An der Kreuzung Landsberger Allee und Ferdinand-Schultze-Straße in Berlin-Lichtenberg wurde mit dem Setzen des letzten von rund 3.000 Modulen ein signifikanter Meilenstein für das Neubauprojekt der Gewobag in Kooperation mit Daiwa erreicht. Dieses Vorhaben, das bis in die Jahre 2026/2027 projektiert ist, sieht die Errichtung von insgesamt 1.548 Wohneinheiten vor, wovon 1.316 Wohnungen als mietpreis- und belegungsgebunden konzipiert sind. Der Anteil der mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung realisierten Einheiten beläuft sich auf rund 85 Prozent des Gesamtvolumens.
Die Finanzierungsstruktur des Projekts umfasst einen Fördermix aus Zuschüssen in Höhe von 28 Millionen Euro, zinsgünstigen Darlehen von 175 Millionen Euro, über 30 Millionen Euro aus KfW-Mitteln sowie einer Finanzierung von 60 Millionen Euro durch die Europäische Investitionsbank (EIB). Diese Konstellation ermöglicht die Realisierung von Kaltmieten, die sich in einem Korridor von 7,00 Euro pro Quadratmeter bis 11,50 Euro pro Quadratmeter bewegen werden. Ein Anteil von 20 Prozent der Wohnungen ist speziell für Inhaber des neuen Wohnberechtigungsscheins (WBS 220) vorgesehen, wodurch auch Haushalte mit mittlerem Einkommen Zugang zu diesen Wohnungen erhalten sollen.
Modulare Bauweise und städtebauliche Integration
Die Gebäude werden in einer modernen, recycelbaren Modulbauweise errichtet, welche eine Verkürzung der Bauzeit und eine Reduktion der CO₂-Emissionen zum Ziel hat. Das entstehende Quartier ist umfassend geplant und inkludiert neben den Wohngebäuden eine Kindertagesstätte, Flächen für die Nahversorgung, diverse Dienstleistungen und Gastronomiebetriebe. Des Weiteren sind rund 340 Tiefgaragenstellplätze sowie eine öffentliche Parkanlage von etwa 6.900 Quadratmetern mit integrierten Spiel- und Aufenthaltsflächen vorgesehen. Das Projekt setzt zudem hohe energetische Standards nach KfW 55 beziehungsweise KfW 55 NH und zeichnet sich durch begrünte, teilweise mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattete Dächer aus, was den Fokus auf nachhaltiges Wohnen unterstreicht.
Markus Terboven, Vorstandsmitglied der Gewobag, betonte die Bedeutung des Projekts für den bezahlbaren Wohnraum in Berlin und speziell im Bezirk Lichtenberg, wobei er die mehr als 1.300 mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungen als ein wichtiges Angebot für Haushalte mit geringen bis mittleren Einkommen hervorhob. Er führte aus, dass der ausgewogene Fördermix eine faire Preisgestaltung ermöglicht, die beispielsweise einem Zweipersonenhaushalt mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.300 Euro eine Zwei-Raum-Wohnung für 860 Euro sichern kann. Malte Bädelt, ebenfalls Vorstandsmitglied der Gewobag, unterstrich die Entwicklung eines lebendigen Quartiers durch die Integration von Infrastruktur wie der Parkanlage, Spielplätzen, Gewerbe und einer Kita, die ein vielfältiges, urbanes Umfeld schaffen soll.
Politische und industrielle Perspektiven
Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, hob die zukunftsweisende Natur des Projekts hervor und betonte die Rolle modularer und serieller Bauweisen als Treiber einer neuen Bauindustrie, die durch industrielle Vorfertigung eine effizientere Materialnutzung, verkürzte Bauzeiten und eine hohe Qualität sichere. Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, wies auf die Potenziale des modularen Bauens für neue Projekte in der Stadt hin und würdigte das Engagement der landeseigenen Wohnungsbauunternehmen für die Schaffung preiswerter Wohnungen. Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, hob den Beitrag der Gewobag zum Neubau von bezahlbarem Wohnraum hervor und betonte, dass die serielle Modulbauweise nachhaltiger, kostengünstiger und schneller sei. Manabu Hirabayashi, CEO von DaiwaHouse Europe, interpretierte die Fertigstellung des letzten Moduls als Zeichen des Vertrauens in die Zukunft des Wohnens in Deutschland und hob die langfristige Schaffung von bezahlbaren, nachhaltigen Wohnungen mit industrieller Stärke hervor.




