsmodellen, darunter auch Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI).




