Die Unternehmen D.R.E.A.M. Deutsche Real Estate Asset Management, HANNOVER LEASING und die WISAG haben Paul Geßner den vierten NAIMMA verliehen. Diese Auszeichnung erfolgte für seine Masterarbeit, in der er sich mit der systematischen Bewertung von Klimarisiken im Bereich von Wohnimmobilien auseinandersetzt. Die Übergabe des Nachhaltigkeitspreises fand am 7. Mai 2026 in Frankfurt am Main statt.
Die Präsentation der Forschungsergebnisse von Herrn Geßner erfolgt in einer Zeit, in der klimatische Veränderungen wie Starkregen, Hitzeperioden und Hochwasser zunehmend die Widerstandsfähigkeit von Immobilienbeständen auf die Probe stellen. Dies impliziert für Immobilien, die heute als wertstabil angesehen werden, ein potenzielles Wertverlustrisiko in der Zukunft, bedingt durch extreme Wetterereignisse, verschärfte regulatorische Rahmenbedingungen oder steigende Betriebskosten. Die Fragestellung, welche Immobilien langfristig ihre Zukunftsfähigkeit bewahren und wo mit signifikanten Wertminderungen zu rechnen ist, gewinnt für Eigentümer, Investoren und Bestandshalter an Relevanz.
Methodik und Ergebnisse der Untersuchung
Paul Geßner, ein Absolvent der Technischen Hochschule Aschaffenburg, welche seine Masterarbeit mit der Höchstnote 1,0 bewertet hat, widmete sich exakt dieser Thematik. Der Titel seiner prämierten Arbeit lautet: „Analyse der physischen und transitorischen Faktoren bei Bestandsimmobilien im Kontext des Klimawandels – Entwicklung einer Handlungsempehlung zur Vermeidung von Stranded Assets“. Er untersuchte dabei, wie Klimarisiken bei Wohnimmobilien erfasst und objektiv vergleichbar gemacht werden können. Hierfür entwickelte er einen Ansatz, der physische Risiken aus Wetterextremen und klimatischen Veränderungen mit transitorischen Risiken, die sich aus regulatorischen Vorgaben, veränderten Marktanforderungen und energetischen Standards ergeben, systematisch verknüpft. Diese Risikobereiche werden in der Immobilienpraxis oftmals isoliert betrachtet.
Als Ergebnis seiner Forschung entwickelte der Preisträger ein spezifisches Scoring-Modell, den sogenannten Stranded Asset Index. Dieses Instrument ist konzipiert, um das Ausmaß der Gefährdung einer Wohnimmobilie durch Klimarisiken quantifizierbar darzustellen. Eine darauf aufbauende Regressionsanalyse liefert einen klaren Befund: Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einem erhöhten Klimarisiko und einem damit korrelierenden niedrigeren Angebotspreis von Wohnimmobilien. Diese methodische Herangehensweise schafft eine fundierte Basis, Klimarisiken messbar, vergleichbar und somit entscheidungsrelevant für Akteure im Immobilienmarkt zu machen.
Die Arbeit von Herrn Geßner bietet somit eine wichtige Grundlage für die Immobilienwirtschaft, künftige Investitionsentscheidungen unter Berücksichtigung von Klimarisiken rationaler zu gestalten und potenzielle Wertverluste proaktiv zu identifizieren. Dies ist im Kontext der sich verstärkenden Auswirkungen des Klimawandels und den damit einhergehenden Anpassungsnotwendigkeiten von besonderer Bedeutung.




