Soul of Concrete hat die vierte Ausgabe der PropTech Innovation Challenge (PIC) des Urban Land Institute (ULI) in Deutschland für sich entschieden. Das in Dresden ansässige Unternehmen entwickelt mit seiner Technologie SOUL eine neuartige dreidimensionale, fasergewickelte Bewehrung. Diese Lösung ist konzipiert, um konventionelle Stahlbewehrung im Betonbau zu ersetzen. Die Bewehrung wird automatisiert als fertiges Modul produziert und in einem einzigen Arbeitsschritt eingesetzt.
Die prämierte Innovation adressiert mehrere zentrale Herausforderungen des Bausektors, darunter hohe Arbeitskosten, geringe Produktivität, CO₂-Emissionen und die Korrosionsanfälligkeit traditioneller Stahlbewehrungen. Während die Herstellung konventioneller Stahlbewehrungen aufwendiges Schneiden, Biegen und Zusammenfügen erfordert, ermöglicht SOUL eine automatisierte Fertigung vollständiger Bewehrungsmodule. Die Technologie ist in der Lage, verschiedene Fasermaterialien wie Carbon, Basalt, Aramid, Glas oder Naturfasern zu verarbeiten. Das Unternehmen gibt an, dass sich dadurch die Gesamtkosten am fertigen Bauteil um bis zu 40 Prozent senken, die Einbauzeit der Bewehrung um bis zu 20-mal beschleunigen und der eingebettete CO₂-Fußabdruck um bis zu 80 Prozent reduzieren lassen. Ein weiterer Vorteil ist die Korrosionsfreiheit der Bewehrung.
Technologischer Fortschritt für eine resiliente Bauwirtschaft
Ludwig Raps, Co-Founder und Managing Director von Soul of Concrete, betonte, dass die Betonbewehrung über Jahrzehnte kaum grundlegende Veränderungen erfahren habe. Die Technologie von SOUL setze genau an diesem Punkt an, indem sie einen arbeitsintensiven handwerklichen Prozess in ein automatisiert herstellbares Produkt überführt. Er äußerte sich erfreut über die Anerkennung der Jury, welche den Beitrag der Technologie zu einer resilienteren Immobilien- und Bauwirtschaft bestätigt. Die Auszeichnung sei Bestätigung und Ansporn, die Technologie gemeinsam mit Partnern in die praktische Anwendung und Skalierung zu bringen.
Das ULI lobt die PropTech Innovation Challenge europaweit aus, um innovative und skalierbare Lösungen für die Immobilienwirtschaft sichtbar zu machen und den Austausch zwischen etablierten Marktteilnehmern, Start-ups sowie der Technologiewelt zu fördern. Das Leitthema der Initiative für das Jahr 2026 ist Resilienz in der Immobilienwirtschaft. Gesucht wurden Lösungen, welche die gebaute Umwelt widerstandsfähiger gegenüber ökonomischen, ökologischen und sozialen Belastungen gestalten. Die deutsche Fachjury überzeugte Soul of Concrete mit einem Ansatz, der einen bislang stark handwerklich geprägten Arbeitsschritt industrialisiert.
Sabine Georgi, Geschäftsführerin des ULI für Deutschland, Österreich und die Schweiz, hob hervor, dass Resilienz in der Immobilienwirtschaft weit über die reine Krisenreaktion hinausgeht. Sie beginne dort, wo Strukturen, Prozesse und Technologien so modifiziert werden, dass die gebaute Umwelt langfristig leistungsfähig, bezahlbar und anpassungsfähig bleibt. Frau Georgi gratulierte Ludwig Raps und dem gesamten Team von Soul of Concrete. Der Fokus der Technologie liegt zunächst auf Betonfertigteilen; perspektivisch ist der Einsatz auch für Gebäude, Brücken und weitere Infrastrukturbauten vorgesehen.
Jurierung und Ausblick
Die eingereichten Lösungen wurden anhand von drei Kriterien bewertet: potenzieller Impact, Innovationsgrad sowie Markteinführungspotenzial und Adoptionswahrscheinlichkeit. Im Zentrum der diesjährigen Challenge standen umsetzbare, skalierbare und wettbewerbsfähige Innovationen, die resiliente Geschäftsmodelle fördern und die langfristige Tragfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Immobilien gewährleisten. Soul of Concrete qualifiziert sich als deutscher Gewinner für das paneuropäische Grand Final im September. Der europäische Gesamtsieger wird im Rahmen des C Change Summit am 5. November 2026 in Dublin bekannt gegeben.
- —Julia Arlt, Unternehmerin und Gründerin, Global Digital Real Estate Leader, PwC
- —Prof. Dr. Christos Chantzaras, Professor für Entrepreneurship im Bauwesen, Frankfurt University of Applied Sciences
- —Sabine Georgi, Geschäftsführerin, ULI Deutschland/Österreich/Schweiz
- —Gregor Grassl, Associate Partner, Drees & Sommer














