Die Immobilienwirtschaft diskutiert intensiv über den Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Beschleunigung von Analysen und Prozessen. Institutionelle Investitionsentscheidungen im Millionenbereich sind jedoch maßgeblich von der Qualität der zugrunde liegenden Daten abhängig. Die ProOmea GmbH identifiziert fragmentierte Daten, manuelle Prüfprozesse und unvollständige Entscheidungsgrundlagen als wesentliche Engpässe im aktuellen Marktgeschehen. Diese Schwachstellen beeinträchtigen nicht allein die Effizienz traditioneller Ankaufsprüfungen, sondern ebenfalls die Zuverlässigkeit generativer KI, die auf strukturierten und qualitativen Informationen basiert.
Wenn entscheidende Informationen wie Baurecht, Förderfähigkeit, Baukosten, Mietansätze oder Verwertungsszenarien fehlen, kann kein vollständiges Entscheidungsmodell erstellt werden. KI-Systeme füllen solche Lücken mit statistisch plausiblen Annahmen, was zu überzeugend klingenden, jedoch potenziell fehlerhaften Ergebnissen führt. Das Hauptrisiko besteht hierbei nicht in der Abwesenheit einer Antwort, sondern in einer plausiblen Antwort, die auf unzureichender Datenbasis beruht. KI kann somit Entscheidungen beschleunigen, dies betrifft auch fehlerhafte Beschlüsse.
Decision Intelligence als Lösung
ProOmea, ein Unternehmen aus Stuttgart, begegnet dieser Problematik mit seiner Decision Intelligence Plattform. Diese Plattform integriert Marktdaten, Förderstrukturen, Projektparameter und reale Transaktionsdaten in einem strukturierten Analyseprozess. Ziel ist die Schaffung belastbarer Grundlagen für Ankaufs- und Investitionsentscheidungen im Wohnungsbau. Ein internes IT-Team gewährleistet die kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Lösungen. ProOmea hat in den letzten Jahren die Realisierung von mehr als 1.000 Wohneinheiten in Deutschland begleitet.
Jeremy Justin Jahn, geschäftsführender Gesellschafter der ProOmea GmbH, betont, der eigentliche Engpass sei nicht ein Mangel an Technologie, sondern die Fragmentierung und Qualität der Datenstrukturen. Er verweist darauf, dass viele Marktteilnehmer Immobilieninvestitionen noch immer mit hohem manuellem Aufwand, heterogenen Datenquellen und klassischen Excel-Modellen prüfen. Dies stelle in einem volatilen Marktumfeld mit schwankenden Baukosten, komplexen Förderprogrammen und hohen Anforderungen institutioneller Investoren ein zunehmendes Risiko dar.
Herausforderungen im leistbaren Wohnungsbau
Der Ansatz von ProOmea erweist sich insbesondere im Bereich des leistbaren Wohnungsbaus als relevant. Hier müssen Mietmodelle, Förderfähigkeit, Baukosten, regulatorische Vorgaben und Renditeerwartungen bereits in einer frühen Projektphase kohärent sein. Viele gesellschaftlich sinnvolle und politisch gewünschte Vorhaben sind noch nicht so strukturiert, dass Investoren eine valide Ankaufsentscheidung treffen könnten. Jahn hebt hervor, dass eine KI mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet, eine Investitionsentscheidung jedoch binär sei. Es bedürfe daher neben Technologie auch Mathematik, Marktkenntnis, Förderexpertise und Erfahrung aus realen Transaktionen, um komplexe Projekte zu strukturieren.
Die Decision Intelligence Plattform von ProOmea integriert verschiedene Analyse- und Prüfebenen, darunter Markt- und Mietdaten, Standortbewertungen, Projektparameter, Förderprogramme, regulatorische Vorgaben und wirtschaftliche Szenarien. Dies ermöglicht ein belastbares Gesamtbild aus vielfältigen Einzelinformationen. So lässt sich frühzeitig erkennen, ob ein Projekt in seiner bestehenden Form wirtschaftlich tragfähig ist oder ob alternative Nutzungs-, Förder- oder Verwertungsszenarien präferabel wären. Besonders bei Wohnbauprojekten kann dieser frühzeitige Überblick entscheidend sein, bevor zentrale Weichenstellungen wie Flächenmix, Grundrisse, energetische Standards oder Förderfähigkeit kaum noch modifizierbar sind.
Die finale Entscheidung verbleibt aus Sicht von ProOmea auch künftig beim Menschen. Technologie unterstützt bei der Datenstrukturierung, der Risikodarstellung und der Vorbereitung von Nutzungsszenarien. Die Verantwortung für den Einsatz von Drittkapital ist indes nicht delegierbar. Simon Bender, Technical Product Engineer bei ProOmea, betont, Immobilieninvestments seien ein Vertrauens- und Haftungsgeschäft. Entscheidend sei, dass Ergebnisse nachvollziehbar bleiben und der Mensch die zugrunde liegenden Daten, Annahmen und Modelle versteht. Für ProOmea liegt der Fortschritt datenbasierter Immobilienanalysen nicht in autonomen Kaufentscheidungen, sondern in der Schaffung verbesserter Entscheidungsgrundlagen. Wer Markt-, Standort-, Förder- und Projektdaten frühzeitig zusammenführt, kann Wohnbauprojekte zügiger prüfen, Risiken präziser einschätzen und Investmententscheidungen fundierter vorbereiten.




