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Gewerbeimmobilienmarkt: Globale Stabilität und regionale Divergenzen trotz makroökonomischer Herausforderungen

Der RICS Global Commercial Property Monitor für das erste Quartal 2026 konstatiert eine weitgehende Stabilität der globalen Marktbedingungen von Gewerbeimmobilien, obgleich regionale Verschiebungen und verschärfte Kreditbedingungen zu verzeichnen sind.

Gewerbeimmobilienmarkt: Globale Stabilität und regionale Divergenzen trotz makroökonomischer Herausforderungen

Die Analyse des RICS Global Commercial Property Monitor (GCPM) für das erste Quartal 2026 offenbart geringfügige Veränderungen der Marktbedingungen auf globaler Ebene. Der übergeordnete Commercial Property Sentiment Index (CPSI) verzeichnete einen leichten Rückgang von -1 im vierten Quartal auf -2 im aktuellen Berichtsquartal. Diese globale Stabilität maskiert jedoch signifikante regionale Verschiebungen, hervorgerufen durch den anhaltenden Konflikt im Iran und dessen Auswirkungen auf Energiepreise, Inflationserwartungen sowie Anleiherenditen. Diese makroökonomischen Faktoren beeinflussen die Marktstimmung in den besonders exponierten Regionen.

Innerhalb der Regionen reduzierte sich der CPSI für Amerika von +14 auf +10, was eine Abschwächung der Dynamik in den USA nach einem zuvor sehr starken vierten Quartal indiziert. Der asiatisch-pazifische Raum bleibt mit einem Wert von -12 die Region mit der schwächsten Stimmung, repräsentiert jedoch die geringste negative Tendenz seit dem ersten Quartal 2023. Europa verzeichnete eine weitere Eintrübung der Marktstimmung; der CPSI sank von -6 auf -8, wobei Befragte den Nahost-Konflikt als primäre Ursache für die vorherrschende Vorsicht nannten. Der aggregierte Wert für den Nahen Osten und Afrika fiel von +11 auf +8, was eine deutliche Stimmungsänderung in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit einem Rückgang des CPSI von +37 auf -6 überdeckt.

Verschärfung der Kreditbedingungen und Erwartungen

Die Entwicklung der Kreditbedingungen illustriert die Diskrepanz zwischen globaler Stabilität und regionalen Dynamiken. Eine Verschlechterung wurde in 28 von 30 erfassten Märkten registriert. Die VAE verzeichneten mit einem Rückgang um 91 Punkte die signifikanteste Bewegung, gefolgt von Australien (-85), Spanien (-67), Malaysia (-64) und den Niederlanden (-61). Auch Neuseeland, Singapur und Irland erfuhren erhebliche Rückgänge. In Europa waren Frankreich (-52), Großbritannien (-46) und Italien (-46) am stärksten betroffen. Diese Märkte weisen eine hohe Sensitivität gegenüber inflationären Energiepreisen auf. Lediglich Japan und Hongkong verzeichneten eine Verbesserung, wobei Hongkong eine Erholung von einer vorangegangenen Schwächephase durchläuft. Die umfassende Verschärfung der Finanzierungsbedingungen verdeutlicht, dass trotz einer weitgehend stabilen Gesamtstimmung, Abwärtsrisiken an Prägnanz gewinnen.

Die Kennzahlen für die Mieternachfrage (Occupier Sentiment Index, OSI) und Investitionen (Investment Sentiment Index, ISI) blieben im ersten Quartal nahezu unverändert, was eine anhaltende Dynamik in einzelnen Märkten wie Spanien, Japan, Indien und den USA widerspiegelt, die eine schwächere Nachfrage in anderen Regionen kompensiert. Die Einschätzung der Befragten zur Marktzyklusposition zeigt einen moderaten Rückgang des Anteils derjenigen, die den Markt in einem frühen Aufschwung sehen, wobei diese Kategorie weiterhin die größte Einzelkategorie darstellt und die global stabile, jedoch fragilere Entwicklung reflektiert.

Regionale Divergenzen in Europa

Innerhalb Europas blieb der CPSI im ersten Quartal nahezu stabil, trotz der Unsicherheit durch den Nahost-Konflikt, mit einem marginalen Rückgang von -6 auf -8. Die Kommentare der Befragten zeigten eine vorsichtigere Haltung. Sowohl der OSI als auch der ISI verzeichneten Werte von -8. Eine länderspezifische Analyse offenbart jedoch weiterhin eine deutliche Divergenz der Stimmung in Europa. Spanien, Portugal und Polen zeigten sich am optimistischsten mit jeweils deutlich positiven CPSI-Werten. Am entgegengesetzten Ende des Spektrums positionierten sich Frankreich und Deutschland als die vorsichtigsten Märkte, wobei der Wert für Frankreich sogar leicht negativer als zuvor ausfiel. Auch in Großbritannien hat sich die Stimmung gegenüber der letzten Befragung moderat verschlechtert.

Die Mehrheit der europäischen Befragten (30 %) sieht den Markt weiterhin in einer frühen Phase eines Aufschwungs. Etwa ein Drittel der Befragten schätzt den Markt in den frühen oder späten Phasen eines Abschwungs ein, während jeder fünfte Teilnehmer annimmt, dass der Markt seinen Tiefpunkt erreicht hat. Diese Ergebnisse stimmen weitgehend mit der vorherigen Umfrage überein. Die auffälligste Veränderung im europäischen Kontext ist die Entwicklung des Kreditumfeldes. Befürchtungen vor höherer Inflation, getrieben durch steigende Öl- und Gaspreise, haben die Sorgen bezüglich der Zinsentwicklung verstärkt. Der Gesamtwert der Kennzahl für Kreditbedingungen hat sich in Europa von +23 % (Nettosaldo) auf +5 % abgeschwächt, was bedeutet, dass die Befragten nun ein weitgehend stabiles Finanzumfeld prognostizieren.

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