Im Kieler Stadtteil Wik soll auf einem etwa acht Hektar umfassenden Areal ein generationenübergreifendes Wohnquartier entstehen, die „Wycker Höfe“. Dieses Vorhaben wird von der Cureus GmbH, einem Projektentwickler der Lindhorst Gruppe, und dem Bauunternehmen Richard Ditting GmbH & Co. KG realisiert. Das Gebiet befindet sich im Nordwesten Kiels, begrenzt durch den Steenbeker Weg, Bremerskamp, Torfmoorkamp und die B76. Es ist geplant, dort zwischen 800 und 1.000 Wohneinheiten zu schaffen, wobei etwa 30 Prozent der Geschossfläche dem öffentlich geförderten Wohnungsbau zugutekommen sollen. Das Konzept umfasst ein Spektrum von Mietwohnungen für diverse Haushaltstypen über spezielle Wohn- und Pflegeangebote für Senioren, Apartments für Studierende, eine Kindertagesstätte bis hin zu kleineren Gewerbeeinheiten.
Die Planung für das Projekt wurde den Mitgliedern des Ortsbeirats Steenbek-Projensdorf vorgestellt. Doris Grondke, Stadträtin für Stadtentwicklung und Bauen in Kiel, bezeichnete das Projekt als einen „bedeutenden Schritt zur Schaffung dringend benötigten Wohnraums in Kiel“. Sie betonte das Potenzial zur Innenentwicklung der Stadt durch ein urbanes Wohnquartier, das soziale Wohnformen und Studierendenwohnungen integriert. Trotz aktueller Herausforderungen im Bausektor äußerten sich die Verantwortlichen zuversichtlich hinsichtlich der baulichen Umsetzung ab 2027, mit dem Ziel, ein Quartier von hoher Aufenthaltsqualität für alle Altersgruppen zu etablieren.
Konzept und Zeitplan der Entwicklung
Kevin Lleshi, Projektleiter der Cureus, hob hervor, dass der Fokus der „Wycker Höfe“ auf bezahlbarem, gefördertem Wohnraum, studentischem Wohnen in Nähe zur Universität und Innenstadt sowie einem umfassenden Wohn- und Pflegeangebot für Senioren liegt. Cureus verantwortet hierbei die Entwicklung von rund zwei Dritteln des Wohnraumangebotes, verteilt auf den nördlichen, südlichen und westlichen Teil des Areals. Entsprechend dem aktuellen Planungsstand wird mit einem Baustart des Hochbaus im Sommer 2027 gerechnet. Eine erste Fertigstellung einer Seniorenresidenz als Teil des ersten von insgesamt fünf Bauabschnitten wird für 2029 prognostiziert. Die weiteren Bauabschnitte sollen sukzessive erfolgen, wobei eine enge Abstimmung mit Ditting und der Stadt Kiel vorgesehen ist. Nikolaus Ditting, geschäftsführender Gesellschafter von Richard Ditting, äußerte sich positiv über die konstruktive Zusammenarbeit und die Schaffung eines „neuen Zuhauses für Menschen aller Generationen mit ganz unterschiedlichen Bedarfen“.
Die ersten Planungen für das Mehr-Generationen-Quartier „Wycker Höfe“, welches einen Hofcharakter in neun separaten Arealen aufweisen soll, begannen bereits 2018; der Beschluss des Bebauungsplans erfolgte Anfang 2026. Das Projekt zeichnet sich durch ein Bekenntnis zu ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit aus. Neben den 30 Prozent öffentlich geförderten Wohnraums sind alle Gebäude nach ambitionierten KfW-Standards projektiert. Die Wärmeversorgung soll primär mittels Fernwärme erfolgen, ergänzt durch regenerative Energiequellen wie Photovoltaikanlagen und Gründächer zur Verbesserung des Mikroklimas.
Infrastruktur und Mobilitätskonzept
Die Erschließung des Quartiers erfolgt primär über den Torfmoorkamp und den Steenbeker Weg. Ein durchdachtes Mobilitätskonzept sieht vor, den Großteil des ruhenden Verkehrs, sowohl für Fahrräder als auch für Kraftfahrzeuge, in Tiefgaragen zu verlegen, um oberirdisch eine menschenfreundliche Gestaltung zu ermöglichen. Geplant sind Angebote für E-Mobilität und Car-Sharing sowie eine Anbindung an das Kieler Velo-Routen-Netz. Die Außenbereiche werden als hochwertige Grünflächen gestaltet, mit geschützten privaten Freiräumen und Spielplätzen in den Gemeinschaftshöfen. Die Stadt Kiel errichtet im Norden des Areals eine dreizügige Kindertagesstätte, an deren Kosten sich Cureus und Ditting beteiligen.
Ein zentraler Quartiersplatz sowie umlaufende Grünzüge sollen als Orte der Begegnung und Naherholung dienen. Im Rahmen des Artenschutzes in Abstimmung mit Naturschutzbehörden bleiben Biotope im Süden erhalten; eine Obstbaumwiese und ein Kleingewässer wurden bereits 2024 angelegt. Zur Lärmminderung entlang der B76 wird eine Lärmschutzwand errichtet. Die Erschließungsarbeiten sind für Herbst 2026 bis Frühjahr 2027 terminiert. Das Projekt bietet eine langfristig attraktive Wohnlage in unmittelbarer Nähe zur Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und den Lubinus-Kliniken.




