Brandenburg präsentierte anlässlich des vierten landesweiten Tags der Baukultur eine Vielzahl von Projekten, welche die dynamische Entwicklung der gebauten Umwelt im Land aufzeigen. Insgesamt 60 Projekte, Initiativen und Standorte öffneten ihre Pforten für interessierte Besucher. Das Spektrum reichte von historischen Dorfkernen über revitalisierte Industrieareale und Infrastrukturmaßnahmen bis hin zu neu konzipierten Wohnquartieren, Sakralbauten, Kulturstätten und aktiven Baustellen.
Die Veranstaltung, federführend organisiert von der Brandenburgischen Ingenieurkammer (BBIK) in Kooperation mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), ermöglichte Tausenden von Besuchern den Zugang zu Orten, die gewöhnlich nur eingeschränkt oder gar nicht öffentlich zugänglich sind. Durch Führungen, Fachgespräche und Ausstellungen wurden Planungs- und Bauprozesse transparent dargestellt und die umfassende Beteiligung verschiedener Akteure an der Gestaltung der gebauten Umwelt verdeutlicht.
Vielfältige Einblicke und politische Präsenz
Das Programm des Aktionstages illustrierte eindrücklich die Allgegenwart von Baukultur, welche sich sowohl in historischen Strukturen als auch in modernen Quartieren, Brücken, Verkehrsinfrastrukturen, öffentlichen Räumen, dörflichen Entwicklungsprojekten und der Umnutzung von Bestandsbauten manifestiert. Diese thematische Diversität stellte einen Kernaspekt des Tags der Baukultur dar.
Vertreter der Brandenburgischen Ingenieurkammer, darunter Präsident Matthias Krebs, Vizepräsident Dirk Hottelmann und Geschäftsführerin Anja Schellhorn, besuchten verschiedene Projekte, die von Eisenhüttenstadt über Kyritz bis ins Lausitzer Seenland reichten. Auch das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung war landesweit präsent. Infrastrukturminister Robert Crumbach besuchte gemeinsam mit BBIK-Präsident Krebs Projekte im Lausitzer Seenland und in Lauchhammer. Staatssekretär Volker-Gerd Westphal war mit BBIK-Vizepräsident Hottelmann in Eisenhüttenstadt unterwegs.
Zu den von Minister Crumbach besuchten Objekten zählte das Projekt „Das Kanu steht Kopf“ am Sedlitzer See, wo ein Multifunktionsgebäude für Wasserwanderer, Vereine und regionale Gäste entsteht. Die Architektur des Gebäudes erinnert an ein umgedrehtes Kanu und dient als touristischer Anziehungspunkt. Weitere Projekte umfassten die Gartenstadt Marga, das Quartier Wagnereck in Lauchhammer sowie das Hotel Lunik und den Wohnkomplex 6 in Eisenhüttenstadt. Minister Crumbach betonte dabei die gesellschaftliche Relevanz guter Baukultur, die Orte der Identität schaffe und dabei offen für Veränderungen bleibe. Er verwies auf die Notwendigkeit, nicht nur Neubau, sondern auch die Fortentwicklung und Anpassung bestehender Strukturen zu fördern.
Messbare Resonanz und Zukunftsgestaltung
Die öffentliche Resonanz unterstrich, dass ein hohes Interesse an der Entwicklung von Städten, Dörfern und Landschaften besteht. Der Tag der Baukultur bot einen niederschwelligen Zugang zu diesem Thema. Die Veranstalter registrierten über 18.000 Aufrufe des Veranstaltungsprogramms sowie mehr als 145.000 erreichte Personen und über 300.000 Abrufe der Social-Media-Inhalte. Diese Zahlen belegen das große öffentliche Interesse und die erfolgreiche Vermittlung von Baukultur durch konkrete Projekte und Begegnungen.
BBIK-Geschäftsführerin Schellhorn hob hervor, dass es der Ingenieurkammer ein Anliegen sei, der breiten Bevölkerung die Prozesse und Ergebnisse des Bauens nahe zu bringen, gemäß dem Motto „DENN INGENIEURE BAUEN (D)EINE ZUKUNFT!“. Dabei gehe es darum, durch Ingenieurleistungen die Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Entwicklung der Regionen für gegenwärtige und zukünftige Generationen aktiv zu gestalten. Sie ergänzte, dass Baukultur keine abstrakte Größe sei, sondern das tägliche Leben konkret präge und das Bewusstsein dafür gestärkt sowie der Dialog zwischen Fachwelt und Gesellschaft gefördert werden müsse.
Nach Aussage von BBIK-Präsident Krebs stellt der Aktionstag eine Einladung dar, die Hintergründe des Bauens zu erkunden. Baukultur sei nicht bloß ein Schlagwort, sondern eine Haltung, die vor der Entwurfsphase beginne und über die Fertigstellung eines Gebäudes hinausreiche. Sie zeige sich im Umgang mit Ressourcen, der Konzeption von Räumen und in Entscheidungsprozessen. Er betonte die besondere Rolle der Ingenieure, da Baukultur dort entstehe, wo Gestaltung, Technik und Verantwortung zusammengeführt werden und Ingenieure nicht nur in Formen, sondern in Tragwerken denken.




