Der deutsche Retail-Markt zeigte sich in der ersten Jahreshälfte 2026 weiterhin dynamisch. In den 25 meistbesuchten Einkaufsstraßen wurden bis Ende Juni rund 183 Millionen potenzielle Kunden registriert, was einem leichten Rückgang von 0,8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Abweichungen, welche im Juni ein Minus von fast 3 % und im Mai ein Plus von knapp 2 % gegenüber 2025 aufwiesen, werden primär auf witterungsbedingte Einflüsse zurückgeführt. Dies resultiert durchschnittlich in etwa 7,32 Millionen Personen pro Einkaufsstraße im Ranking der Top-25-Shoppingmeilen.
Begleitend zu diesem stabilen Passantenaufkommen verzeichnete der Einzelhandelsmarkt ein hohes Flächenumsatzvolumen. Mit rund 238.000 m² lag der Flächenumsatz über dem Durchschnitt seit 2020 (circa 228.000 m²), auch wenn er das bemerkenswerte Vorjahresergebnis von 251.000 m² um 5 % unterschritt. Ein maßgeblicher Faktor für die starke Bilanz 2025 waren Nachvermietungen von Kaufhausflächen, die allein in den ersten beiden Quartalen des Vorjahres 44.000 m² beziehungsweise 17 % des Gesamtvolumens ausmachten. Im aktuellen Berichtszeitraum wurden bereits 26.000 m² (11 % des Volumens) in ehemaligen Galeria- und Modekaufhäusern neu vergeben, was die anhaltende Dynamik in diesem Segment unterstreicht.
Internationale Akteure prägen die Marktentwicklung
Insbesondere internationale Einzelhändler tragen signifikant zur aktuellen Marktentwicklung bei. Seit Jahresbeginn wurden fast 15 Markteintritte verzeichnet, eine Zahl, die das Niveau des gesamten Jahres 2025 bereits übertrifft. Zu den neuen Akteuren zählen hierbei unter anderem die amerikanischen Activewear-Marke Alo Yoga in Berlin sowie der Outdoor-Ausrüster Yeti in München. Brands aus den USA stellen mit einem Anteil von 12 % die zweitaktivste Herkunftsregion unter den internationalen Labels dar. Führend sind hier die dänischen Marken mit 17 %, knapp gefolgt von asiatischen Akteuren mit 10 %.
- —Mehrere internationale Marken wie Miniso, Pop Mart und UOUOROSE (Asien), Bershka und Stradivarius (Inditex), Only & Sons und Name it (Bestseller) sowie Skins Cosmetics (Niederlande) forcierten ihre Expansionspläne.
- —Die Gastronomie verzeichnet ebenfalls Expansionstendenzen, mit Restaurantketten wie Burgermeister, 60 Seconds to Napoli und Goldies, die neue Standorte eröffneten.
- —Der Food-Sektor macht 22 % der Vermietungen und Eröffnungen aus; das Fashion-Segment erreichte 28 % aller Transaktionen.
- —Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of Retail Services, hob hervor, dass die Vielfalt der Marken und Konzepte die breite internationale Nachfrage für innerstädtische Einzelhandelsflächen belegt. Die rasche weitere Expansion vieler dieser Einzelhändler nach dem Markteintritt deutet auf gute Umsatzpotenziale in deutschen Citylagen hin.
Der Aufwärtstrend in den innerstädtischen Lagen wird zudem durch die Entwicklung der Spitzenmieten untermauert. Von den 115 Einkaufsstraßen in A- und B-Städten, die BNP Paribas Real Estate analysiert, zeigen 9 % leichte Mietsteigerungen. Dies übertrifft den Anteil der Shoppingmeilen mit sinkenden Werten, der 7 % beträgt. Für die Mehrheit der A-Lagen, etwa 84 %, sind allerdings weiterhin stabile Spitzenmieten ohne signifikante Veränderungen zu konstatieren.




