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Wie hoch sind die Grundstückspreise in Nürnberg?

Erfahren Sie, welche Faktoren die Grundstückspreise in Nürnberg beeinflussen und wie Sie aktuelle Werte ermitteln können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Preisentwicklung und wichtige Überlegungen für Käufer und Verkäufer.

8 min Lesezeit
Wie hoch sind die Grundstückspreise in Nürnberg?

Der Erwerb eines Grundstücks ist eine bedeutende Investition und für viele Menschen die Grundlage für den Traum vom Eigenheim. Insbesondere in begehrten Ballungsräumen wie Nürnberg spielen die Grundstückspreise eine zentrale Rolle bei der Finanzierungsplanung. Die Frankenmetropole zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität, eine starke Wirtschaft und gute Infrastruktur aus, was die Nachfrage nach Bauland kontinuierlich steigen lässt. Dies spiegelt sich entsprechend in den Preisen wider. Dieser Ratgeber beleuchtet die entscheidenden Faktoren, die die Grundstückspreise in Nürnberg beeinflussen, gibt einen Überblick über typische Preisspannen und erklärt, wie Sie sich über aktuelle Bodenrichtwerte informieren können. So erhalten Sie eine fundierte Orientierungshilfe für Ihr Immobilienvorhaben.

Grundlagen der Grundstücksbewertung: Bodenrichtwerte als Orientierung

Um die Grundstückspreise in Nürnberg verstehen zu können, ist es wichtig, den Begriff des Bodenrichtwerts zu kennen. Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert für unbebaute Grundstücke innerhalb eines abgegrenzten Gebiets (Bodenrichtwertzone), für das im Wesentlichen gleiche Wertverhältnisse vorliegen. Er wird von Gutachterausschüssen ermittelt und ist in der Regel auf den Quadratmeter bezogen. Diese Werte werden in bestimmten Zeitabständen, meist alle zwei Jahre, neu festgesetzt und dienen der Transparenz auf dem Immobilienmarkt. Es ist wichtig zu beachten, dass der Bodenrichtwert einen Anhaltspunkt darstellt und nicht zwingend dem tatsächlichen Verkaufspreis entspricht, da individuelle Merkmale eines Grundstücks diesen beeinflussen können.

Für die Ermittlung werden alle beurkundeten Kaufverträge ausgewertet. Der Gutachterausschuss bereinigt die Daten um Besonderheiten wie familiäre Verkäufe oder Zwangsversteigerungen, um einen repräsentativen Durchschnittswert zu erhalten. Diese Daten sind öffentlich zugänglich und ein wichtiges Werkzeug für Käufer und Verkäufer, um eine realistische Preiseinschätzung vorzunehmen und Vergleichswerte zu schaffen. Sie bieten eine solide Basis für erste Überschlagsrechnungen und die Bewertung des finanziellen Rahmens.

  • Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert pro Quadratmeter.
  • Er wird von unabhängigen Gutachterausschüssen ermittelt.
  • Die Werte werden in der Regel alle zwei Jahre aktualisiert.
  • Sie dienen als Orientierungshilfe, nicht als verbindlicher Verkaufspreis.
  • Zugang zu Bodenrichtwerten erfolgt über Portale der Bundesländer oder Gemeinden.

Einflussfaktoren auf die Grundstückspreise in Nürnberg

Die Preise für Grundstücke in Nürnberg variieren erheblich, selbst innerhalb einzelner Stadtteile. Eine Vielzahl von Faktoren spielt dabei eine Rolle, die weit über den reinen Quadratmeterpreis hinausgehen. Diese Faktoren müssen bei der individuellen Bewertung eines Grundstücks genauestens berücksichtigt werden, da sie den Wert maßgeblich beeinflussen und somit auch die Attraktivität für potenzielle Käufer oder die Finanzierbarkeit für Bauherren.

  • Lage und Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen).
  • Bebauungsplan und Baurecht (zulässige Geschossflächenzahl, Art der Bebauung).
  • Größe und Form des Grundstücks (Zuschnitt, Topografie).
  • Bodenbeschaffenheit und Erschließungsgrad (Tragfähigkeit, Anschluss an Versorgungsnetze).
  • Mikrolage (Ausrichtung, Lärmbelästigung, Ausblick).
  • Angebot und Nachfrage auf dem lokalen Immobilienmarkt.

Ein Grundstück in zentraler, begehrter Lage mit guter Infrastruktur und Baurecht für mehrere Wohneinheiten wird naturgemäß einen deutlich höheren Wert haben als ein schlecht angebundenes Grundstück am Stadtrand mit ungünstigem Zuschnitt und Einschränkungen im Bebauungsplan. Auch die vorhandene Erschließung spielt eine große Rolle. Ein noch nicht erschlossenes Grundstück erfordert zusätzliche Kosten für Kanalisation, Wasser, Strom und Gas, die zum Kaufpreis hinzukommen müssen.

Typische Preisspannen in Nürnberger Lagen

Nürnberg präsentiert sich städtebaulich sehr vielfältig, was sich direkt in den regional unterschiedlichen Grundstückspreisen widerspiegelt. Die Spanne der Quadratmeterpreise ist beträchtlich und reicht von mittleren dreistelligen bis hin zu vierstelligen Beträgen pro Quadratmeter. Generell gilt: Je näher am Stadtzentrum oder an begehrten Grünflächen gelegen, desto höher die Preise. Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und die Nähe zu Arbeitsplätzen sowie ein gutes Bildungsangebot spielen eine Rolle.

In den sehr zentralen Lagen Nürnbergs, wie beispielsweise in der Altstadt oder im Stadtteil Gostenhof, sind Baulücken selten und Grundstücke entsprechend hochpreisig. Hier können Quadratmeterpreise im hohen vierstelligen Bereich oder sogar darüber liegen, falls überhaupt ein Grundstück zum Verkauf steht. Diese Lagen sind vorwiegend für Investoren oder Projekte mit hoher Wertschöpfung interessant. Dagegen finden sich in den äußeren Stadtteilen oder angrenzenden Gemeinden mitunter günstigere Angebote, wobei auch hier die Preise in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind.

  • Stadtzentrum und beliebte Viertel (z.B. Erlenstegen, Johannis): Hohe Quadratmeterpreise, oft im Bereich von über 1.000 Euro.
  • Mittlere Lagen (z.B. Langwasser, Ziegelstein): Mittlere Preise, oft zwischen 600 und 1.000 Euro pro Quadratmeter.
  • Randlagen und angrenzende Gemeinden: Geringere Preise, aber auch hier steigend, oft ab 400 Euro pro Quadratmeter.

Diese Zahlen sind als grobe Orientierung zu verstehen und können je nach Zeitpunkt der Erhebung und spezifischer Marktsituation variieren. Für eine präzise Einschätzung ist stets die Konsultation des aktuellen Bodenrichtwerts und gegebenenfalls eines Gutachters erforderlich.

Erschließungskosten: Nicht nur der Kaufpreis zählt

Beim Kauf eines Grundstücks denken viele Interessenten primär an den reinen Kaufpreis. Ein oft unterschätzter Kostenfaktor sind jedoch die Erschließungskosten. Diese umfassen alle Aufwendungen, die notwendig sind, um ein Grundstück bebaubar zu machen und es an die öffentliche Infrastruktur anzuschließen. Ein Grundstück gilt als erschlossen, wenn es an das Versorgungsnetz für Wasser, Abwasser, Strom, Telefon und ggf. Gas angebunden ist und eine Zufahrt über eine öffentliche Straße besteht. Der Grad der Erschließung kann den Gesamtpreis eines Grundstücks erheblich beeinflussen.

Bei vollständig erschlossenen Grundstücken sind die Erschließungskosten in der Regel bereits im Kaufpreis enthalten oder zumindest berücksichtigt. Ist ein Grundstück jedoch noch nicht oder nur teilweise erschlossen, müssen Käufer mit zusätzlichen Kosten rechnen, die schnell mehrere Zehntausend Euro betragen können. Es ist daher unerlässlich, sich vor dem Kauf genau über den Erschließungszustand zu informieren. Dies kann durch Einsicht in den Bebauungsplan, Nachfrage bei der Gemeinde oder Stadtverwaltung sowie eine genaue Prüfung des Kaufvertrages erfolgen.

  • Kosten für den Anschluss an das öffentliche Kanalnetz (Abwasser).
  • Kosten für den Anschluss an die Trinkwasserversorgung.
  • Kosten für den Stromanschluss.
  • Kosten für den Anschluss an das Telekommunikationsnetz (Telefon, Internet).
  • Kosten für die Herstellung oder den Ausbau von Straßen, Gehwegen und Beleuchtung.
  • Beiträge für Entwässerung und Oberflächenwasser.

Bebauungsplan und Baurecht: Grenzen der Bebauung

Neben der Lage und den Erschließungskosten ist der Bebauungsplan ein entscheidendes Dokument für jeden Grundstückskäufer. Er regelt detailliert, wie ein bestimmtes Grundstück bebaut werden darf. Ein Bebauungsplan ist eine Satzung der Gemeinde und ist für Grundstückseigentümer sowie Bauherren verbindlich. Er legt unter anderem die Art der baulichen Nutzung (z.B. Wohngebiet, Mischgebiet), das Maß der baulichen Nutzung (z.B. Anzahl der Geschosse, Geschossflächenzahl, Grundflächenzahl), die Bauweise (offen oder geschlossen) und andere gestalterische Merkmale fest. Ein Blick in den Bebauungsplan ist daher vor dem Kauf unerlässlich, um sicherzustellen, dass die eigenen Bauvorstellungen auf dem Grundstück realisierbar sind.

Die Geschossflächenzahl (GFZ) gibt an, wie viel Quadratmeter Geschossfläche pro Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind. Die Grundflächenzahl (GRZ) limitiert den Anteil der Grundstücksfläche, der überbaut werden darf. Diese Kennzahlen beeinflussen direkt das Potenzial eines Grundstücks und somit dessen Wert. Ein Grundstück mit hohem Baurecht für eine große oder mehrgeschossige Bebauung ist in der Regel teurer als ein Grundstück mit strengen Bebauungsvorschriften, die nur eine kleine Bebauung zulassen. In Nürnberg gibt es eine Vielzahl von Bebauungsplänen, die auf der Website der Stadtverwaltung oder im Stadtplanungsamt eingesehen werden können.

  • Art der baulichen Nutzung (Wohnen, Gewerbe etc.).
  • Maß der baulichen Nutzung (GFZ, GRZ, Geschosszahl).
  • Bauweise (offen, geschlossen).
  • Dachneigung und Dachform.
  • Grünflächen- und Freiflächenregelungen.
  • Zulässige Gebäudehöhen.

Aktuelle Marktentwicklung und Prognosen

Der Immobilienmarkt in Nürnberg ist, ähnlich wie in vielen deutschen Ballungszentren, in den letzten Jahren durch eine starke Nachfrage und kontinuierlich steigende Preise gekennzeichnet gewesen. Faktoren wie die niedrige Zinsphase, die Attraktivität der Region als Wirtschaftsstandort und der Wunsch nach Wohneigentum haben diese Entwicklung begünstigt. Auch wenn die Zinsentwicklung zuletzt für eine gewisse Beruhigung gesorgt hat, bleiben Grundstücke in Nürnberg ein begehrtes Gut. Die Bautätigkeit ist hoch, kann aber die Nachfrage in den Toplagen oft nicht vollständig decken.

Prognosen für die zukünftige Entwicklung der Grundstückspreise sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Langfristig ist jedoch davon auszugehen, dass die Preise in attraktiven Lagen Nürnbergs aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Bauland und der anhaltenden Nachfrage auf einem hohen Niveau bleiben oder moderat steigen werden. Randlagen könnten von einer stärkeren Zuwanderung aufgrund erschwinglicherer Preise profitieren. Es ist ratsam, die Berichte der Gutachterausschüsse und Immobilienmarktanalysen regelmäßig zu verfolgen, um ein Gefühl für die aktuelle Marktdynamik zu erhalten.

Wo finde ich Informationen zu Nürnberger Grundstückspreisen?

Für Interessenten am Grundstückskauf in Nürnberg gibt es verschiedene zuverlässige Quellen, um sich über aktuelle Preise und Bodenrichtwerte zu informieren. Die erste Anlaufstelle sollte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Nürnberg sein. Dieser stellt die amtlichen Bodenrichtwerte zur Verfügung. Diese Daten sind oft über Online-Portale der jeweiligen Bundesländer oder der Kommunen abrufbar.

  • Amtliches Bodenrichtwertinformationssystem Bayern (BORIS Bayern): Zugang zu aktuellen Bodenrichtwerten für Nürnberg und ganz Bayern.
  • Geschäftsstelle des Gutachterausschusses bei der Stadt Nürnberg: Persönliche Auskünfte und weitere Informationen.
  • Immobilienportale: Bieten einen Überblick über aktuelle Verkaufsangebote, jedoch sollten die angebotenen Preise kritisch hinterfragt werden, da sie nicht immer dem tatsächlichen Wert entsprechen.
  • Immobilienmakler: Können aufgrund ihrer Marktkenntnis detaillierte Einschätzungen geben, oft im Rahmen einer Beratung.
  • Sachverständige für Immobilienbewertung: Erstellen fundierte Verkehrswertgutachten, die auch die individuellen Besonderheiten eines Grundstücks berücksichtigen.

Es empfiehlt sich, mehrere Quellen zu konsultieren, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Insbesondere der Blick in BORIS Bayern ist kostenfrei möglich und bietet eine solide Basis für die erste Recherche. Bei komplexeren Fällen oder Unsicherheiten ist die Beauftragung eines unabhängigen Immobiliensachverständigen anzuraten.

Fazit

Die Grundstückspreise in Nürnberg sind vielschichtig und von zahlreichen Faktoren abhängig. Von der Mikrolage über den Bebauungsplan bis hin zum Erschließungsgrad – all diese Punkte müssen bei der Bewertung eines Grundstücks berücksichtigt werden. Obwohl der Nürnberger Immobilienmarkt in den letzten Jahren einen deutlichen Preisauftrieb erlebt hat, gibt es weiterhin Möglichkeiten für den Grundstückserwerb. Eine sorgfältige Recherche der Bodenrichtwerte, eine genaue Prüfung der Erschließung und des Baurechts sowie gegebenenfalls die Hinzuziehung von Experten sind unerlässlich, um eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen und den Traum vom Eigenheim in Nürnberg erfolgreich zu realisieren. Mit diesen Informationen sind Sie gut gerüstet, um den ersten Schritt in Richtung Grundstückserwerb zu machen.

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