Der Infrastrukturmarkt beginnt die zweite Hälfte des Jahres 2026 mit einer relativen Widerstandsfähigkeit, doch die Investitionsaussichten sind vorsichtiger als zu Jahresbeginn erwartet. Die Anlageklasse profitiert von einer potenziell stabilen Nachfrage und langfristigen strukturellen Wachstumsthemen wie Energiesicherheit, der fortschreitenden Elektrifizierung sowie der Dekarbonisierung. Diese Faktoren tragen maßgeblich zur Attraktivität von Infrastrukturinvestitionen bei.
Im vergangenen Halbjahr haben geopolitische Risiken die makroökonomischen Diskussionen erneut bestimmt. Höhere Zinsen stellen derzeit den signifikantesten Belastungsfaktor für Infrastrukturinvestitionen dar, wenngleich ein längerer Zinserhöhungszyklus an den Märkten aktuell unwahrscheinlich erscheint. Die Kombination dieser Zinsentwicklung mit einer erneuten Energiepreisvolatilität hat die Erwartungen hinsichtlich Wachstum, Bewertungen und der gesamten Marktaktivität gedämpft. Darüber hinaus bleibt die Unsicherheit bezüglich des Iran-Konflikts trotz der erwarteten Eindämmung der Inflation bestehen.
Prognosen und Anlegerstrategien
Vor diesem Hintergrund ist für den weiteren Jahresverlauf bei Infrastrukturinvestitionen eine verhaltenere Wertentwicklung sowie eine vorsichtigere Investitionstätigkeit zu erwarten. Im Gegensatz zu den Anpassungsphasen der Jahre 2023 und 2024 sprechen die augenblicklich robusteren wirtschaftlichen Fundamentaldaten jedoch gegen einen vergleichbaren Rückgang der Marktaktivität. Die Volkswirtschaften präsentieren sich heute stabiler, und Inflationsrisiken gelten als besser kontrollierbar als in vorherigen Perioden.
Die in früheren Phasen makroökonomischer Unsicherheit beobachtete Widerstandsfähigkeit der Anlageklasse dürfte weiterhin dazu beitragen, dass Infrastruktur eine stabilisierende Rolle innerhalb von Portfolios einnimmt. Anleger werden voraussichtlich verstärkt auf konkrete Parameter achten müssen. Dies umfasst Aspekte wie Preisdisziplin, eine solide Bilanzstruktur, Inflationsschutz, die operative Umsetzbarkeit sowie die Planbarkeit der Nachfrage.
Attraktives Umfeld in Europa
Insbesondere in Europa bietet sich für Investoren weiterhin ein strukturell attraktives Umfeld für Infrastrukturinvestitionen. Diese Einschätzung stützt sich auf etablierte und sich weiterentwickelnde regulatorische Rahmenbedingungen. Ein breites und diversifiziertes Spektrum investierbarer Infrastrukturanlagen ergänzt dies. Hinzu kommt ein umfassender Investitionsbedarf in verschiedenen Sektoren.
- —Sicherstellung der Energiesicherheit
- —Vorantreibung der Elektrifizierung
- —Ausbau der digitalen Infrastruktur
- —Förderung nachhaltiger Mobilität
- —Stärkung der strategischen Resilienz
Diese Analyse wurde von Richard Marshall, Head of Research, Infrastructure bei der DWS, bereitgestellt und unterstreicht die Komplexität und die Chancen des aktuellen Infrastrukturmarktes.




