Die Königstraße 1c in Stuttgart, ein ehemals prägendes Einzelhandelsgebäude, erfährt eine umfassende Transformation. Die Bauarbeiten, verantwortet durch das Stuttgarter Unternehmen WOLFF & MÜLLER, umfassen den konstruktiven Rückbau sowie die Neugestaltung von Rohbau, Fassade und Dach. Das 1960 errichtete Objekt, ehemals Standort von Hertie- und Karstadt-Filialen, wird zu einem gemischt genutzten Gebäude mit einer Gesamtmietfläche von circa 12.600 Quadratmetern revitalisiert. Geplant sind Einzelhandels- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss, ergänzt durch Bürokapazitäten in den Obergeschossen eins bis fünf.
Der Bauherr LBBW Immobilien, vertreten durch die eigens hierfür gegründete Tochtergesellschaft Schlossgartenbau AG, strebt mit diesem Projekt eine Neupositionierung des Standorts als „Eingangstor zur City“ an. Ralf Hoffmann, Vorstand der Schlossgartenbau AG, betonte die Bedeutung der Bauexpertise von WOLFF & MÜLLER, mit denen bereits in einer zweijährigen Vorphase eng kooperiert wurde. WOLFF & MÜLLER, mit seiner 90-jährigen Präsenz in Stuttgart, sieht sich durch dieses Vorhaben in seinem Verständnis einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung bestätigt, wie Dr. Albert Dürr, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, ausführte.
Bauweise und Zeitrahmen
Ein wesentliches Merkmal des Umbaus stellt die Holzhybridbauweise dar. Die bisher überdachte Theaterpassage wird geöffnet, um eine verbesserte Verbindung zwischen der Königstraße und dem Schlossgarten herzustellen. Der Zeitplan für das Bauvorhaben ist ambitioniert: Der Rohbau soll bis zum 13. September 2027 abgeschlossen sein, die Eröffnung des Gebäudes ist für Mitte 2028 vorgesehen. Weiterhin ist eine DGNB-Zertifizierung in Gold für die Revitalisierung des Bestandsgebäudes angestrebt.
Die baulichen Maßnahmen umfassen zunächst den vollständigen Rückbau der Obergeschosse zwei bis fünf sowie der Theaterpassage. Anschließend werden Fundamente, die beiden Untergeschosse, das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss saniert und für die zukünftigen Lasten ertüchtigt. Hierzu gehören Spezialtiefbaumaßnahmen wie Hochdruckinjektionen und eine Chloridsanierung von Betonbauteilen. Die neu zu errichtenden Obergeschosse zwei bis fünf erhalten eine Struktur aus Betonstützen, Stahlträgern und Holzhybriddecken. Den Abschluss bilden Fassade und Dachabdichtung, wobei die Fassade als Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstruktion mit großen Panoramafenstern und abgerundeten Ecken ausgeführt wird. Die zum Schlossgarten ausgerichteten Dachflächen werden auf drei Ebenen begrünt und begehbar gestaltet; ein eingeschnittener Innenhof sorgt für zusätzliche natürliche Belichtung und Belüftung des Gebäudes.
Herausforderungen der Baudurchführung
Thomas Häberle, Projektleiter bei der WOLFF & MÜLLER Hoch- und Industriebau GmbH & Co. KG, Niederlassung Stuttgart, hob die Komplexität des Vorhabens hervor. Die Baumaßnahmen verbinden die Ertüchtigung und Sanierung des Bestands mit einem Neubau in Holzhybridbauweise, berücksichtigen eine anspruchsvolle Fassadenkonstruktion und erfordern die Koordination zahlreicher Gewerke auf begrenztem Raum. Eine besondere Herausforderung stellt die Baulogistik in der Stuttgarter Innenstadt dar, da das Baufeld an drei Seiten an die Fußgängerzone grenzt und auf der vierten Seite ein Bestandsgebäude anschließt. Während der gesamten Bauzeit muss zudem die Tiefgarage in Betrieb bleiben. Eine detaillierte Planung und präzise abgestimmte Abläufe mittels Building Information Modeling (BIM) sind für die Bewältigung dieser Gegebenheiten essenziell. WOLFF & MÜLLER verfügt über einschlägige Erfahrung mit komplexen Bauvorhaben in der Stuttgarter Innenstadt, wie etwa dem kürzlich fertiggestellten Büro-, Geschäfts- und Wohnhaus TWO.ONE in der Theodor-Heuss-Straße 21 und dem derzeit im Bau befindlichen PATIO an der Ecke König-/Schulstraße.




