Die PORR AG positioniert sich mit ihrer Sparte PORR Healthcare als umfassender Dienstleister für Gesundheitsimmobilien. Das Unternehmen bietet ein integriertes Leistungsspektrum, das die Planung, den Bau und die technische Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen umfasst. Dieser Ansatz reagiert auf den steigenden Bedarf an spezialisierter Gesundheitsinfrastruktur, der maßgeblich durch die demografische Entwicklung in Europa getrieben wird.
Die Expansion des Portfolios wurde Ende 2025 durch die Übernahme der VAMED Standortentwicklung und Engineering GmbH verstärkt. Diese Akquisition führte zur Integration von mehr als 30 zusätzlichen Gesundheitsprojekten, insbesondere in Österreich und Rumänien. Zu den signifikanten Projekten zählen das AUVA Rehazentrum Meidling, die Erweiterung des Wiener Hanusch-Krankenhauses, das Tiroler Bezirkskrankenhaus Reutte sowie das Krankenhaus Wiener Neustadt.
Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR, hebt hervor, dass die PORR durch die Erweiterung der Kapazitäten nun nicht nur die bauliche Planung und Realisierung, sondern auch die Betriebsorganisations- und Medizintechnikplanung anbietet. Diese umfassende Herangehensweise ermöglicht die Abwicklung von Gesundheitsimmobilienprojekten von der Konzeption bis zur vollständigen Inbetriebnahme und stellt nach Aussage von Strauss ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb dar. Das erweiterte Leistungsportfolio wird sukzessive in allen Kernmärkten des Unternehmens implementiert.
Anforderungen an zeitgemäße Gesundheitsbauten
Die Komplexität moderner Gesundheitsgebäude erfordert spezialisierte Kompetenzen, da das globale Gesundheitswesen einem stetigen Wandel unterliegt. Die PORR begegnet diesen Herausforderungen mit modularen Bauweisen, die eine flexible Anpassung von Stationen und Grundrissen an neue Technologien oder veränderte klinische Anforderungen ermöglichen. Ein weiterer Fokus liegt auf der technischen Infrastruktur im Zuge der Digitalisierung und des Trends zum „Smart Hospital“. Hierbei werden Gebäude als vernetzte Systeme konzipiert, die Künstliche Intelligenz, Telemedizin und die digitale Vernetzung von Patienten, Personal und Versorgungsprozessen unterstützen. Digitale Planungsprozesse wie Building Information Modeling (BIM) kommen bereits in frühen Phasen zum Einsatz und schaffen detaillierte Datenmodelle der Gebäude. Zusätzlich integriert die PORR Nachhaltigkeitskriterien und ressourcenschonende Bauweisen, um dem hohen Energie- und Wasserverbrauch von Kliniken zu begegnen. Simulationsmodelle und integrative Planungsansätze tragen dazu bei, die Effizienz des Krankenhausalltags zu optimieren, indem beispielsweise unnötige Wege minimiert werden.
Internationale Referenzprojekte
Aktuell realisiert die PORR den Neubau des Pavillons 6 am Hanusch-Krankenhaus in Wien für die Österreichische Gesundheitskasse. Das schlüsselfertige Projekt umfasst eine Fläche von rund 10.500 m² mit 66 Betten und einem Operationsbereich, inklusive der Integration innovativer Medizintechnik. In Reutte wird das Bezirkskrankenhaus in mehreren Phasen saniert und technisch modernisiert, während der Betrieb aufrechterhalten bleibt. Hier entstehen modernisierte Bereiche für verschiedene Fachabteilungen.
Auch in anderen europäischen Heimmärkten ist die PORR aktiv. In Polen realisiert das Unternehmen fünf Projekte, darunter den Neubau des Onkologischen Krankenhauses in Wrocław. Dieses Vorhaben mit einem Auftragswert von nahezu 250 Millionen Euro stellt die größte öffentliche Investition in die Gesundheitsinfrastruktur der Region dar. Das im Design-and-Build-Verfahren umgesetzte Gebäude wird über 100.000 m² Bruttogeschossfläche umfassen, vier oberirdische Geschosse, ein Untergeschoss, 26 Bettenstationen und 30 ambulante Behandlungseinheiten bieten. Ein weiteres polnisches Projekt ist ein interdisziplinäres Behandlungs- und Diagnosezentrum für das Mutter-Kind-Institut in Warschau, ebenfalls im Design-and-Build-Verfahren, das die Lieferung und Installation hochspezialisierter Medizintechnik einschließt. In diesem Quartal wird zudem die neue Kardiologie-Abteilung im Bielański-Krankenhaus in Warschau fertiggestellt, ausgestattet mit modernster Medizintechnik wie einer Angiografieanlage.
In Tschechien errichtete die PORR das Intensive Care Simulation Centre (SCIM) für das Universitätsklinikum Motol und Homolka in Prag. Diese Trainingsanlage ermöglicht Übungen für kritische klinische Situationen. Die Planung und der Bau der technologisch anspruchsvollen Räumlichkeiten erfolgten unter Anwendung von Building Information Modeling (BIM) und LEAN-Methoden. Die Projektsumme belief sich auf rund 20,4 Millionen Euro. Herr Strauss bestätigt, dass PORR Healthcare für die Entwicklung zukunftsfähiger Gesundheitsinfrastruktur steht.




