Präsident Donald Trump hat den Kongress aufgefordert, einen bundesweiten Steueranreiz für Film- und Fernsehproduktionen zu schaffen. Dies könnte einen wesentlichen Impuls für Hollywood und andere angeschlagene Studio- und Soundstage-Märkte in den USA darstellen. Trump kündigte an, Treffen mit den Führern beider Parteien zu arrangieren, um die Gesetzgebung voranzutreiben. Obwohl er die genaue Größe oder Struktur nicht näher erläuterte, schlägt ein von Branchenführern unterstützter Vorschlag eine Gutschrift von 20 Prozent auf die Arbeitskosten der US-Produktion vor.
Obwohl 39 Bundesstaaten Produktionsanreize anbieten, verfügt die USA über kein landesweites Programm, das mit den Anreizen in konkurrierenden Ländern vergleichbar ist. Präsident Trump argumentierte, dass die Filmproduktion nach Kanada und in andere Länder abgewandert sei, und schrieb: „Der Kongress sollte umgehend einen bundesweiten Produktionsanreiz genehmigen, um Unterhaltungsjobs in Amerika zu schaffen.“
Angespannte Lage der US-Produktionsbranche
Dieser Vorstoß erfolgt inmitten einer sich verschärfenden Krise für Produktionsflächen und die Unterhaltungsindustrie, die Los Angeles prägt und dessen Wirtschaft antreibt. Die Drehtage im Bezirk L.A. sanken zwischen ihrem Höhepunkt im Jahr 2022 und 2024 um 42 Prozent. Für Südkalifornien wurde die Produktion im letzten Jahr auf 50 bis 70 Prozent unter dem Höchststand geschätzt. Zu diesem Zeitpunkt stand Berichten zufolge etwa die Hälfte der Film- und Fernsehstudios in L.A. leer.
Die sich verschlechternden Bedingungen führten schnell zu erheblichen Problemen für Studio-Vermieter. Hackman Capital Partners geriet mit einer Finanzierung von 1,1 Milliarden US-Dollar für das 1,2 Millionen Quadratfuß große Radford Studio Center in Verzug, woraufhin Goldman Sachs die Kontrolle übernahm. Hackman und Affinius Capital hatten die Immobilie im Jahr 2021 für 1,85 Milliarden US-Dollar erworben und eine Erweiterung im Wert von 1 Milliarde US-Dollar geplant. Auch der bekannte Studiokomplex Television City, wo Hackman eine Sanierung im Wert von rund 1 Milliarde US-Dollar plante, ist in Not geraten. Kreditgeber behaupten, der Vermieter schulde mehr als 357 Millionen US-Dollar für das 25 Hektar große Anwesen. Hudson Pacific Properties kämpft ebenfalls mit dem Produktionsrückgang und steht vor einer Fälligkeit eines Hollywood-Studiokredits von 1,1 Milliarden US-Dollar, während ihr wichtiger Mieter Netflix das Radford Studio Center von Hackman verfolgt.
Staatliche Anreize und internationale Konkurrenz
Die lokale Produktion hat auch im Jahr 2026 weiterhin zu kämpfen. FilmLA meldete im zweiten Quartal 4.711 Drehtage an externen Standorten, ein Rückgang von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Fernsehproduktion um 27,7 Prozent zurückging. Kalifornien hat bereits seine Reaktion drastisch verstärkt, indem es sein jährliches Film- und Fernsehsteuergutschriftprogramm auf 750 Millionen US-Dollar verdoppelt und Gutschriften von bis zu 35 Prozent der qualifizierten Ausgaben anbietet. Das erweiterte Programm generierte in seinem ersten vollen Jahr laut der California Film Commission 6,6 Milliarden US-Dollar an direkten Produktionsausgaben und unterstützte fast 35.000 Jobs für Darsteller und Crew.
Die Gesetzgeber des Staates haben diese Woche auch eine Lösung verabschiedet, nachdem eine neue jährliche Obergrenze von 5 Millionen US-Dollar für Unternehmenssteuergutschriften das Programm zu untergraben drohte. Die Gesetzgebung würde es Studios ermöglichen, Gutschriften innerhalb von zwei statt fünf Jahren auszahlen zu lassen, unabhängige Filme von der Obergrenze auszunehmen und ältere Gutschriften zu verlängern. Dennoch argumentieren Branchenvertreter, dass staatliche Anreize allein nicht mit ausländischen Programmen konkurrieren können. Im vergangenen Jahr wurden 45 Prozent der US-Filme und Drehbücher international gedreht, gegenüber etwa einem Drittel im Jahr 2022.














