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Energieausweis für Immobilien: Wie lange dauert es?

Wie lange dauert die Erstellung eines Energieausweises? Erfahren Sie, was Verbrauchs- und Bedarfsausweis unterscheidet und wie Sie den Prozess beschleunigen können.

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Energieausweis für Immobilien: Wie lange dauert es?

Der Energieausweis ist für viele Eigentümer eine Pflicht, die sich schnell erledigen lassen soll – doch wie lange dauert die Erstellung wirklich? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab: vom Typ des Ausweises, von der Größe und Komplexität des Gebäudes sowie von der Verfügbarkeit der benötigten Unterlagen. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, was Verbrauchs- und Bedarfsausweis unterscheidet, wie lange Sie in der Regel warten müssen und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um den Prozess zu beschleunigen.

Was ist ein Energieausweis und warum braucht man ihn?

Ein Energieausweis ist ein offizielles Dokument, das die energetische Qualität eines Gebäudes beschreibt. Er zeigt, wie viel Energie ein Haus oder eine Wohnung im Jahr verbraucht oder benötigt und ordnet das Gebäude in eine Effizienzklasse von A+ bis H ein. Diese Klassen geben an, ob ein Gebäude besonders sparsam (A+) oder eher energieintensiv (H) ist. Der Ausweis ist in der Regel zehn Jahre gültig und muss bei Verkauf, Neuvermietung oder Verpachtung vorgelegt werden.

Es gibt zwei Hauptarten: den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Der Verbrauchsausweis basiert auf den tatsächlichen Heizkosten der letzten drei Jahre und ist daher relativ schnell zu erstellen. Der Bedarfsausweis hingegen wird auf Basis der Gebäudedaten berechnet und erfordert eine genauere Analyse der Gebäudehülle, der Heizung und der Dämmung. Beide Ausweise dienen dazu, Interessenten über die Energieeffizienz zu informieren und helfen Eigentümern, Einsparpotenziale zu erkennen.

Verbrauchsausweis: Schnell, aber begrenzt aussagekräftig

Der Verbrauchsausweis ist die schnellere Variante und wird vor allem bei Bestandsimmobilien verwendet, für die die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre vorliegen. Er zeigt den tatsächlichen Endenergieverbrauch pro Quadratmeter und Jahr und ist daher gut geeignet, um den aktuellen Verbrauch zu dokumentieren. Allerdings kann der Verbrauch stark von der Nutzungsgewohnheit der Bewohner abhängen, sodass der Ausweis nicht immer die tatsächliche Effizienz des Gebäudes widerspiegelt.

Die Erstellung eines Verbrauchsausweises ist in der Regel innerhalb von 24 Stunden möglich, wenn alle Unterlagen vollständig sind. Dieser Ausweis ist besonders sinnvoll, wenn keine umfassenden Sanierungen geplant sind und der Fokus auf dem aktuellen Verbrauch liegt. Er ist in der Regel günstiger als der Bedarfsausweis und kann oft online oder bei Energieversorgern beantragt werden.

Bedarfsausweis: Detaillierter, aber zeitintensiver

Der Bedarfsausweis ist die detailliertere Variante und wird häufig bei Neubauten, umfassenden Sanierungen oder bei Gebäuden mit bis zu vier Wohneinheiten verwendet, deren Bauantrag vor 1977 gestellt wurde. Er berechnet den theoretischen Energiebedarf des Gebäudes auf Basis der Gebäudedaten, der Dämmung, der Fenster und der Heizung. Dieser Ausweis ist daher unabhängig von der Nutzungsgewohnheit und gibt einen besseren Einblick in die energetische Qualität des Gebäudes.

Die Erstellung eines Bedarfsausweises dauert in der Regel 2 bis 5 Werktage, kann aber bei komplexen Mehrfamilienhäusern oder fehlenden Unterlagen bis zu 7 Werktage dauern. Ein 24-Stunden-Service ist bei Bedarfsausweisen technisch nicht seriös möglich, da eine gründliche Analyse und oft eine Begehung vor Ort erforderlich sind. Die Kosten liegen in der Regel höher als beim Verbrauchsausweis, da mehr Aufwand betrieben wird.

Faktoren, die die Dauer beeinflussen

Die Dauer der Erstellung eines Energieausweises hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören der Typ des Ausweises, die Größe und Komplexität des Gebäudes, die Verfügbarkeit der Unterlagen und die Auslastung des Energieberaters. Ein einfaches Einfamilienhaus mit vollständigen Unterlagen kann schneller bearbeitet werden als ein großes Mehrfamilienhaus mit vielen Wohneinheiten und unvollständigen Daten.

Weitere Faktoren sind die Saison und die Nachfrage nach Energieausweisen. In Zeiten hoher Nachfrage, wie vor Verkaufs- oder Vermietungsphasen, kann die Bearbeitungszeit länger sein. Zudem kann eine Begehung vor Ort erforderlich sein, was zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Es ist daher ratsam, den Energieausweis frühzeitig zu beantragen, um Verzögerungen zu vermeiden.

Wie Sie den Prozess beschleunigen können

Um die Erstellung eines Energieausweises zu beschleunigen, sollten Sie alle benötigten Unterlagen vorbereiten. Dazu gehören Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre, Baupläne, Grundrisse, Dokumentationen von Sanierungen und Informationen zur Heizung und Dämmung. Je vollständiger die Unterlagen sind, desto schneller kann der Energieberater arbeiten.

Zusätzlich können Sie den Energieberater frühzeitig kontaktieren und einen Termin für die Begehung vor Ort vereinbaren. Es ist auch hilfreich, sich über die verschiedenen Anbieter zu informieren und einen zu wählen, der eine kurze Bearbeitungszeit verspricht. Online-Angebote können oft schneller bearbeitet werden, sind aber in der Regel weniger umfassend als Ausweise, die durch eine persönliche Begehung erstellt werden.

Kosten und Gültigkeit des Energieausweises

Die Kosten für einen Energieausweis variieren je nach Typ und Größe des Gebäudes. Ein Verbrauchsausweis für ein Einfamilienhaus kann unter 100 Euro liegen, während ein Bedarfsausweis mit Begehung vor Ort zwischen 300 und 500 Euro kostet. Bei Mehrfamilienhäusern werden oft zusätzliche Pauschalen pro Wohneinheit berechnet.

Ein Energieausweis ist in der Regel zehn Jahre gültig. Wird das Gebäude jedoch wesentlich modernisiert, etwa durch eine neue Dämmung oder eine komplett neue Heizung, endet die Gültigkeit vorzeitig. Es ist nicht möglich, den bestehenden Energieausweis zu verlängern, sondern es muss ein neuer Ausweis erstellt werden.

Fazit

Die Erstellung eines Energieausweises kann je nach Typ und Umfang des Gebäudes zwischen 24 Stunden und mehreren Tagen dauern. Ein Verbrauchsausweis ist schnell und kostengünstig, während ein Bedarfsausweis detaillierter und zeitintensiver ist. Durch die Vorbereitung aller Unterlagen und die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Energieberater können Sie den Prozess beschleunigen und sicherstellen, dass der Ausweis rechtzeitig vorliegt. Der Energieausweis ist ein wichtiges Instrument, um die energetische Qualität eines Gebäudes zu dokumentieren und potenzielle Einsparpotenziale zu erkennen.

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