Im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 haben die dem Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) angehörenden Institute Immobiliendarlehen im Gesamtvolumen von 80,4 Mrd. Euro ausgereicht. Dies markiert eine Zunahme von 8,5 % im Vergleich zum ersten Halbjahr des Jahres 2025, in dem 74,1 Mrd. Euro vergeben wurden. Wohnimmobiliendarlehen stellten mit 62,3 % weiterhin den größten Anteil an diesem Finanzierungsgeschäft dar. Ihr Volumen belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 50,1 Mrd. Euro, was einem Plus von 5,3 % gegenüber den 47,6 Mrd. Euro des Vorjahres entspricht.
Die Darlehensvergabe für Gewerbeimmobilien verzeichnete eine stärkere Wachstumsrate von 14,3 %, erreichte jedoch mit 30,3 Mrd. Euro ein im langfristigen Vergleich weiterhin niedriges Niveau. Im ersten Halbjahr 2025 lag dieses Volumen bei 26,5 Mrd. Euro. Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt vom vdp äußerte, dass das Immobilienfinanzierungsneugeschäft der Pfandbriefbanken im ersten Halbjahr 2026 Zuwächse aufweise und die Entwicklung in diesem Segment solide verlaufe. Er betonte jedoch, dass die Darlehensvergabe nach wie vor deutlich unter den Volumina liege, die vor der Zinswende verzeichnet wurden.
Perspektiven und politische Forderungen
Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet Herr Tolckmitt unter den gegebenen Rahmenbedingungen allenfalls mit leichten Steigerungen des Neugeschäfts. Er ging davon aus, dass geopolitische Unsicherheiten, die allgemeine Konjunkturschwäche sowie die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt dämpfende Effekte auf die Immobilienfinanzierung ausüben werden. In diesem Kontext appellierte der Hauptgeschäftsführer an die Politik, die Wohneigentumsbildung privater Haushalte verstärkt zu fördern. Er wies darauf hin, dass die eigenen vier Wände weiterhin die beste Form der Altersvorsorge darstellen. Die hohe Quote an Mietwohnungen in Deutschland verdeutliche das große Potenzial einer konsequenten Wohneigentumsförderung.
Als eine konkrete Maßnahme nannte Herr Tolckmitt eine mögliche Senkung der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer. Dies könnte die Zugangshürden zum Wohneigentum signifikant reduzieren, einen geringeren Fremdkapitalbedarf nach sich ziehen und somit den Immobilienerwerb erschwinglicher gestalten. Zusätzlich würde dies zur Entlastung des Mietwohnungsmarktes beitragen.
Entwicklung nach Immobilienklassen
Der Anstieg des Volumens an Wohnimmobiliendarlehen auf 50,1 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2026 wurde durch Zuwächse in nahezu allen Immobilienklassen getragen. Besonders hervorzuheben ist der relative Anstieg von 7,3 % bei Darlehen für Mehrfamilienhäuser, die ein Volumen von 13,2 Mrd. Euro erreichten. Finanzierungen von Eigentumswohnungen und von Ein- und Zweifamilienhäusern verzeichneten Wachstumsraten von 6,7 % beziehungsweise 4,0 %, mit Volumina von 11,2 Mrd. Euro und 23,2 Mrd. Euro. Die Darlehensvergabe für sonstige wohnwirtschaftliche Objekte, darunter Bauland, entsprach mit 2,5 Mrd. Euro dem Vorjahreswert.
Im Bereich der Gewerbeimmobilienfinanzierung speiste sich der Volumenzuwachs auf 30,3 Mrd. Euro primär aus Finanzierungen für Handelsgebäude, die um 40,6 % auf 9,0 Mrd. Euro anstiegen. Darlehen für Büroobjekte (14,8 Mrd. Euro) und Hotels (2,4 Mrd. Euro) wiesen Wachstumsraten von 9,6 % beziehungsweise 9,1 % auf. Demgegenüber zeigten sich das Neugeschäft bei Industriegebäuden (0,5 Mrd. Euro) und sonstigen gewerblich genutzten Objekten (3,6 Mrd. Euro) rückläufig, mit Rückgängen von 16,7 % beziehungsweise 5,3 %.
Die Darlehensbestände entwickelten sich gegenläufig: Die neu vergebenen Wohnimmobiliendarlehen führten zu einem moderaten Bestandszuwachs von 1,3 % auf 762,9 Mrd. Euro zum Stichtag 30. Juni 2026. Der Gewerbeimmobilienfinanzierungsbestand sank hingegen um 3,5 % auf 278,4 Mrd. Euro, da das Neugeschäft nicht ausreichte, um die Tilgungen zu kompensieren. Der Gesamtbestand an Immobiliendarlehen verblieb mit 1.041,3 Mrd. Euro auf dem Niveau des Vorjahres.














