Das Technologieunternehmen HENSOLDT beabsichtigt den Aufbau eines neuen Kompetenzzentrums für Software-Defined Defence und Engineering in der Region Stuttgart. Dieses Vorhaben ist auf die Schaffung von etwa 300 neuen Arbeitsplätzen ausgelegt. Die Initiative zielt darauf ab, spezialisierte Fachkräfte, insbesondere aus dem Sektor der Automobilindustrie, für das expandierende Geschäftsfeld der Software-Defined Defence zu gewinnen und zu integrieren.
Zur Realisierung dieses Projekts hat HENSOLDT eine Kooperationsvereinbarung mit Bosch geschlossen. Im Zuge dessen plant HENSOLDT die Anmietung von freien Flächen in einem bestehenden Gebäude, das dem Bosch-Standort in Leinfelden bei Stuttgart zugeordnet ist. Diese strategische Entscheidung ermöglicht die Nutzung vorhandener Infrastruktur und die direkte Nähe zu qualifizierten Arbeitskräften.
Qualifizierte Mitarbeitende von Bosch, die über Expertise in den Bereichen Systementwicklung, Softwareentwicklung und Elektrotechnik verfügen, können sich auf die neu geschaffenen Positionen bei HENSOLDT bewerben. Die Partnerschaft bietet im Kontext des strukturellen Wandels innerhalb der Automobilindustrie eine Möglichkeit, qualifiziertes Personal in neue Tätigkeitsfelder bei HENSOLDT zu überführen. Das übergeordnete Ziel ist es, wertvolle Kompetenzen in der Region zu erhalten und somit die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg zu stärken.
Strategische Ausrichtung und Kapazitätsausbau
Oliver Dörre, CEO von HENSOLDT, erläuterte, dass Software-Defined Defence leistungsstarke Software- und Datenarchitekturen erfordert, die eine flexible Integration in komplexe und souveräne Verteidigungssysteme gestatten. Er hob hervor, dass Bosch in den vergangenen Jahren signifikante Kompetenzen im Bereich Software Engineering aufgebaut hat. Diese Expertise soll im Rahmen der Kooperation gezielt für den erfolgreichen Aufbau des neuen Entwicklungsstandorts in Leinfelden genutzt werden. Dort ist die Weiterentwicklung von Verteidigungssystemen, wie beispielsweise MDOcore, auf einer softwarebasierten Grundlage vorgesehen. Mit dem Standort in Leinfelden werden zusätzliche Entwicklungskapazitäten geschaffen und qualifizierten Fachkräften aus der Region, insbesondere der Automobilindustrie, neue berufliche Perspektiven eröffnet.
Der neue Standort konzentriert sich auf Software-Architekturen für vernetzte und updatefähige Verteidigungssysteme. Außerdem steht die Weiterentwicklung von Entwicklungsprozessen im Fokus, die seit Langem in der Automobilentwicklung etabliert sind. In Leinfelden sollen softwarebasierte Multi-Domain-Fähigkeiten für HENSOLDTs Software-Suite MDOcore entwickelt, integriert und industrialisiert werden. Aufgrund der hohen Nachfrage in der Verteidigungsindustrie baut HENSOLDT seine Liefer- und Produktionskapazitäten derzeit aus und sucht aktiv nach neuen Fachkräften. HENSOLDT benötigt Personal entlang der gesamten Wertschöpfungskette, primär in den Bereichen Systementwicklung, Softwareentwicklung und Elektrotechnik. Im Jahr 2025 stellte HENSOLDT rund 1.200 Mitarbeitende ein und plant für 2026 etwa 1.600 Neueinstellungen, vornehmlich in Deutschland. Insbesondere die Standorte Ulm, Oberkochen/Aalen und Immenstaad am Bodensee verzeichnen ein starkes Wachstum.




