Das ImmoScout24 WohnBarometer für das zweite Quartal 2026 konstatiert eine anhaltende Stabilität des Kaufmarktes, ungeachtet geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Insbesondere die Angebotspreise für Eigentumswohnungen weisen einen Erholungskurs auf. Bestandswohnungen verzeichnen dabei den zweithöchsten Jahrespreisanstieg seit der Zinswende, während Neubauwohnungen das Preisniveau von 2022 wieder erreichen konnten. Die stabile Nachfrage wird durch konstante Bauzinsen gestützt, dies gilt insbesondere für Metropolregionen und den ländlichen Raum.
Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, betont die klare Stabilisierung des Kaufmarktes im zweiten Quartal. Sie hebt hervor, dass die Werthaltigkeit, die Lage und der Zustand einer Immobilie weiterhin entscheidende Faktoren für die Kaufentscheidung darstellen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer präzisen Bewertung und Auswahl von Objekten in der aktuellen Marktsituation.
Nachfragedynamik und Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen
Das Suchaufkommen in den acht größten deutschen Metropolen ist im Vergleich zum Vorquartal um 2 Prozent gestiegen. Im Umland der Metropolen blieb die Nachfrage mit einem geringen Rückgang von 1 Prozent nahezu konstant. Kreisfreie Städte verzeichneten einen leichten Rückgang des Interesses um 2 Prozent. Eine höhere Dynamik zeigte sich im ländlichen Raum, wo die Nachfrage im Quartalsvergleich um 3 Prozent zunahm.
Die Angebotspreise für Bestandswohnungen stiegen bundesweit im zweiten Quartal 2026 um 1,0 Prozent auf 2.645 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich beträgt das Plus 3,9 Prozent, was dem zweithöchsten Jahresanstieg seit der Zinswende im Jahr 2022 entspricht. Die aktuellen Angebotspreise liegen damit nur noch 4,0 Prozent unter dem Höchststand des ersten Quartals 2022. Unter den Metropolen zeigten Hamburg mit +0,9 Prozent und München mit +0,7 Prozent die stärksten quartalsweisen Preiszuwächse. Mit 5.400 Euro beziehungsweise 8.346 Euro pro Quadratmeter weisen diese Städte bereits sehr hohe Preisniveaus auf. Berlin und Düsseldorf verzeichneten mit jeweils +0,3 Prozent eine moderatere Preisentwicklung. Im Jahresvergleich führte Köln mit +5,2 Prozent die Preisentwicklung an, gefolgt von Leipzig mit +4,7 Prozent und Berlin mit +4,6 Prozent. Stuttgart zeigte mit +0,6 Prozent die geringste Preisdynamik.
Die Angebotspreise für Neubauwohnungen in Deutschland haben im zweiten Quartal 2026 das Preisniveau vor der Zinswende wieder erreicht und lagen bei 4.168 Euro pro Quadratmeter, einem Wert, der dem dritten Quartal 2022 entspricht. Die Preisentwicklung von Neubauwohnungen ist mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 2,3 Prozent im Jahresvergleich weniger dynamisch als die der Bestandswohnungen. Leipzig verzeichnete als günstigste Metropole (5.417 Euro pro Quadratmeter) die stärkste Preisentwicklung innerhalb eines Quartals mit +1,2 Prozent. Frankfurt am Main mit +0,9 Prozent und Hamburg mit +0,8 Prozent folgten. In München war der Anstieg mit 0,3 Prozent marginal. Im Jahresvergleich führte Leipzig ebenfalls mit +5,0 Prozent, gefolgt von Hamburg mit +4,0 Prozent und Köln mit +3,4 Prozent. Stuttgart wies wie bei Bestandswohnungen eine verhaltene Preisentwicklung im Jahresvergleich mit +1,8 Prozent auf.
Entwicklung bei Einfamilienhäusern und Energieeffizienz
Die Angebotspreise für Bestands-Einfamilienhäuser stiegen im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent auf 2.939 Euro pro Quadratmeter und im Jahresvergleich um 3,3 Prozent. Neubauhäuser verzeichneten einen etwas stärkeren Anstieg von 0,9 Prozent im Quartalsvergleich und erreichten 3.957 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich war die Preisentwicklung mit +1,9 Prozent jedoch moderater als bei Bestandsobjekten. Bei Bestandshäusern zeigten Hamburg (+2,4 Prozent), Leipzig (+1,9 Prozent) und München (+1,7 Prozent) die stärkste Jahrespreisdynamik. Bei Neubauhäusern verzeichnete Berlin mit +4,4 Prozent den höchsten Anstieg innerhalb eines Jahres, gefolgt von Hamburg mit +2,7 Prozent.
Eine Langzeitauswertung von ImmoScout24 über die vergangenen zehn Jahre offenbart zudem einen Anstieg des Angebotsanteils von Einfamilienhäusern mit den Energieeffizienzklassen G und H. In Regionen mit hoher Nachfrage entfallen derzeit fast ein Drittel der angebotenen Einfamilienhäuser auf diese beiden niedrigsten Energieeffizienzklassen, im Vergleich zu einem Viertel vor zehn Jahren. In nachfrageschwachen Regionen stieg dieser Anteil im selben Zeitraum von 32 auf 37 Prozent.




