Die Wohnungsgenossenschaft Gartenstadt Hamburg eG hat einen wesentlichen Schritt in der Entwicklung eines neuen Wohnquartiers auf einem Areal von circa 3,6 Hektar zwischen Berner Heerweg und Meiendorfer Stieg im Stadtteil Farmsen-Berne (Bezirk Wandsbek) vollzogen. Mit der finalen Jurysitzung am 31. März 2026 wurde das zweiphasige städtebauliche, hochbauliche und freiraumplanerische Werkstattverfahren „Gemeinschaftliches Wohnen Berne“ erfolgreich abgeschlossen. Dieses Verfahren dient der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Genossenschaftsmitglieder und der strukturierten Weiterentwicklung der vorhandenen Fläche.
Die Genossenschaft befasst sich seit dem Jahr 2023 intensiv mit diesem Entwicklungsvorhaben. Im Vorfeld des Werkstattverfahrens wurden interne Beteiligungsformate und Workshops zur Zielbildentwicklung durchgeführt. Herr Florian Kopitzki, Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft, äußerte, dass gemeinsam mit den Mitgliedern wichtige Rahmenbedingungen für das Verfahren geschaffen und festgelegt wurden, wodurch die künftigen Anforderungen an das Wohnen als grundlegendes Element in der Aufgabenstellung verankert werden konnten.
Konzept und Entwurf des Quartiers
Das zentrale Ziel der Entwicklung war die Konzeption eines Quartiers, das gemeinschaftliches und lebendiges Wohnen in einer grünen Umgebung ermöglicht. Es sollten diverse Wohnformen für unterschiedliche Bewohner geschaffen werden, wobei nachhaltige und zukunftsfähige städtebauliche sowie freiraumplanerische Strukturen innerhalb eines wirtschaftlichen Rahmens realisiert werden sollten.
Der 1. Preis in dem Verfahren wurde dem Entwurf der EMI Architekt*innen AG aus Zürich in Zusammenarbeit mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur Zürich/München zugesprochen. Die Fachjury, die sich aus Vertretern der Genossenschaft, der Bezirkspolitik, der städtischen und bezirklichen Verwaltung sowie externen Experten zusammensetzte, votierte einstimmig für diesen Entwurf. Die Jurybegründung hob hervor, dass der Entwurf den Gedanken eines „Idealtypus der Gartenstadt aufgreift und in ein zukunftsfähiges räumliches Grundgerüst übersetzt“.
Der städtebauliche Ansatz des Siegerentwurfs sieht eine offene Bebauung vor, die von prägnanten Rändern entlang des Berner Heerwegs, der Berner Brücke, des Meiendorfer Stiegs und der Saseler Straße charakterisiert ist. Durch die strategische Anordnung der Baukörper an den Rändern der Baufelder entstehen im Inneren des Quartiers weitläufige Außenräume mit begrünten Höfen. Diese werden die zukünftige Mitte des genossenschaftlichen Lebens bilden. Der Entwurf integriert bestehende, erhaltenswerte Baumbestände und ergänzt diese durch Neupflanzungen. Die bereits im Quartier ansässige Kindertagesstätte „Kinderhaus Berne“ soll gegebenenfalls einen neuen Standort im nördlichen Bereich des Planareals an der Saseler Straße erhalten.
Realisation und Ausblick
Insgesamt umfasst der Entwurf die Entwicklung eines nachhaltigen und grünen Quartiers mit vorgesehenen rund 380 Wohneinheiten. Die Jury lobte, dass der Entwurf sich „filigran, aber selbstbewusst in das Umfeld integriert und dabei eine identitätsstiftende Strahlkraft entfaltet.“ Das Konzept sieht die Schaffung lebenswerter Wohnformen für verschiedene Nutzergruppen sowie gemeinschaftsfördernder Begegnungsorte vor. Darüber hinaus sind großzügige grüne Aufenthaltsbereiche für alle Bewohner geplant. Die Entwicklung des Quartiers soll in Bauabschnitten erfolgen, um eine kontinuierliche Umsetzung im Einklang mit den Bestandsgebäuden zu gewährleisten, welche teilweise noch von Genossenschaftsmitgliedern bewohnt werden. Herr Martin Burmeister, ebenfalls Vorstandsmitglied, bestätigte, dass die betroffenen Mitglieder ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert bekommen haben.
Der erste Bauabschnitt ist potenziell im nördlichen Bereich des Areals vorgesehen, da diese Flächen bereits zur Verfügung stehen. Zur Beschleunigung der Realisierung wird in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Bezirk Wandsbek die Vorbereitung des erforderlichen Bebauungsplanverfahrens eingeleitet, um das notwendige Planrecht für das Vorhaben zu schaffen und die weitere Umsetzung zu ermöglichen.




