Die HAMBORNER REIT AG hat im zweiten Quartal 2026 eine weitgehend stabile operative Geschäftsentwicklung vermeldet, obwohl das gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Umfeld weiterhin als herausfordernd beschrieben wird. Die Erlöse aus Mieten und Pachten beliefen sich auf 45,1 Millionen Euro, was einer Reduktion von 1,3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Dieser Rückgang ist primär auf Immobilienverkäufe im vergangenen sowie im laufenden Geschäftsjahr zurückzuführen. Positive Effekte auf die Umsatzentwicklung ergaben sich aus vertraglich vereinbarten Mietanpassungen, insbesondere Index-Mieterhöhungen infolge der Inflation. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Mieterlöse im ersten Halbjahr um etwa 0,7 Millionen Euro oder 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Funds from Operations (FFO) sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent auf 23,8 Millionen Euro. Der FFO je Aktie reduzierte sich entsprechend auf 0,29 Euro, nach 0,31 Euro im Vorjahr. Belastende Faktoren waren neben den verringerten Mieterlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen auch gestiegene Kosten in den Bereichen Instandhaltung, Verwaltung und Personal sowie höhere Finanzierungskosten, die dem veränderten Zinsumfeld geschuldet sind. Trotz dieser Entwicklungen wird die Finanzsituation der Gesellschaft als komfortabel bewertet. Der Loan-to-Value (EPRA-LTV) erhöhte sich zum 30. Juni 2026 auf 45,2 Prozent, beeinflusst durch die Dividendenausschüttung und einzelne Wertanpassungen. Die REIT-Eigenkapitalquote verringerte sich im ersten Halbjahr auf 53,9 Prozent, bleibt jedoch auf einem hohen Niveau.
Portfolioentwicklung und strategische Anpassungen
Im ersten Quartal 2026 erfolgte der Besitzübergang einer Ende 2025 veräußerten Einzelhandelsimmobilie in Ditzingen. Das Portfolio umfasste zum 30. Juni 2026 insgesamt 63 Büro- und Einzelhandelsobjekte. Eine portfolioübergreifende externe Bestandsbewertung wurde zum Halbjahresende nicht vorgenommen; jedoch erfolgten in Abstimmung mit dem externen Gutachter punktuelle Verkehrswertanpassungen. Nach einer Erhöhung des Verkehrswerts einer Kölner Büroimmobilie um 4,4 Millionen Euro im ersten Quartal wurden zum 30. Juni 2026 weitere Wertanpassungen für acht Objekte vorgenommen. Diese resultierten aus veränderten Standort- und Vermietungsperspektiven sowie erhöhten Kostenprognosen für Anschlussvermietungen. In Summe führten diese Anpassungen zu einem Rückgang des Portfoliovolumens um 20,7 Millionen Euro oder 1,5 Prozent, sodass der Verkehrswert des Gesamtportfolios bei 1,316 Milliarden Euro lag. Der Nettovermögenswert (NAV) je Aktie sank aufgrund der Dividendenzahlung und der Verkehrswertanpassungen auf 8,72 Euro.
Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Immobilienportfolios konnte die Gesellschaft im zweiten Quartal 2026 den Verkauf einer Büroimmobilie in Neu-Isenburg abschließen. Der Verkaufspreis belief sich auf 13,5 Millionen Euro, geringfügig unter dem zuletzt festgestellten gutachterlichen Verkehrswert. Ein zusätzlicher Verkaufserlös von bis zu 0,2 Millionen Euro ist bei Erfüllung einer vertraglichen Voraussetzung realisierbar. Der Besitzübergang wird im dritten Quartal 2026 erwartet. Die freiwerdenden Mittel sollen zeitnah in renditestarke Immobilien aus den Bereichen Nahversorgung und Baumärkte reinvestiert werden.
Operative Performance und Ausblick
Die operative Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr war ebenfalls stabil. Es wurden Mietverträge für rund 23.700 Quadratmeter Mietfläche abgeschlossen, wobei circa 66 Prozent auf Büroflächen entfielen. Die Verbleibquote der Mieter lag bei rund 88 Prozent. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (WALT) reduzierte sich geringfügig auf 5,0 Jahre zum 30. Juni 2026. Die Restlaufzeiten für das Einzelhandels- bzw. Büroportfolio betrugen 6,2 beziehungsweise 3,6 Jahre. Die EPRA-Leerstandsquote erhöhte sich leicht auf 4,1 Prozent. Die ordentliche Hauptversammlung am 3. Juni 2026 in Essen bestätigte die Beschlussvorschläge von Vorstand und Aufsichtsrat, einschließlich einer Dividende von 0,39 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Die Gesellschaft hält an ihren positiven Erwartungen für den Jahresverlauf 2026 fest.




