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Wie lange dauert das Bieterverfahren?

Ein Bieterverfahren dauert in der Regel 3–6 Wochen bis zur Entscheidung – je nach Art des Verfahrens und Ernsthaftigkeit der Bieter kann es aber auch schneller oder deutlich länger gehen.

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Wie lange dauert das Bieterverfahren?

Ein Bieterverfahren beim Immobilienverkauf wirkt auf viele Käufer und Verkäufer zunächst ungewohnt: Es gibt keinen festen Listenpreis, sondern Interessenten geben ein Angebot ab, das der Verkäufer dann auswertet. Eine der häufigsten Fragen lautet daher: Wie lange dauert so ein Bieterverfahren eigentlich? Die Antwort ist: Es gibt keine feste Regel, aber typischerweise rechnen Verkäufer und Makler mit einer Gesamtdauer von etwa drei bis sechs Wochen – von der Veröffentlichung der Immobilie bis zur Entscheidung für einen Käufer. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, welche Phasen ein Bieterverfahren durchläuft, welche Faktoren die Dauer beeinflussen und wie sich Online‑, strukturierte oder klassische Varianten unterscheiden.

Was ein Bieterverfahren überhaupt ist

Ein Bieterverfahren ist eine Verkaufsform, bei der der Verkäufer keinen festen Preis nennt, sondern Interessenten ein Angebot (Gebot) für die Immobilie abgeben. Diese Angebote werden innerhalb einer festgelegten Frist eingereicht und anschließend ausgewertet. Der Verkäufer entscheidet dann, welches Gebot er annehmen möchte – nicht zwingend das höchste, aber meist das wirtschaftlich attraktivste unter Berücksichtigung von Finanzierung, Übergabetermin und weiteren Bedingungen. Im Gegensatz zum klassischen Verkauf mit Listenpreis entsteht so ein Wettbewerb zwischen mehreren Interessenten, der häufig zu einem höheren Verkaufserlös führt.

Bieterverfahren können sehr unterschiedlich organisiert sein: Es gibt strukturierte Verfahren mit mehreren Runden, private oder öffentliche Verfahren sowie Online‑Bieterverfahren auf speziellen Plattformen. In allen Varianten gilt: Die Gebote sind rechtlich unverbindlich, bis der Kaufvertrag notariell beurkundet wird. Erst dann wird der Kauf rechtskräftig. Für die Dauer des Verfahrens bedeutet das, dass zwischen der ersten Angebotsrunde und dem Notartermin noch einige Wochen liegen können – je nach Terminlage und Abstimmung der Parteien.

Typische Dauer: 3–6 Wochen bis zur Entscheidung

Viele Makler und Fachportale nennen als Orientierungswert eine Dauer von drei bis sechs Wochen für ein Bieterverfahren. Gemeint ist damit in der Regel der Zeitraum von der Veröffentlichung der Immobilie mit Hinweis auf das Bieterverfahren bis zur Entscheidung für einen Käufer. In dieser Phase finden Besichtigungen statt, Interessenten reichen ihre Gebote ein, der Makler oder Verkäufer wertet die Angebote aus und führt ggf. Nachverhandlungen. Diese Zeitspanne ist aber nur eine grobe Richtlinie und kann je nach Lage, Nachfrage und Organisation deutlich kürzer oder länger ausfallen.

Einige Faktoren, die die Dauer beeinflussen, sind:

  • Art des Bieterverfahrens (klassisch, strukturiert, Online)
  • Anzahl der Interessenten und deren Ernsthaftigkeit
  • Entscheidungsfreudigkeit des Verkäufers
  • Terminlage für Besichtigungen und Notartermin
  • Komplexität der Finanzierung und der Grundbuchsituation

In besonders begehrten Lagen oder bei sehr attraktiven Objekten kann das Verfahren schneller ablaufen, weil viele Bieter zeitnah reagieren. In weniger gefragten Regionen oder bei komplizierteren Objekten kann sich der Prozess dagegen deutlich verlängern.

Die einzelnen Phasen eines Bieterverfahrens

Ein professionell durchgeführtes Bieterverfahren gliedert sich in mehrere klar definierte Phasen. Jede Phase benötigt eine gewisse Zeit, sodass sich die Gesamtdauer aus der Summe dieser Abschnitte ergibt. Typischerweise durchläuft ein Verfahren die folgenden Schritte:

  • Vermarktung und Inserierung mit Hinweis auf das Bieterverfahren
  • Besichtigungstermine (Einzel‑ oder Sammelbesichtigungen)
  • Gebotsphase mit festgelegter Frist
  • Auswertung der Angebote und Auswahl eines Käufers
  • Nachverhandlungen (Finanzierung, Übergabetermin, Sonderwünsche)
  • Notarielle Beurkundung des Kaufvertrags

Die erste Phase – Vermarktung und Inserierung – kann je nach Vorbereitung ein paar Tage bis zu einer Woche dauern. Danach folgen in der Regel ein bis zwei Wochen für Besichtigungen und die eigentliche Gebotsphase. Die Auswertung und Nachverhandlungen schließen sich in der Regel innerhalb weniger Tage an, sodass sich die typische Spanne von drei bis sechs Wochen ergibt.

Wie lange dauert die Gebotsphase?

Die Gebotsphase ist der Kern des Bieterverfahrens: Innerhalb einer festgelegten Frist geben Interessenten ihre Angebote ab. Diese Frist kann je nach Art des Verfahrens stark variieren. Bei klassischen oder strukturierten Verfahren werden häufig zwei bis vier Wochen ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der Anzeige eingeräumt. In dieser Zeit können Interessenten Besichtigungen wahrnehmen, sich beraten lassen und ihr Gebot vorbereiten.

Bei Online‑Bieterverfahren oder speziellen Plattformen ist die Bietdauer oft deutlich kürzer. Hier sind 10 bis 14 Tage üblich, manchmal sogar nur wenige Stunden an einem bestimmten Tag. In solchen Fällen läuft das Verfahren sehr dynamisch ab, und die Entscheidung fällt oft schneller. Wichtig ist, dass die Frist klar kommuniziert wird und alle Bieter wissen, bis wann ihr Angebot eingehen muss.

  • Klassische Verfahren: meist 2–4 Wochen Gebotsfrist
  • Online‑Bieterverfahren: häufig 10–14 Tage oder nur wenige Stunden
  • Fristbeginn: in der Regel mit Veröffentlichung der Anzeige
  • Fristende: meist ein bestimmter Tag und Uhrzeit (z.B. 18:00 Uhr)
  • Nachfrist: manche Verkäufer räumen eine kurze Nachfrist für Nachfragen ein

Mehrere Runden und strukturierte Verfahren

Ein strukturiertes Bieterverfahren läuft oft in mehreren Runden ab. In der ersten Runde geben alle Interessenten ihr Gebot ab. Der Verkäufer oder Makler informiert die Bieter anschließend über das aktuelle Höchstangebot, das dann als neue Basis für die nächste Runde dient. Die Bieter können dann entscheiden, ob sie ihr Angebot erhöhen oder aussteigen. Diese Stufenpraxis führt in der Regel zu höheren Verkaufserlösen, verlängert aber auch die Gesamtdauer des Verfahrens.

Jede weitere Runde braucht Zeit: Die Bieter müssen sich neu beraten, ihre Finanzierung prüfen und ggf. ihre Banken kontaktieren. Zudem müssen die Angebote wieder ausgewertet und der Verkäufer entscheidet, ob eine weitere Runde sinnvoll ist oder ob er sich für ein Angebot entscheidet. In der Praxis kann ein strukturiertes Verfahren mit zwei oder drei Runden leicht in den Bereich von vier bis sechs Wochen rutschen, während ein Verfahren mit nur einer Gebotsrunde deutlich schneller abgeschlossen werden kann.

  • Erste Runde: alle Bieter geben ihr Angebot ab
  • Information über das Höchstangebot und neue Basis
  • Zweite Runde: Bieter können ihr Angebot erhöhen
  • Weitere Runden je nach Entscheidung des Verkäufers
  • Ende: Verkäufer wählt ein Angebot aus und leitet die Nachverhandlungen ein

Online‑Bieterverfahren und ihre Besonderheiten

Online‑Bieterverfahren laufen über spezielle Plattformen oder eigens eingerichtete Webseiten ab. Hier ist der Zeitrahmen oft sehr eng gesteckt: Die Bietphase kann nur für wenige Stunden oder maximal eine Woche verfügbar sein. Interessenten geben ihr Gebot digital ein, häufig mit zusätzlicher Bestätigung per TAN oder Code. Solche Verfahren sind in der Regel deutlich schneller als klassische Varianten, weil alle Schritte digital abgewickelt werden und die Auswertung automatisiert erfolgt.

Ein typisches Online‑Bieterverfahren kann beispielsweise so aussehen: Die Immobilie wird für eine Woche online gestellt, in dieser Zeit können Interessenten ihr Gebot abgeben. Am Ende der Frist wird das höchste Gebot ermittelt, und der Verkäufer entscheidet, ob er dieses Angebot annimmt oder eine kurze Nachverhandlung einleitet. Insgesamt kann ein solches Verfahren von der Veröffentlichung bis zur Entscheidung in deutlich unter drei Wochen liegen, wenn alle Beteiligten zeitnah reagieren.

  • Kurze Bietdauer (Stunden bis maximal eine Woche)
  • Digitale Abwicklung und schnelle Auswertung
  • Meist nur eine Gebotsrunde
  • Hohe Transparenz durch klare Fristen
  • Schneller Weg zum Notartermin, wenn Finanzierung steht

Von der Entscheidung bis zum Notartermin

Nachdem der Verkäufer ein Angebot ausgewählt hat, folgt die Phase der Nachverhandlungen. Hier werden Details wie der Übergabetermin, der genaue Kaufpreis, eventuelle Sonderwünsche (z.B. Möbelübernahme) und die Finanzierung geklärt. Viele Makler empfehlen, von den Interessenten bereits im Bieterverfahren einen Finanzierungsnachweis einzuholen, um die Ernsthaftigkeit der Angebote zu prüfen. Das spart Zeit, weil die Finanzierung nicht erst nach der Entscheidung geprüft werden muss.

Der Notartermin selbst kann je nach Terminlage des Notars und der Verfügbarkeit der Parteien weitere zwei bis vier Wochen in Anspruch nehmen. Zwischen Notartermin und der Zahlung des Kaufpreises liegen dann in der Regel noch einige Wochen, bis alle Voraussetzungen erfüllt sind (z.B. Eintragung der Auflassungsvormerkung, Löschung bestehender Grundschulden, Verzicht des Vorkaufsrechts). Diese Zeitspanne gehört zwar nicht mehr zum eigentlichen Bieterverfahren, ist aber für die Gesamtlaufzeit des Immobilienkaufs relevant.

  • Nachverhandlungen: Klärung von Preis, Übergabe und Sonderwünschen
  • Finanzierungsnachweis: idealerweise bereits im Bieterverfahren eingeholt
  • Notartermin: meist 2–4 Wochen nach Entscheidung
  • Zeit bis Kaufpreiszahlung: weitere 3–6 Wochen je nach Voraussetzungen

Faktoren, die das Bieterverfahren beschleunigen oder verlängern

Nicht jedes Bieterverfahren dauert exakt drei bis sechs Wochen. Einige Faktoren können den Prozess deutlich beschleunigen, andere verlängern ihn erheblich. Wichtige Einflussgrößen sind die Lage der Immobilie, die Nachfrage, die Ernsthaftigkeit der Bieter sowie die Organisation durch Verkäufer und Makler. Ein gut vorbereitetes Verfahren mit klarer Struktur, transparenten Fristen und seriösen Interessenten läuft in der Regel schneller ab.

Beispiele für beschleunigende Faktoren sind eine hohe Nachfrage, ein klarer Zeitplan, bereits vorliegende Finanzierungsnachweise und ein entscheidungsfreudiger Verkäufer. Verlängernd wirken sich dagegen lange Besichtigungsphasen, mehrere Gebotsrunden, komplizierte Finanzierungen oder ein zögerlicher Verkäufer aus. Auch externe Faktoren wie Grundbuchabläufe, Vorkaufsrechte oder Verwaltungsentscheidungen können die Gesamtlaufzeit beeinflussen.

  • Hohe Nachfrage und viele ernsthafte Bieter
  • Klare Fristen und transparenter Ablauf
  • Bereits vorliegende Finanzierungsnachweise
  • Entscheidungsfreudiger Verkäufer
  • Komplexe Finanzierungen oder Grundbuchsituation
  • Mehrere Gebotsrunden und lange Besichtigungsphasen

Fazit

Ein Bieterverfahren dauert in der Regel etwa drei bis sechs Wochen, bis der Verkäufer ein Angebot ausgewählt hat. Diese Zeitspanne kann je nach Art des Verfahrens, der Nachfrage und der Ernsthaftigkeit der Bieter deutlich kürzer oder länger ausfallen. Online‑Bieterverfahren sind oft schneller, während strukturierte Verfahren mit mehreren Runden tendenziell länger dauern, dafür aber häufig höhere Verkaufserlöse erzielen. Wichtig ist, dass sowohl Verkäufer als auch Käufer die einzelnen Phasen verstehen und sich auf klare Fristen und transparente Abläufe einstellen, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

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