Der deutsche Wohninvestmentmarkt bleibt trotz geopolitischer Unsicherheiten, regulatorischer Debatten und erhöhter Aufmerksamkeit für Zinsen und Inflation bemerkenswert stabil. Dieses Resultat geht aus einer exklusiven bundesweiten Umfrage von SCHICK IMMOBILIEN hervor, einem spezialisierten Maklerunternehmen. Das Wohninvestment-Barometer, nunmehr in seiner sechsten Auflage, attestiert eine grundlegende Investitionsbereitschaft der Marktteilnehmer, wenngleich die aktuellen Rahmenbedingungen im Vergleich zum Herbst 2025 mit erhöhter Kritik betrachtet werden.
Eine substanzielle Mehrheit von über 70 Prozent der Befragten bewertet die gegenwärtigen Investitionsmöglichkeiten bei Bestandsimmobilien als mittel bis sehr gut. Parallel dazu antizipieren knapp 58 Prozent der Teilnehmer stabile oder steigende Kaufpreise. Trotz dieser Einschätzungen ist eine gewisse Eintrübung der allgemeinen Marktstimmung feststellbar. Jürgen Michael Schick, Geschäftsführer von SCHICK IMMOBILIEN, hebt hervor, dass die Nachfrage nach Wohnimmobilien anhaltend hoch ist und die Bestände ihren Wert bewahren. Das Vertrauen der Investoren in den Markt sei nicht fundamental erschüttert. Er identifiziert politische Unsicherheit, Regulierungsrisiken und die Sorge vor steigenden Finanzierungskosten als primäre Faktoren, welche die gegenwärtige Entwicklung bremsen.
Entwicklung des Wohninvestment-Index und Investorenverhalten
Im ersten Halbjahr 2026 liegt der Wohninvestment-Index bei 50,4 Punkten, was eine knappe Positionierung im positiven Bereich bedeutet. Dieser Wert signalisiert eine vorsichtigere Markteinschätzung als der des vorangegangenen Barometers (2/2025) und unterschreitet die Kennzahlen der beiden Vorjahre. Der Index aggregiert zentrale Umfrageergebnisse zu Investitionsmöglichkeiten, Preiserwartungen sowie Kauf- und Verkaufsabsichten zu einem Richtwert. Auf einer Skala von 0 (sehr pessimistisch) bis 100 (sehr optimistisch) bietet er eine komprimierte Momentaufnahme der aktuellen Marktstimmung. Herr Schick konstatiert, dass der Index eine erhöhte Vorsicht, jedoch keinen Vertrauensverlust der Marktteilnehmer in den Wohninvestmentmarkt abbildet.
- —Rund 73 Prozent der Befragten beurteilen die Investitionsmöglichkeiten neutral bis positiv, wobei fast ein Drittel die Situation als gut oder sehr gut einstuft. Der Anteil negativer Einschätzungen stieg auf knapp 28 Prozent.
- —Die Preiserwartungen zeigen sich verhaltener: Während im Herbst 2025 noch über 80 Prozent von stabilen oder steigenden Preisen ausgingen, sind es aktuell knapp 58 Prozent. Etwa 42 Prozent der Befragten rechnen nun mit leicht oder stark fallenden Kaufpreisen. Dies deutet nicht auf einen erneuten Preisverfall, sondern auf eine konservativere Marktbewertung hin.
- —Die langfristige Bestandshaltung bleibt mit 71 Prozent der Befragten die präferierte Strategie. Parallel dazu planen rund 42 Prozent in den nächsten zwölf Monaten Ankäufe, während etwa jeder fünfte Marktteilnehmer Verkäufe erwägt.
- —Politische Unsicherheit, insbesondere mögliche Mietrechtsverschärfungen, wird von 82 Prozent der Befragten als größtes Risiko genannt. Makroökonomische Faktoren wie steigende Zinsen oder anhaltende Inflation werden von 64 Prozent als zentrales Risiko wahrgenommen, ein signifikanter Anstieg gegenüber 38 Prozent im vorherigen Barometer.
Großstädte behalten ihre Attraktivität als bevorzugte Zielmärkte für Wohninvestoren. Rund 63 Prozent der Befragten würden innerhalb der kommenden zwölf Monate in städtischen Zentren investieren. Auch das Umland von Metropolen sowie B- und C-Städte werden von jeweils etwa 40 Prozent der Marktteilnehmer als attraktive Investitionsstandorte genannt. Trotz intensiver politischer Debatten über Vergesellschaftung und weitere Regulierungen wird Berlin von einer knappen Mehrheit der bundesweit Befragten als attraktiv oder sehr attraktiv eingeschätzt. Dennoch beeinflussen diese politischen Diskussionen das Vertrauen der Investoren maßgeblich: Rund 58 Prozent führen die politischen Rahmenbedingungen als entscheidenden Faktor für ihre Einschätzung des Berliner Marktes an, und mehr als die Hälfte äußert Bedenken hinsichtlich potenzieller Vergesellschaftungsmaßnahmen.




