Auf Einladung von Oberbürgermeister Dominik Krause versammelten sich am Dienstagvormittag rund 80 Repräsentanten der Münchner Wohnungswirtschaft im Rathaus. Das Treffen umfasste Vertreter privater Bauträger, Genossenschaften, der Münchner Wohnen sowie Mandatsträger aus Politik und Stadtverwaltung. Ziel der Zusammenkunft war die Analyse des aktuellen Einbruchs im Wohnungsbau und die Identifizierung kommunaler Maßnahmen, um die Neubautätigkeit in der bayerischen Landeshauptstadt zu revitalisieren. Drei Impulsvorträge wurden von der GIMA München (Genossenschaftliche Immobilienagentur München), der VMW (Vereinigung Münchner Wohnungsunternehmen) und dem BfW (Verband der freien Immobilien- und Wohnungsunternehmen in Bayern) eingebracht.
Die Teilnehmer nutzten die Plattform, um auf bestehende Herausforderungen in bürokratischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht hinzuweisen. Seitens der Wohnungswirtschaft wurden konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet und Ideen skizziert. Diese Anregungen wurden von der Stadtverwaltung zur Prüfung aufgenommen, um deren Umsetzbarkeit in den kommenden Wochen zu evaluieren.
Fokus auf bezahlbaren Wohnraum und Verfahrensoptimierung
Oberbürgermeister Dominik Krause betonte, dass Wohnen in München eine zentrale soziale Dimension darstelle und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zunehmend eine Belastung für das gesellschaftliche Miteinander werde. Er hob hervor, dass das gemeinsame Ziel darin bestehen müsse, den Bau von bezahlbarem Wohnraum in München signifikant zu beschleunigen. Dafür seien verbesserte Rahmenbedingungen vonseiten der Verwaltung und Politik erforderlich. Im Rahmen des Gipfels benannten Fachleute aus verschiedenen Branchen die Beschleunigung von Verfahren sowie die Reduzierung von Auflagen und Vorgaben als vorrangige Herausforderungen. Krause konstatierte, dass nun Politik und Stadtverwaltung am Zug seien, um in einem gemeinsamen Kraftakt die Wohnungskrise in München zu bewältigen. Der Oberbürgermeister dankte allen Teilnehmern für den konstruktiven Austausch und betonte den erkennbaren gemeinsamen Willen zur Überwindung der Krise.
Andreas Eisele, Präsident des Verbands der freien Immobilien- und Wohnungsunternehmen in Bayern (BFW), begrüßte die Initiative des Oberbürgermeisters, direkt nach dessen Vereidigung zu einem solchen Gipfel einzuladen. Er interpretierte dies als Beleg für die hohe Priorität des Themas in der neuen Amtsperiode. Der BFW Bayern werde die Entscheidungsträger bei der Bereitstellung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum nach Kräften unterstützen. Eisele hob hervor, dass nur durch einen engen Dialog zwischen Immobilienwirtschaft und Stadt die Expertise gebündelt werden könne, um die Attraktivität Münchens langfristig zu sichern.
Gemeinsame Zielsetzung: 50.000 Wohneinheiten und neue Entscheidungskultur
Thomas Schimmel von der Genossenschaftlichen Immobilienagentur München (GIMA), als Vertretung der aktiven Genossenschaften, sprach seinen Dank für die Einladung zum Wohnungsgipfel aus. Er unterstrich, dass die Genossenschaften für die langfristige Schaffung und Bereitstellung von bezahlbarem und qualitätsvollem Wohnen für breite Bevölkerungsschichten sowie für ein „Mehr als Wohnen“ stünden. Um das Ziel von 50.000 Wohneinheiten zu erreichen, seien strukturelle Änderungen unerlässlich, die nur in Kooperation mit allen Akteuren aus Politik und Verwaltung realisiert werden könnten. Schimmel sicherte dem Wohnungsgipfel die breite Unterstützung der Genossenschaften zu.
Birgit Eckert-Gmell von der Vereinigung Münchener Wohnungsunternehmen wies darauf hin, dass Planungs- und Bauphasen langwierig und kostenintensiv seien. Lediglich stabile Vorgaben ermöglichten es Genossenschaften und sozialen Bestandshaltern, Neubauprojekte mit leistbaren Mieten zu entwickeln. Sie äußerte die Erwartung einer neuen Entscheidungskultur in den städtischen Referaten in Zusammenarbeit mit der neukonstituierten Stadtpolitik. Eckert-Gmell nahm eine „neue Aufbruchsstimmung für ein gemeinsames Möglichmachen“ wahr und freue sich auf die Fortsetzung des konstruktiven Dialogs, um mehr bezahlbaren Wohnraum für München zu schaffen.




