Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hat die Entwicklung der Immobilienpreise in Deutschland für das erste Quartal 2026 bekannt gegeben. Eine Zunahme von 2,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurde registriert. Wohnimmobilien verzeichneten dabei eine Preissteigerung von 2,3 %, während Büro- und Einzelhandelsimmobilien um 1,9 % beziehungsweise 1,5 % zulegten.
Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp, ordnete diese Entwicklung als moderate Fortsetzung des Aufwärtstrends aus dem Vorjahr ein. Er betonte jedoch die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung, insbesondere im Hinblick auf mögliche Auswirkungen des Iran-Krieges, dessen Effekte im ersten Quartal noch nicht signifikant in den Daten sichtbar geworden seien.
Neue Methodik für Gewerbeimmobilien-Indizes
Die Erhebung der vdp-Index-Entwicklung erfolgte teilweise auf Grundlage einer neu angepassten Methodik. Diese wurde seit 2020 von der Deutschen Bundesbank und der vdp-Tochter vdpResearch entwickelt. Parallel dazu veröffentlichen beide Institutionen umfassende neue Indizes für Gewerbeimmobilienpreise in Deutschland. Diese Indizes basieren auf der bereits für regulatorische Zwecke genutzten Marktschwankungsdatenbank und greifen auf die Transaktionsdatenbank der vdpResearch zurück, welche Viertel für Viertel echte Verkaufsfälle von über 700 Banken verarbeitet, ergänzt durch Daten der Zentralen Immobilienmarktdatenbank der Sparkassen-Finanzgruppe.
Die Bundesbank-Indizes für Gewerbeimmobilienpreise erfassen Preisentwicklungen für Mehrfamilienhäuser, Büro- und Einzelhandelsimmobilien über diverse regionale Abgrenzungen, die zu einem Deutschland-Index aggregiert werden. Dieser Index weist für das erste Quartal 2026 einen Anstieg von 2,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf. Für Mehrfamilienhäuser wird zudem ein separater Index für die Top-7-Städte gebildet, dessen rückwirkender Startpunkt das erste Quartal 2013 ist. Reiner Lux, Geschäftsführer der vdpResearch, äußerte sich positiv über diese Entwicklung und hob hervor, dass der neue Index Schwankungen in volatileren Gewerbemärkten schnell und präzise abbilde.
Differenzierte Preisentwicklungen bei Wohn- und Gewerbeimmobilien
Der Anstieg der Wohnimmobilienpreise von 2,3 % im ersten Quartal 2026 resultierte maßgeblich aus der Entwicklung bei selbst genutztem Wohneigentum, dessen Preise um 2,5 % stiegen (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen). Mehrfamilienhäuser verteuerten sich im selben Zeitraum um 2,2 %, was eine geringere Dynamik als in den Vorquartalen darstellt. Die Renditen im Mietwohnungsbau erhöhten sich laut vdp-Index für Liegenschaftszinsen auf Jahressicht um 0,8 %. Dies wird auf den geringeren Preisanstieg bei Mehrfamilienhäusern im Vergleich zum Plus der Neuvertragsmieten (3,0 % zwischen Q1 2025 und Q1 2026) zurückgeführt.
In den Top-7-Städten stiegen die Wohnimmobilienpreise im Durchschnitt um 3,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hamburg verzeichnete mit 4,9 % den stärksten Anstieg, gefolgt von Düsseldorf (+4,1 %), Frankfurt am Main und Köln (jeweils +4,0 %), München (+3,5 %), Berlin (+2,9 %) und Stuttgart (+1,7 %). Die Neuvertragsmieten in diesen Metropolen legten um durchschnittlich 2,4 % zu, was unter dem bundesweiten Durchschnitt von 3,0 % liegt. Die Spanne reichte von 3,9 % in Hamburg bis 1,3 % in Berlin, wo sich die Neuvertragsmieten erneut unterdurchschnittlich entwickelten. Die Renditen sanken in den Ballungsräumen um 1,3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Im Bereich der Gewerbeimmobilien verzeichneten Büroobjekte einen Preisanstieg von 1,9 %, während Einzelhandelsimmobilien um 1,5 % teurer wurden. Die Neuvertragsmieten stiegen bei finanzierten Büroobjekten um 2,8 % und bei Handelsimmobilien um 1,5 %. Daraus resultierte ein Anstieg der Renditen von Büros um 0,8 %, gemessen am vdp-Liegenschaftszinssatzindex, während die Renditen von Einzelhandelsimmobilien in diesem Quartal stagnierten.




